Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe März/April'24 - Hochrhein-Bodensee

26 IHK-Zeitschrift Wirtschaft im Südwesten 3+4 | 2024 REGIO REPORT IHK Hochrhein-Bodensee Elektrizitätswerke Schönau »Luft nach oben gibt es immer« Blick auf den Windkraftpark Rohrenkopf bei Gersbach Klimaserie Ihr Angebot umfasst mittlerweile Strom aus Wasser-, Sonnen- und Windkraft, dazu Biogas: Die Elektrizitätswerke Schönau eG (EWS) sorgen seit 1994 für klimafreundlichere Impulse auf dem deutschen Strommarkt. Schon jeher auf Klimaschutz und Nachhaltigkeit ausgelegt, gibt sich das Unternehmen aus dem Wiesental mit dem Erreichten nicht zufrieden. „Denn Luft nach oben gibt es immer“, sagt Unternehmenssprecherin Petra Völzing. E s war die Reaktorkatastrophe in Tschernobyl 1986, die in Schö- nau erst zu einer Bürgerinitiative gegen Atomstrom und acht Jahre später zur Gründung der EWS führt. Hartnäckig und mit Über- zeugung sowie klaren Vorstellungen zu Umweltschutz und Transparenz erkämpfte die Initiative das Schönauer Stromnetz. 1997 wurden die Elektrizitätswerke Schö- nau nach zwei Bürgerentscheiden zum Stromversorger Schönaus – und sind es heute noch. „Klimafreundlichkeit und Nachhaltigkeit sind Teil unserer Firmen-DNA“, fasst es Petra Völzing zusammen: „Wir haben uns nie die Frage stellen müssen, ob wir in Sachen Klimaschutz etwas unternehmen wollen oder sollten.“ Alle Energieformen, die von den EWS verkauft werden, kommen bereits aus nachhaltigen Quellen. Das ist si- chergestellt durch Zertifizierungen und Transparenz. Unter anderem prüft der TÜV Nord regelmäßig, ob es sich tatsächlich um Ökostrom handelt. Neben den Aktivitäten auf Produktseite setzen die EWS auch bei ihren Gebäuden, der Verwaltung und im sozialen Miteinander auf Zukunftsthemen. Darauf achtet mit Christian Krause seit gut einem Jahr ein Nachhaltigkeitsmanager in Vollzeit. Zentrale Aufgaben des Nachhaltigkeitsmanagements sind die Erstellung einer Klimabilanz und die strategische Arbeit an der weiteren Minderung von ent- stehenden, unternehmenseigenen Treibhausgasen. Schon lange gehört zum Beispiel eine ‚No-Fly-Policy’ zu den Maßnahmen. Alle Reisen in Deutschland und ins benachbarte Ausland werden mit der Bahn unternommen. In mehr als 25 Jahren gab es nur wenige Ausnahmen, erinnert sich Petra Völzing: zuletzt 2019 für eine Ehrung in Island. Ein paar mehr Ausnahmen gibt es in Sachen Papier. Da, wo es möglich und sinnvoll ist, wird darauf verzichtet. „Ganz ohne Papier wird es vorerst nicht funktionieren: Als Genossenschaft müssen wir verschiedene Dokumen- te gedruckt vorhalten.“ Allerdings arbeite man daran, den Verbrauch weiter zu reduzieren. Die EWS investiert nicht nur in nachhaltige Gebäude – die neue Immobilie am Hauptsitz wurde in Holzmodul- bauweise errichtet und hat wie alle anderen auch eine Photovoltaikanlage auf dem Dach – oder Ladesäulen. Sie investiert auch in junge Unternehmen: Als Innovations- partnerin der Gründerplattform Smart Green Accelera- tor in Freiburg unterstützt sie mit einem Start-up-Preis junge Gründer, die ähnlich denken. Für die Elektrizitätswerke Schönau als Unternehmen geht es beim Thema Nachhaltigkeit und Zukunft längst um mehr als saubere Energie. „Aspekte wie Chancengleichheit, Diversität und Empowerment spielen eine immer wichtigere Rolle“, fasst es Petra Völzing zusammen. Gerade, wenn es um die Gewinnung neuer Mit- arbeiterinnen und Mitarbeiter gehe. „Es gibt da viele Ansatzpunkte – und das Schöne ist, dass diese auch aus der Mitarbeiterschaft selbst kommen“. mrk Weitere Informationen unter www.ews-schoenau.de Petra Völzing Unternehmenssprecherin Elektrizitätswerke Schönau eG (EWS) Bild: Elektrizitätswerke Schönau

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