Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe Juni'24 -Schwarzwald-Baar-Heuberg

36 IHK-Zeitschrift Wirtschaft im Südwesten 6 | 2024 UNTERNEHMEN Sick AG weiter auf Wachstumskurs Fokus auf Forschung und Entwicklung WALDKIRCH. Das Sensor- unternehmen Sick mit Haupt- sitz in Waldkirch hat seinen Wachstumskurs auch im Ge- schäftsjahr 2023 fortgesetzt. Der Umsatz ist um 5,4 Prozent auf 2.307 Millionen Euro ge- stiegen. Auch das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) erhöhte sich im Vorjahresver- gleich um 15,1 Prozent auf 189 Millionen Euro, teilte das Un- ternehmen im Rahmen seiner Jahresbilanz-Pressekonferenz mit. „Wir haben Umsatz sowie Ge- winn gesteigert und sind stolz auf diese Leistung in einem anspruchsvollen Jahr“, erklärte Mats Gök- storp, Vorstandsvorsitzender der Sick AG. „Die positive Geschäfts- entwicklung 2023 motiviert uns auch in anhaltend herausfordernden Zeiten, gemeinsam mit unseren Kunden und Partnern die industrielle Digitalisierung zu gestalten.“ Im Heimatmarkt Deutschland wuchs der Umsatz trotz leicht rückläufiger Konjunktur um 4,2 Prozent auf 380 Millionen Euro. Das Umsatzwachstum in der Region Americas von 7,1 Prozent auf 545 Millionen Euro ergab sich insbesondere in den Märkten USA und Brasilien, während der Umsatz in der Region Asien- Pazifik um 4,0 Prozent auf 559 Millionen Euro zurückging. Erstmals mehr als 5.000 Mitarbeiter Die Sick AG agiert als Anbieter von sensorbasierten Applikationen für industrielle Anwendungen mit 60 Tochtergesellschaften und Beteili- gungen rund um den Globus. Zum Stichtag am 31. Dezember 2023 waren im Gesamtkonzern 12.185 Mitarbeiter tätig, an den südbadi- schen Standorten (Waldkirch, Buchholz, Reute, Denzlingen, Freiburg) waren es insgesamt 5.071 Beschäftigte – ein Plus von 2,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Damit übersteigt die Anzahl der südbadischen Mitarbeiter erstmals die 5.000er-Marke. Zu bewältigen hatte das Unternehmen im Geschäftsjahr 2023 die Ausweitung geopolitischer Konflikte, eine nachlassende Dynamik in der Weltwirtschaft, erschwerte Finanzierungsbedingungen mit hohen Inflationsraten und Leitzinsen und einer dadurch bedingten Investiti- onszurückhaltung. Dennoch investierte das Unternehmen im vergan- genen Geschäftsjahr 11,7 Prozent des Umsatzes in seine Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten. Auch ein Großteil des Personalaufbaus entfällt auf diesen Schwerpunkt. So hat Sick seine Beschäftigtenzahl in diesem Bereich um 9,2 Prozent auf 1.760 Mitarbeitende erhöht. Innovative Ideen haben 2023 zu 137 Patentanmeldungen geführt. Softwarebasierte Lösungen und KI-basierte Automationslösungen machten dabei rund 70 Patente aus, so das Unternehmen. Mats Gökstorp Vorstandsvorsitzender der Sick AG in Waldkirch KLS Martin Group: 430 Millionen Euro Umsatz Weiteres Rekordjahr TUTTLINGEN. Das international agierende Medizintechnikunter- nehmen KLS Martin hat 2023 nach eigenen Angaben einen Rekord- umsatz von über 430 Millionen Euro erwirtschaftet. Mit mehr als 13 Prozent liegt das Wachstum über dem Branchendurchschnitt. „Für 2023 hatten wir uns ein Wachstum von neun Prozent vorgenommen. Dass wir dieses ambitionierte Ziel übertroffen haben und dabei auch weiterhin in gesättigten Märkten wachsen konnten, macht uns als Unternehmen stolz“, sagt Michael Martin, Geschäftsführender Direktor. Rund zwei Drittel des Umsatzes konnte die Gruppe mit Implantat-Systemen erzielen. Danach folgen chirurgische Instru- mente, Lösungen für die Hochfrequenz- und Laserchirurgie sowie Operationsleuchten und medizinische Versorgungseinheiten. 2023 war für KLS Martin nicht nur zahlenseitig ein historisches Jahr. „Im November wurde aus unseren drei großen operativen deutschen Gesellschaften ein Unternehmen, welches heute unter KLS Martin SE & Co. KG firmiert“, erklärt Michael Martin. Die Mitarbeiteranzahl ist im vergangenen Jahr um elf Prozent auf über 2.100 Mitarbeiter weltweit gestiegen. Rund 50 Prozent der An- gestellten arbeiten an den deutschen Unternehmensstandorten in Freiburg, Mühlheim und Tuttlingen. An allen deutschen Standorten will das Unternehmen in den nächsten fünf Jahren einen mittleren zweistelligen Millionenbetrag in neue Gebäude und die Revitali- sierung bestehender Räumlichkeiten investieren. „Ein starkes Be- kenntnis zum Standort Deutschland“, betont Christian Leibinger, Geschäftsführender Direktor. Bei Endress+Hauser: Entwicklung nach oben Wechsel und Wachstum REINACH. Ein Plus beim Umsatz von elf Prozent (2022: +17 Pro- zent) kann sich sehen lassen. Eine Umsatzzahl von 3,7 Milliarden Euro erst recht: Beim Automations- und Messtechnik-Spezialisten Endress+Hauser in Reinach bei Basel setzt sich auch nach dem Wech- sel an der Führungsspitze des Unternehmens zum Jahreswechsel 2023/2024 die Erfolgs- und Wachstumsgeschichte fort. Angaben zum Gewinn gebt es keine. Weltweit hat das Unternehmen, wie es selbst mitteilt, im vergangenen Jahr über 700 neue Arbeitsplätze geschaffen – rund 400 davon im Dreiländereck - und beschäftigt mittlerweile über 16.500 Menschen, knapp 6.000 davon in Südbaden. 2023 wurden zudem in der Re- gion 180 neue Azubis und Studierende (2022: 100) im Unternehmen aufgenommen. Die stärksten Wachstumsmärkte seien zuletzt Süd- und Nordamerika gewesen. Und auch für 2024 wolle man Chancen nutzen und weiter wachsen, so der neue Vorstandsvorsitzende Peter Selders. Beflügelt habe die positive Entwicklung zuletzt ein Rekord bei den Aufträgen, so Finanzchef Luc Schultheiss. Einzelne Märkte hätten sich dabei „sehr unterschiedlich“ entwickelt, teilte der Konzern im Vorfeld seiner Bilanzpressekonferenz mit. Und: Die wirtschaftliche Dynamik habe in der zweiten Jahreshälfte 2023 „spürbar“ nachgelassen. Das Niveau der Aufträge, so Selders, sei aber nach wie vor gut. Endress+Hauser wurde 1953 in Lörrach gegründet. Heute ist das Unternehmen welt- weit in rund 50 Ländern aktiv. Zur „Geburtstagsfeier“ im vergangenen Jahr kamen rund 5.500 Beschäftigte nach Basel.

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