Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe März/April'24 -Schwarzwald-Baar-Heuberg

4 IHK-Zeitschrift Wirtschaft im Südwesten 3+4 | 2024 PANORAMA WiS-Bezug Weniger ist mehr D ie Redaktion wird auf Terminen oft von Lesern angesprochen, die mehrere Unternehmen führen und die „Wirtschaft im Südwesten“ deshalb gleich doppelt und dreifach im Briefkasten vorfinden. Wir freuen uns natürlich, wenn Sie das Magazin dann großzügig an Mitarbeiter oder Kunden weiterreichen. Falls Sie im Sinne des Umweltschutzes aber gerne mit we niger Exemplaren auskommen möch ten, schreiben Sie uns einfach und wir erledigen den Rest. An Angaben benötigen wir vom Post- etikett den genauen Namen der „überzähligen“ Firmen nebst An- schrift und/oder die lange Num- mernfolge oberhalb der Firmenbe- zeichnung. Oder Sie machen es sich ganz einfach: Schicken Sie uns ein Foto vom Etikett. Ihre Nachricht bitte an wis@freiburg.ihk.de . Eine Ausnahme gibt es: Im Vorfeld einer anstehenden IHK-Wahl zur Vollver sammlung möchten die Kammern alle Mitgliedsunternehmen ihres Bezirks mit Infor mationen versorgen, welche Kandidaten zur Wahl stehen und wie man abstimmen kann. Dann ist es möglich, – so wie jüngst bei der IHK Hochrhein-Bodensee, die im Juli wählt – dass wieder jeder Betrieb eine „Wirtschaft im Südwesten“ im Briefkasten vorfindet. Ausnahmsweise. uh ... ist uns jüngst dieser Verpackungs-Gau. Die Sendung einer großen deutschen Parfümeriekette steckte in einer Kartonage, die 21mal größer war als die Bestellung selbst – welche man leider nicht in der Fililale vor Ort hatte abholen können. Natürlich kann es nicht für jede Warengruppe den perfekt abgestimmten Karton geben. Eine gewisse Standardisierung wird immer nötig sein. Aber gleich 21mal so groß? Da ist wohl noch reichlich Luft – nach unten. Ein Unternehmen, das sich eine solche Materialverschwendung leistet und so auch noch viel überflüssige Leere durch die Gegend transportieren lässt, hat beim Thema Nachhaltigkeit nicht nur noch eine gute Portion Hausaufgaben vor sich. Es hat auch nicht ver- standen, was Kunden heutzutage goutieren – und was nicht. uh AUFGEFALLEN ... Ausstellung im Deutschen Uhrenmuseum in Furtwangen zur Zwangsarbeit Wo die besten Jahre vergangen sind E s ist ein ernstes, aber meist wenig beachtetes Kapitel der deutschen Geschichte: Während des Zweiten Weltkriegs gab es in fast jedem Ort in Deutsch- land Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter, auch in Furtwangen hielten sie die Kriegsproduktion am Laufen. Die größte Opfergruppe des Nationalsozialismus waren die 13 Millionen Menschen in Zwangsarbeit. Deren damit verbundene Ausbeutung und Entrechtung fanden vor den Augen der Öffentlichkeit statt. Trotzdem wurde in der Nachkriegszeit jahrzehntelang nicht über dieses Thema gesprochen. Auch die zurückgekehrten Zwangsarbeiter durften nicht sprechen, da sie in der ehemaligen Sowje- tunion verdächtigt wurden, mit den Nationalsozialisten zusammengearbeitet zu haben. Die unabhängige ukrainische Initiative After Silence widmet sich der historischen Erinnerungsarbeit und möchte den meist anonymen Zwangsarbeiterinnen eine Stimme geben. Noch bis zum 28. Ap- ril ist ihre zweisprachi- ge Sonderausstellung zur Zwangsarbeit in Furtwangen im Deutschen Uhrenmu- seum zu sehen. Kern der Ausstellung ist eine Serie von Fotos, die in Furtwangen entstanden sind. Die persönlichen Aufnahmen gewähren einen Einblick in das Leben ukrainischer Zwangsarbeiterinnen in einer Industriestadt im Schwarzwald. Zudem hat das Deutsche Uhrenmuseum gemeinsam mit der Heinrich-Böll-Stiftung Baden-Württemberg ein Begleitprogramm mit Filmen, Vorträgen und Führungen in deutscher und ukrainischer Sprache erarbeitet. Infos zur Ausstellung, zum Programm und zu den Öffnungszeiten unter blog.deutsches-uhrenmuseum.de Oben: Hanna Kowalenko (r., 1927-2003) und Marfa Romanenko (1926-?) in Furtwangen vor den Wohnbaracken nahe des Bahnhofs, 1944. Kowalenko arbeitete fast drei Jahre in Furtwangen als Zwangs- arbeiterin. Rechts: Gruppe von Zwangsarbeiterinnen Bilder: After Silence

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