Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe Juli/August'24 -Südlicher Oberrhein
28 IHK-Zeitschrift Wirtschaft im Südwesten 7+8 | 2024 REGIO REPORT IHK Südlicher Oberrhein E in Botschafter ist laut Definition ein Diplomat. Er ist der oberste Beauftragte eines Staates in einem anderen Land. Es gibt aber auch Botschafter, die sind in erster Li- nie nicht diplomatisch, sondern eher durchweg geradeheraus und damit sehr authentisch. Lennart Menze ist so einer. Der 20-Jährige ist derzeit noch in der Ausbildung zum technischen Produktdesigner bei der Wandres GmbH in Stegen. Und: Er ist Ausbildungsbotschafter im Dienst der IHK – und natürlich auch im Dienst seines eigenen Aus- bildungsbetriebs. Wie kam es dazu, dass er seiner Ge- neration erzählt, wie cool es ist, bei Wandres technischer Produktdesi- gner zu werden? „Wir hatten bei uns im Betrieb eine Schulklasse zu Gast. Mein Ausbilder hatte mich ge- beten, einfach mal frei raus zu er- zählen, was ich so mache, und wie es mir dabei geht. Nun, das habe ich getan …“ Dass damit wohl alle (inklusive er selbst) ziemlich happy waren, gehört für Menze eher ins Kleingedruckte. Jedenfalls sorgte seine freie Rede bei den Schülern dafür, dass er von der IHK – die ebenfalls beim Besuch der Schul- klasse mit dabei war – eine Anfrage bekam, ob er nicht Lust hätte, so etwas öfter und eben auch wo ganz anders zu machen. Eintägige Qualifizierung Er hatte Lust. Also durchlief er die eintägige Qualifizierung zum Ausbildungsbotschafter, die vom Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus in Baden-Württemberg initi- iert wurde. Die IHK Südlicher Oberrhein ist eine von rund zwei Dutzend Koordinatoren- Kammern, die Unternehmen und ihre Bot- schafter mit Schülern zusammenbringen. Seit einem Jahr ist Menze als Ausbildungs- botschafter unterwegs, und wie er selbst berichtet, empfindet er es als Bereicherung, andere junge Menschen unterstützen zu können. Und natürlich macht es ihm auch Spaß, so ein bisschen eine Bühne zu haben. Dass er diese dann auch auf seine eigene Art und Weise bespielen darf, ist seiner Meinung nach ein wichtiges Kriterium, das bei ihm für Spaß an der Sache sorgt: „Ich habe meine eigene Präsentation für die Dar- stellung meines Lehrberufs entwickelt, und für mich ist es ein Zeichen des Respekts, dass ich die dann auch so halten darf, wie ich es für richtig erachte“, sagt er. Immerhin hat er die Erfahrung gemacht, dass andere Ausbildungsbotschafter hin und wieder von den Marketingabteilungen bei ihren Präsen- tationen unterstützt werden – was Lennart Menze selbst als schade, weil wenig authen- tisch empfindet. Andreas Schlegel, Ausbildungslei- ter bei Wandres, sieht Menzes Frei- raum hingegen als selbstverständ- lich an: „Lennart hat uns seine Präsentation gezeigt, die wirklich super ist, und wir haben volles Ver- trauen, wenn er andere junge Leute über seine Ausbildung informiert.“ Ganz bewusst für eine Ausbildung entschieden Im kommenden Jahr ist Menze fer- tig mit seiner Ausbildung. Wie es dann weitergeht, weiß er noch nicht. Er hat Abitur, ein Studium könnte möglich sein. Wobei er sich nach eigenem Bekunden sehr be- wusst dafür entschieden hat, nach der Schule erst einmal eine Ausbil- dung zu absolvieren: „Wenn man auf dem Gymnasium ist, reden ei- gentlich alle nur davon, dass es danach an die Uni geht. Mich hat das sehr verunsichert, weil es sich nicht richtig angefühlt hat. Während meines Bogy, der Berufs- und Stu- dienorientierung am Gymnasium, kam ich auf die Idee, eine Ausbil- dung als Produktdesigner zu ma- chen. Und so ging es los.“ Bis er mit seiner Ausbildung fertig ist, genießt er seinen Zusatzjob als Ausbil- dungsbotschafter: „Von den Schülerinnen und Schülern kommt meist erst einmal nicht viel zurück, wenn ich meine Präsentation halte. Aber für mich ist das immer wieder ein sehr eindrückliches Erlebnis, das mir viel Spaß macht“. Doris Geiger Bild: privat Werben für die duale Ausbildung Einfach mal frei raus Lennart Menze erzählt Schülern von seinem Alltag als Auszubildender. Damit wirbt er nicht nur für die duale Ausbildung, sondern hat selbst auch jede Menge Spaß an der Sache. „Für mich ist das immer wieder ein sehr eindrückliches Erlebnis“, sagt er. Seit einem Jahr ist Lennart Menze als Ausbildungsbotschafter unterwegs. Infos zur Initiative gibt es hier:
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