Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe Juli/August'24 - Hochrhein-Bodensee
31 7+8 | 2024 IHK-Zeitschrift Wirtschaft im Südwesten ! ! " ## ! $%& ' ( % )* & * ( + ,- ./01 2 3 1 . ( 1 4 " , +( . / ( 5 . 6 3 (3 789 $9 8.: % 789 $9 ! !% $; + <+ dass die Nachfrage in der Region bis 2040 im Vergleich zu 2021, je nach Szenario, zwischen 69 und 144 Prozent ansteigen wird. Im Basisszenario wird von einem leichten Anstieg ausgegangen, der sich an der vergangenen Entwicklung anlehnt. Hierbei würde der Bedarf bis 2040 auf 8,7 TWh (+136 Prozent) ansteigen. Das Effizi- enzszenario geht von einer effizienteren Energienutzung und einer gesellschaftlichen Verhaltensänderungen aus. Dies führe zu einer geringeren Nutzung des Stroms in den einzelnen Sektoren. Demzu- folge steigt der Bedarf weniger als im Basisszenario, und zwar um 69 Prozent auf 6,2 TWh. Die größte Steigerung verzeichnet das Elektrifi- zierungsszenario. Hierbei würde die technische Entwicklung so weit gehen, dass eine direkte Elektrifizierung in allen Sektoren möglich wäre. Das heißt, dass überall Strom direkt als Energiequelle genutzt werden würde. Der Bedarf stiege dabei auf 9 TWh (+144 Prozent) an. Der generell starke Anstieg lässt sich durch die Elektrifizierung, insbesondere in den Bereichen Prozess- und Raumwärme sowie im Verkehrssektor erklären. Den größten Bedarf in der Region verzeich- net aktuell der Industriesektor. Es werden große Energiemengen für die Fertigungsprozesse von Produkten benötigt. Die höchste Bedarfssteigerung bis 2040 weist dabei die Metallindustrie auf. Eine Besonderheit der Region im Vergleich zu Baden-Württemberg ist der hohe Anteil des Strombedarfs der „sonstigen chemischen Industrie, zum Beispiel Pharmaindustrie“ am Gesamtstrombedarf der Industrie. Während die Branche in Baden-Württemberg 2040 einen durchschnittlichen Anteil von etwa sechs Prozent am Indus- triestrombedarf hat, liegt der prognostizierte Wert in der Region Hochrhein-Bodensee bei etwa 15 Prozent. Um den steigenden Bedarf klimaneutral decken zu können, ist ein schneller und umfangreicher Ausbau der erneuerbaren Energie nötig. Dazu wurden im zweiten Teil der Studie die gegenwärtigen politischen Ausbauzielen sowie das gut verfügbare Potenzial der erneuerbaren Energien in der Region analysiert. Miteinbezogen wurde Photovoltaik (Dach- und Freiflächenanlagen), Windkraft, Wasserkraft und Biomasse. Die Ergebnisse belegen, dass die Region über ein hohes, gut verfügbares Potenzial zur Stromerzeugung aus regenerativen Quellen verfügt. Theoretisch wäre ein bilanzieller Stromertrag von 14,5 TWh pro Jahr realisierbar. Die positive Erkenntnis daraus ist, dass damit die steigende Nachfrage von maximal 9 TWh in der Region mehr als gedeckt werden kann. Unberücksichtigt der Herausforderungen die tages- und jahreszeitlichen Schwankungen der Stromerzeugung, durch zum Beispiel effiziente Speicherlö- sungen, auszugleichen sowie den dafür notwendigen Netzausbau zu verwirklichen. Die auf die Region übertragenen politischen Ausbauziele liegen mit 5,5 TWh pro Jahr zwar deutlich unter den gut verfügbaren Potenzialen aber auch unter dem bis 2040 in allen drei Szenarien prognostizierten Strombedarf. Das daraus resultierende Defizit müsste durch Importe aus benachbarten Bundesländern oder Nachbarstaaten kompensiert werden. Ziel muss es sein diese Versorgungslücke möglichst gering zu halten bzw. im Optimalfall sogar gänzlich zu vermeiden. So oder so bedarf es der Anstrengung aller, um den Ausbau der erneuerbaren Energie zu beschleunigen und zu erhöhen. jb Ansprechpartner: Dirk Schroff dirk.schroff@konstanz.ihk.de 07531 2860-165
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