Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe Mai'24 - Hochrhein-Bodensee
28 IHK-Zeitschrift Wirtschaft im Südwesten 5 | 2024 REGIO REPORT IHK Hochrhein-Bodensee EMAS-Zertifizierung 25 Jahre aktiver Umweltschutz bei Seipp Wohnen B ereits seit 25 Jahren engagiert sich das Einrichtungshaus Seipp Wohnen für den Schutz der Umwelt. Nach eigenen Angaben ist das Unternehmen das einzige Möbelhaus in Deutschland, das jährlich die EMAS-Zerti- fizierung erhält. Anlässlich des Jubiläums haben Mitarbeiter von Seipp Wohnen in Zusammenarbeit mit dem Kreisforstamt des Landkreises Waldshut- Tiengen 250 Bäume gepflanzt. „Ganzheitliches Einrichten steht bei allem, was wir tun, im Vordergrund. Um dieses Ziel zu erreichen und zu halten, müssen unsere Waren und unsere Dienstleistungen ökono- mische, ökologische und soziale Aspekte der Nachhaltigkeit beinhalten, die sich ergän- zen“, sagt Jochen Seipp, verantwortlicher Geschäftsführer für den betrieblichen Um- weltschutz. Ein betriebliches Umweltteam sorgt dafür, dass die in einer Umwelterklärung festge- legten Ziele umgesetzt werden. Dadurch hat Seipp Wohnen bereits Erfolge in Sachen Nach- haltigkeit erzielt. Laut Unternehmen wurde zum Beispiel der C0 2 -Ausstoß um mehr als 87 Prozent gesenkt, bei gleichzeitigem Flächen- zuwachs und steigenden Mitarbeiterzahlen. Für die nächsten Jahre will sich das Unterneh- men mit seinen 140 Mitarbeitern weiterhin stark für den Umweltschutz engagieren, um dafür zu sorgen, dass die Region als attraktiver Lebensraum erhalten bleibt. Mit der Pflanzung von 250 einheimische Elsbeeren sind sie dem Ziel bereits ein kleines Stück nähergekommen. jb Frieder Wielandt, Jochen Seipp, Manuela Gantert, Tom Drabinski, Carmen Kellermann, Martin Gruner (v.l.) bei der Pflanzung von 250 Bäumen. Was ist EMAS? EMAS (Eco-Management and Audit Scheme) wurde von der Europäischen Union entwi- ckelt und ist eine Kombination aus Umwelt- management und Umweltbetriebsprüfung. EMAS ist für Unterneh- men und Organisa- tionen gedacht, die Energie- und Materi- aleffizienz systema- tisch verbessern, schäd- liche Umweltwirkungen und umweltbezogene Ri- siken reduzieren und ihre Rechtssicherheit erhöhen wol- len. Mit der Teilnahme an EMAS verpflichten sich Unternehmen über ihre gesetzlichen Pflichten hinaus, den betrieblichen Um- weltschutz zu verbessern. Was muss ein Unternehmen tun, um sich EMAS-zertifizieren zu lassen? Unternehmen, die an EMAS teilnehmen, müs- sen eine Umwelterklärung veröffentlichen, in der von ihren direkten oder indirekten Um- weltauswirkungen, ihren Umweltleistungen und Zielen berichtet wird. Die Umwelterklä- rung wird von einem unabhängigen EMAS- Umweltgutachter überprüft und ist jährlich zu aktualisieren. Alle drei Jahre überprüft der Umweltgutachter zudem das Umwelt- managementsystem, die Einhaltung der Um- weltpolitik, die Einhaltung der gesetzlichen Regelungen sowie eine konsolidierte Umwelt- erklärung. Wenn die Überprüfung erfolgreich war, können sich die Unternehmen in das EMAS-Register eintragen lassen und dürfen das EMAS-Logo führen. Das Register wird von den Industrie- und Handelskammern geführt. Welche Vorteile haben teilnehmende Unternehmen? Durch die Teilnahme an EMAS werden in ei- nem Unternehmen Umweltdaten systematisch erfasst, beispielsweise zum Energie- und Roh- stoffverbrauch. Diese Daten helfen, Betriebs- kosten zu senken, wenn gezielt Energie und Rohstoffe eingespart und Abfälle vermieden werden. Die Einführung eines Umweltmanage- mentsystems hat oft positive Folgen für das gesamte betriebliche Management, da über den Umweltbereich hinaus Schwachstellen und Verbesserungspotenziale aufgedeckt wer- den. EMAS-Unternehmen verfügen über ei- nen guten Überblick der Umweltgesetzge- bung und sind auf Änderungen auf unterschiedlichen politischen Ebenen bereits gut vorbe- reitet. Sie haben durch das bekannte EMAS-Logo nicht nur Wettbewerbs- vorteile, sondern erhalten auch ver- günstigte Konditi- onen bei Banken und Versicherungen. Nicht zu vergessen ist die Imageverbesserung gegenüber Kunden, Beschäftigten, Auftraggebern, Zulieferern und Behörden. EMAS-Unternehmen sind zudem von bestimmten Berichtspflichten, wiederkeh- renden Emissionsmessungen sowie Anzeige- und Mitteilungspflichten befreit. Aufgrund der bereits veröffentlichten Umweltdaten gewäh- ren Vollzugsbehörden EMAS-Unternehmen 24 Unternehmen im IHK-Bezirk Hochrhein-Bodensee führen das EMAS-Logo. Doch was verbirgt sich hinter dem Logo und was genau ist EMAS? Darüber haben wir mit Heike Wagner, Umweltreferentin der IHK Hochrhein-Bodensee, gesprochen. Umwelt „Der Aufwand lohnt sich“ Bild: Adobe Stock - ExQuisine
Made with FlippingBook
RkJQdWJsaXNoZXIy MjQ2MDE5