Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe September'24 -Schwarzwald-Baar-Heuberg
4 IHK-Zeitschrift Wirtschaft im Südwesten 9 | 2024 AUFTAKT Frankreich: neues System auf Autobahnen bereits im Einsatz Maut per Scanner und Kamera F rankreich will sein bestehendes Maut- system auf den Autobahnen durch ein modernes Free-Flow-System ersetzen. Dieses System, bekannt als „péage en flux libre“, ermöglicht es, dass Fahrzeuge auto- matisch durch Kameras oder Transponder erkannt werden, ohne dass sie anhalten müssen. Die Mautgebühren können ent- weder über eine Mautbox oder online über die Website der Autobahnbetreiber bezahlt werden. Wer nicht innerhalb von 72 Stun- den bezahlt, dem droht ein Bußgeld. Derzeit ist das neue System bereits auf ei- nigen Autobahnen in Frankreich im Einsatz. Dazu gehören die A79 im Département Al- lier und die A13/A14 von Paris nach Caen. Auch zwischen Saarbrücken und Metz ist das System installiert. Zukünftig sollen die A69 bei Toulouse und die A40 bei Genf fol- gen. Wann die wichtigen Touristenrouten A7 (von Lyon nach Marseille) und A8 an der Côte d‘Azur umgestellt werden, ist bislang noch unklar. Durch das neue System sol- len sich der Verkehrsfluss verbessern und die lästigen Staus vor den Mautstationen entfallen. D ie Tourismusbranche kann sich über ei- nen neuen Rekord freuen: Nach vorläu- figen Zahlen des Statistischen Landesamts hat der Tourismus in Baden-Württemberg von Januar bis Juni 2024 mit 10,8 Millionen Ankünften und 26,8 Millionen Übernachtun- gen einen neuen Höchststand erreicht. Das entspricht einem Zuwachs gegenüber den bereits sehr starken Vorjahreswerten von 4,5 Prozent bei den Ankünften und 3,5 Prozent bei den Übernachtungen. Besonders deutlich sind die Übernach- tungszahlen gegenüber dem jeweiligen Vorjahresmonat im Februar (+11,2 Prozent) und März (+12,2 Prozent) gestiegen, als vergleichsweise mildes Wetter in Baden- Württemberg herrschte. Im April und Juni sind die Übernachtungen gegenüber dem Vorjahresniveau dagegen zurückgegangen (−3,4 Prozent beziehungsweise −2,3 Pro- zent). Schlechtes Wetter im Juni Dabei lagen die Übernachtzahlen im Juni 2024 nicht nur unter denen des Vorjahres- monats, sondern auch unter denen des Vor- monats. Ausschlaggebend dabei waren laut Statistischen Landesamt die inländischen Übernachtungszahlen, die im Juni gegenüber dem Vormonat Mai um 5,5 Prozent zurückge- gangen sind und nicht durch das Übernach- tungsplus an ausländischen Gästen (+11,5 Prozent) kompensiert werden konnten. Vom Rückgang inländischer Übernachtungszahlen besonders betroffen waren die Reisegebiete Hegau (−20,1 Prozent) und Bodensee (−12,3 Prozent). Aber auch im mittleren Schwarz- wald (−12,2 Prozent inländische Übernach- tungen), im württembergischen Allgäu- Oberschwaben (−11,8 Prozent inländische Gäste) sowie im südlichen Schwarzwald (−9,8 Prozent) gab es im Juni 2024 deutlich weni- ger inländische Übernachtungen als im Mai 2024. Als mögliche Ursache nennt das Sta- tistische Landesamt das sehr unbeständige Wetter im Juni. Tourismusbilanz für erstes Halbjahr Südwesten beliebtes Urlaubsziel Bild: Adobe Stock/C. Schüßler
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