Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe Juni'24 - Hochrhein-Bodensee
29 6 | 2024 IHK-Zeitschrift Wirtschaft im Südwesten ANZEIGEN Ausschusssitzung Industrie- und Umweltausschuss bei Endress+Hauser in Maulburg D ie Mitglieder des IHK-Industrie- und Umweltausschusses haben sich zu ihrer Frühjahrssitzung bei dem Messgerätehersteller Endress+Hauser in Maulburg getroffen. Neben der Besichtigung der Produktion von Grenzstandmessgeräten im Werk, berichteten der Finanzchef Holger Reichhold und Informatik-Bereichsleiter Jürgen Wirth von aktuellen und geplanten Digitalisierungsmaßnahmen auch in Bezug auf das Datenmanagement am Standort. Weiter befassten sich die Ausschussmitglieder mit der Arbeitswelt von morgen. Einen Impulsvortrag dazu gab der Freiburger IHK-Referent für Digitale Unternehmensentwicklung Emmanuel Beule. Und auch die Frage, wie die Generation Z arbeiten möchte und was sie erwartet, haben die Teilnehmenden mit Stefan Schweiger, Professor an der HTWG in Konstanz gesprochen und diskutiert. „Es war eine spannende und wieder sehr erkenntnisreiche Sitzung“, sagte Ausschussvorsitzen- der Oliver Maier, Geschäftsführer bei WEFA Inotec in Singen. „Ob Digitalisierung, Fachkräftesicherung oder Standortbedingungen: Die Unternehmerinnen und Unternehmer stehen vor großen Herausfor- derungen. Da ist es immer hilfreich und sinnvoll sich miteinander auszutauschen.“ Der Ausschussvorsitzende wies darauf hin, dass mit der IHK-Wahl im Juli auch die IHK-Ausschüsse neu gebildet werden. Erst danach wird der Industrie- und Umweltausschuss wieder tagen. Mit Stefan Schweiger haben wir im Nachgang nochmal darüber gesprochen, warum heute so viel über die Generation Z gesprochen und gerätselt wird. Herr Schweiger, seit über 50 Jahren sinkt die Geburtenrate, den- noch wird besonders viel über die Gen Z gesprochen. Warum? Das liegt daran, dass die Gen Z genau in der Zeit ins berufsfähi- ge Alter kommt, in der der Fachkräftemangel am stärksten zum Problem wird. Das war bei den vorherigen Generationen anders. Viele der Generation X (1965 bis 1980) hatten Probleme, überhaupt eine Arbeit zu finden und die Generation Y (1980 bis 1995) – auch Millennials genannt – sind zwar schon auf einen entspannteren Ar- beitsmarkt getroffen, aber auch sie haben noch unbezahlte Praktika gemacht oder für weniger Geld gearbeitet. Über die Generation Z wird auch deswegen viel gesprochen, weil sie Forderungen hat und vieles in Frage stellt. Es gab in der jüngeren Geschichte wohl keine andere Generation, die die Unternehmen so sehr zum Umdenken drängt, wie die Gen Z. Was erwartet die Gen Z von ihrem künftigen Arbeitgeber? Ganz oben steht eine zukunftsfähige und motivie- rende Unternehmenskultur. Sie wünschen sich einen offenen Austausch, ein gutes Arbeitsklima, eine vertrauensvolle Zusammenarbeit und ein Mit- einander auf Augenhöhe. Genauso wichtig ist ein gutes Gehalt, ein digitaler und attraktiver Arbeits- platz, Weiterbildungs- und Entwicklungsmöglich- keiten, Sicherheit des Arbeitsplatzes sowie flexible Arbeitszeiten und Arbeitsort. Flexibilität ist dieser Generation wichtiger als ein Firmenwagen. Über die Millennials sprechen nur wenige, dabei ist sie die am besten ausgebildete Generation. Woran liegt das? Die Unternehmen müssen sich auch auf Forderungen der Millenni- als einstellen. Auch sie kommen aufgrund des Fachkräftemangels in eine bessere Verhandlungsposition, aufgrund ihres Alters und ihrer Erfahrungen auch bei Führungspositionen. Eine Studie der Unternehmensberatung Ernst & Young hat ergeben, dass bei den Millennials und bei den Gen Z schon fast jeder Dritte einmal wegen seines Chefs den Job gewechselt hat. Lediglich 13 Prozent der Befragten fühlen sich ihrem Arbeitgeber sehr eng verbunden – niedrigster Wert seit 2015. Ein anderer Grund für eine Kündigung war die zu niedrige Bezahlung. Interview: Heike Wagner Stefan Schweiger, Professor an der HTWG in Konstanz Digitalisierung und die Arbeitswelt von morgen waren Schwerpunktthemen der Frühjahrssit- zung des Industrie- und Umweltausschusses der IHK beim Maulburger Messgerätehersteller.
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