Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe Juli/August'24 - Hochrhein-Bodensee
13 7+8 | 2024 IHK-Zeitschrift Wirtschaft im Südwesten „Wood I like“ in Trossingen HOLZ TRIFFT FASHION Nachhaltige Mode kann mehr als Bio-Baumwolle. Zumin- dest die von Daniel Kreutter . Seine Shirts, Sweatshirts und Hoodies bestehen zu 100 Prozent aus Naturfasern – ge- nauer gesagt aus Holz, dem Anteile von Baumwolle beige- mischt werden. Seit Dezember 2023 vertreibt der 39-Jäh- rige aus Trossinge n diese unter dem Label „Wood I like“ ( wood-i-like.de) . „Mit meiner Mode möchte ich der Fast Fashion und ihren Auswirkungen auf Mensch und Natur entgegenwirken.“ Sein Anspruch dabei: Auch der Herstellungsprozess muss fair und ökologisch sein. Auf der Suche nach einem Produzenten wur- de er in Griechenland fündig. Alle benötigten Rohstoffe stam- men aus der EU, das Holz aus nachhaltiger Forstwirtschaft. In der Produktion der Lyocell-Faser wird nur ein einziges nicht- toxisches Lösungsmittel eingesetzt, um aus Holz Zellulose zu gewinnen. Das Lösungsmittel kann außerdem zu 99,9 Prozent rückgewonnen und wiederverwertet werden. „Unsere Kleidung enthält keinerlei Kunststofffasern, wodurch sie zu 100 Prozent biologisch abbaubar ist.“ Weiterer Pluspunkt: Bei der Produkti- on werden gegenüber herkömmlicher Baumwollkleidung rund 1.000 Liter Wasser pro Shirt eingespart. Aktuell vertreibt Kreutter, der hauptberuflich noch als Projekt- leiter im Maschinenbau tätig ist, seine nachhaltige Mode in erster Linie online. Er ist aber auf der Suche nach Pop-up- oder Concept-Stores, wo er Kunden von Qualität und Tragfähigkeit seiner Mode überzeugen möchte. Daniela Santo „Salzblau“ in Lörrach INSTAGRAM STATT INSERAT Social Recruiting statt Stellenanzeige, Insta statt Inserat: S tefan Nakonie- czny holt die Personalsuche ins digitale Zeitalter und hilft mit seiner Lör- racher Firma „Salzblau“ Handwerksbetrieben bei der Mitarbeiterfindung per Social Media ( salzblau.com ). Spezialisiert hat er sich dabei auf die Bereiche Aufzugs-, Elektro- und Gebäudetechnik. Nach seiner Ausbildung zum Kaufmann hatte der heute 36-Jährige unter anderem lange im Perso- nalmanagement gearbeitet und 2019 dann umgeschult auf Mechatroniker. Durch diese Arbeit sei ihm aufgefallen, wie dringend im Handwerk Mitar- beiter gesucht würden. Auch allerdings, wie gesucht wird. „Genau wie vor 30 Jahren und in der Hoffnung, dass es jemand sieht. Dabei gibt es heute so schöne Plattformen wie Facebook oder Instagram.“ Vor allem aber: de- ren enorme Reichweite. Also hat Nakonieczny sein Wissen über Personalmanagement, Handwerk und im Selbststudium angeeignetes Online-Marketing zusammengepackt und im Januar 2023 die Social-Recruiting-Firma Salzblau gegründet. Salz wie das gewisse Etwas, Blau wie die Weite des Himmels. Und Weite, also Reichweite, das wolle man ja schließlich erreichen. Für die Unternehmen, für die er arbeitet, schaltet er in den sozialen Netzwerken Anzeigen, zuge- schnitten auf die gewünschte Zielgruppe. Ein Klick darauf und der Jobin- teressierte landet auf einer eigens für den jeweiligen Betrieb gestalteten Recruiting-Seite, auf der er sich bewerben kann. So niederschwellig wie möglich soll das Bewerben sein. Neben Social-Recruiting macht Salzblau für Unternehmen auch Werbung auf Social Media, um neue Kunden zu gewinnen. Die Firma selbst hat momentan etwas mehr als ein Dutzend Kunden. Der Plan des Jungunternehmers: Ende 2024/Anfang 2025 einen Mitarbeiter einzustellen.Wie er den suchen wird, weiß er schon. Susanne Ehmann
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