Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe Juni'24 -Südlicher Oberrhein

6 | 2024 IHK-Zeitschrift Wirtschaft im Südwesten 17 REGIO REPORT IHK Südlicher Oberrhein Geschäftserwartungen – Die Branchen im Vergleich – Erwartete Beschäftigung D ie aktuelle Geschäftslage bewerten 26 Prozent der an der IHK-Umfrage teilnehmenden Unternehmen als gut und 14 Prozent als schlecht. Insgesamt überwiegen zwar die posi- tiven Lagebewertungen, allerdings gibt es vor allem in der Industrie und im Baugewerbe seit 2020 einen Trend zur Unzufriedenheit. Passend dazu liegt in der industriell geprägten Ortenau der Negativ- Wert bei 17 Prozent – also drei Prozentpunkte über dem Durch- schnitt. Neben der schwachen Nachfrage mache den Betrieben die Lohnzuwächse und der Bürokratieaufwand zu schaffen, sagte Alwin Wagner. Er warnt vor einer „schleichenden Abwanderung“. Bei größeren Mittelständlern könne man zum Teil schon beobachten, wie sie Produktion aus der Region ins Ausland verlagerten, wo die Arbeitskosten geringer seien. Wenig optimistisch fällt auch der Blick in die Zukunft aus. Nur 13 Prozent der befragten Unternehmen erwarten, dass sich die wirt- schaftlichen Bedingungen in den kommenden zwölf Monaten ver- bessern werden. Das sind fünf Prozentpunkte weniger als in der Frühjahrsbefragung. Mit einer Verschlechterung ihrer Lage rechnen 24 Prozent; im Frühjahr lag dieser Wert sogar noch leicht höher bei 26 Prozent. „Wie in ganz Deutschland gibt es in der Region keinerlei Aufbruchstimmung“, so Wagner. Trübe Aussichten herrschen vor allem im Baugewerbe, wo 43 Prozent der Befragten pessimistisch in die Zukunft schauen. Auch bei den Erwartungen gibt es einen klaren Negativtrend: Seit zwei Jahren überwiegt der Anteil der Pessimisten den der Optimisten. Kombiniert man die Werte aus der aktuellen Geschäftslage mit denen aus den Erwartungen, ergibt das den Konjunkturklimaindex, der aktuell bei 102 Punkten liegt, und damit gleichauf mit dem Lan- desdurchschnitt. „Im Grunde haben wir ein Nullwachstum“, sagte „Wir hängen fest in einer Talsohle“, sagte der Stellvertretende IHK-Hauptgeschäftsführer Alwin Wagner bei der Vorstellung des Konjunk- turberichts zum Frühsommer 2024 in Freiburg. Wie in ganz Deutschland blicken auch die Un- ternehmerinnen und Unternehmer im Kammer- bezirk mit wenig Zuversicht in die Zukunft. Der Standort verliere an Attraktivität, so Wagner, der vor einer „schleichenden Abwanderung“ des Mittelstandes warnt. IHK-Konjunkturbericht Frühsommer 2024 Keine Aufbruchstimmung in der Region -250 25 50 75 100 Wirtschaft (insg.) Industrie Dienstleistung Handel Hotel und Gastgewerbe Bauwirtschaft Frühsommer 2024 Jahresbeginn 2024 -60- 40 -200 20 40 60 Wirtschaft (insg.) Industrie Dienstleistung Handel Hotel und Gastgewerbe Bauwirtschaft Frühsommer 2024 Jahresbeginn 2024 Wenig konjunkturelle Dynamik am Oberrhein: Der Index der Geschäftslage sinkt von 26 Punkten wieder auf 18 Punkte ab und befindet sich damit in etwa auf dem Stand vom Herbst des vergangenen Jahres. Auch bei den Geschäftserwartungen schalten die Unternehmen einen Gang zurück.

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