Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe Mai'24 -Schwarzwald-Baar-Heuberg

30 IHK-Zeitschrift Wirtschaft im Südwesten 5 | 2024 REGIO REPORT IHK Schwarzwald-Baar-Heuberg I HK-Vizepräsident Michael Steiger präsentierte alar- mierende Zahlen aus dem aktuellen IHK-Unterneh- mensreport. „Für Unternehmer war es noch nie schwie- riger, eine geeignete Nachfolge zu finden. Besonders besorgniserregend: Ein Viertel erwägt sogar, den Betrieb vorzeitig zu schließen. Das muss uns Sorge machen“, sagte Steiger. Auf dem Markt sei immer viel Bewegung, neue Unternehmen werden gegründet, andere schlie- ßen. „Das ist für eine gesunde Volkswirtschaft wichtig – neue Ideen würden ausprobiert, alte verschwinden. Nachfolgen haben den Vorteil, dass sie eine Brücke schlagen. Sie bieten eine gewisse Kontinuität: Betriebs- mittel, Arbeitsplätze und viel Know-how bleiben erhalten, während trotzdem ein Wandel stattfindet.“ Aktuelle Wirtschaftspolitik ist Hemmnis Ein Unternehmen zu führen beziehungsweise zu übernehmen, müsse wieder erstrebenswert sein. Einer repräsentativen Umfrage unter 16- bis 25-Jäh- rigen zufolge fänden zwar 64 Prozent der Befragten die Idee eines eigenen Unternehmens ansprechend. Aber nur zehn Prozent sehen sich in den nächsten fünf Jahren tatsächlich ein eigenes Unternehmen lei- ten. „Wir brauchen wieder mehr Verlässlichkeit in der Wirtschaftspolitik“, zeigt der IHK-Vizepräsident als ei- nen Grund und Lösungsansatz auf. Nach der aktuellen IHK-Konjunkturumfrage liege die Wirtschaftspolitik als Geschäftshemmnis gleichauf mit den Energiepreisen und dem Fachkräftemangel. „Niemand steckt Geld in ein Unternehmen, wenn unklar ist, ob das Geschäfts- modell morgen noch funktioniert.“ „Das Hauptziel unserer Kampagne ist, für Nachfolgen an sich zu sensibilisieren, sie auf den Schirm von Grün- dungswilligen zu holen und zu informieren“, betonte Mario Born, Mitglied der IHK-Vollversammlung und einer der Vorsitzenden des IHK-Arbeitskreises Nachfol- ge. Ein wichtiger Grund für das schwindende Interesse an einer Unternehmensnachfolge sei die demografi- sche Entwicklung, die per se die Generation potenziel- ler Nachfolger ausdünne. Die Babyboomer gingen so langsam in Rente, der Nachwuchs aber bleibe aus und somit gebe es schon rein zahlenmäßig ein Problem. Lust auf Selbstständigkeit machen „Eine Wirtschaft aber braucht diesen Nachwuchs, um sich weiterzuentwickeln. Wir haben viele talentierte und motivierte Menschen in unserer Gesellschaft, die »Wir haben viele talentierte und motivierte Menschen in unserer Gesellschaft, die das Potenzial haben, erfolgreiche Unternehmerinnen und Unternehmer zu werden« Bild: Leonardo Alich/IHK Schwarzwald-Baar-Heuberg Die IHK Schwarzwald-Baar-Heuberg hat ihre aktuelle Kampagne zur Unterneh- mensnachfolge vorgestellt. Sie möchte mit der Initiative die Dringlichkeit des Themas unterstreichen und Lösungsmöglichkeiten für Unternehmer anbieten. Unternehmerischer Nachwuchs fehlt IHK startet Kampagne zur Unternehmensnachfolge Die IHK hat ihre Kampagne zum Thema Unternehmens- nachfolge gestartet. Zum Auftakt informierte sie über die Einzelheiten in einem Pressegespräch mit Michael Steiger, Thomas Wolf und Mario Born (von links).

RkJQdWJsaXNoZXIy MjQ2MDE5