Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe Februar'24 -Schwarzwald-Baar-Heuberg

39 2 | 2024 IHK-Zeitschrift Wirtschaft im Südwesten KURZ NOTIERT Die Andreas Hettich GmbH & Co. KG mit Sitz in Tuttlingen hat die Philipp Kirsch GmbH aus Willstätt-Sand bei Offenburg zu 100 Prozent übernom- men. „Unsere ähnliche Geschäftsphi- losophie und Unternehmenskultur, geprägt von einem hohen Qualitäts- verständnis, langfristigem Denken und Handeln sowie derWertschätzung un- serer Mitarbeiter und Geschäftspartner, bilden das Fundament dieser strategi- schen Partnerschaft“, erklärte Jochen Kopitzke, der auch weiterhin Ge- schäftsführer der Philipp Kirsch GmbH bleiben wird. Der Hersteller von Kühl- und Gefrierlösungen für das Gesund- heitswesen und Labore beschäftigt 75 Mitarbeiter. Für Hettich, ein nach eige- nen Angaben führender Hersteller von Laborgeräten, sind über 450 Mitarbei- ter an sechs Standorten tätig. Die Karl Storz SE & Co. KG aus Tuttlingen hat den britischen Soft- warehersteller Innersight Labs Ltd . (ISL) mit Sitz in London übernom- men. Das Tuttlinger Medizintechnik- unternehmen erweitert damit sein Portfolio, das bisher Endoskope und integrierte Komplettlösungen für den Operationssaal umfasste, um ein KI- Produkt: ISL hat die Software Inner- sight3D entwickelt, die es Chirurgen ermöglicht, ein patientenspezifisches 3D-Modell aus einem CT- oder MRT- Scan zu erstellen. 40 Jahre Tanzschule Gutmann GbR in Freiburg: 1984 gründeten Peter und Anneliese Gutmann das Unterneh- men, welches sie 1998 an ihre ehe- maligen Schüler Matthias Blattmann, Johnny Schmidt-Brinkmann und Christian Spengler übergaben. In den Folgejahren wurde das Unternehmen in die Tanzschule Gutmann, Gutmann Events und Gutmann Gastronomie unterteilt.Wöchentlich werden bis zu 300 Tanzkurse für rund 10.000 akti- ve Tanzbegeisterte aus der Freiburger Region veranstaltet. Heute beschäf- tigt die Gutmann Gruppe rund 150 Mitarbeiter unter anderem in den Be- reichen Tanzen, Events, Gastronomie und Grafik. 75 Jahre Dr. Walser Dental GmbH Mit Expertise und Engagement RADOLFZELL. Es ist eine Anzeige in der Wirtschaft im Südwesten, die vor knapp 26 Jahren die Weichen des Herstellers für zahn- ärztliche Instrumente auf Erfolg stellt. 1998 steht das Unternehmen am Scheideweg: Der Gründer, Zahnarzt Julius Walser, ist bereits 1977 gestorben, sein Sohn und Nachfolger Gerhard Walser 13 Jahre danach. In der WiS sucht Ursula Walser per Chiffre einen Käufer – und Gerhard Daiger, in der Medizintechnik als Manager und Coach aktiv, ist interessiert, „obwohl ich nicht wusste, was die Firma ge- nau machte“, erinnert er sich. Doch der Wille, Unternehmer zu werden, ist groß: „Seit meiner Jugend war es mein Wunsch, mich selbststän- dig zu machen.“ Doch das erste Gespräch über den Firmen- kauf wurde von der Geschäftsleitung abge- sagt, da alle Mitarbeiter gekündigt und die Schließung des Medizintechnikherstellers beschlossen war. Daiger kämpfte um Firma und Mitarbeiter. Es gelang ihm, die Unter- nehmensführung vom Verkauf zu überzeu- gen. Und doch fängt er fast bei null an. Die Konstruktionszeichnungen der Werkzeuge und andere Dokumente sind nicht mehr vor- handen. Alles muss neu erarbeitet werden. Gerhard Daiger zieht allein an den Bodensee, holt die Mitarbeiter ins Boot und baut das Unternehmen an einem neuen Standort im Industriegebiet Nord in Radolfzell auf. Mit Erfindungen Trends setzen Den Grundstein für das heute international aktive Unternehmen hatte 1948 der Zahn- arzt und Entwickler Julius Walser gelegt. Er gründete die Dentalfabrikation, weil ihm die bestehenden Hilfsmittel für zahnmedizinische Behandlungen nicht optimal erschienen. Zu seinen Erfindungen zählen unter anderem eine Inlay- und Stiftpinzette, der Injecto-Löffel und die Walser Zahn-Matrize mit dazugehöriger Matrizenzange. Matrizen und Zange, die seit- dem kontinuierlich weiterentwickelt wurden, bilden das Fundament des erfolgreichen Her- stellers – damals wie heute. Zum Einsatz kommt eine Matrize immer dann, wenn etwa eine Füllung gemacht werden muss, erklärt Daiger: „Eine Zahnmatrize umschließt den Zahn und hält das Füllmaterial an Ort und Stelle. Damit werden die benachbarten Zähne bei der Behandlung geschützt.“ Das Anlegen dieser „Schalung“ ist allerdings umständlich und oft für die Patienten schmerzhaft, weil die Matrize exakt mit Keilen eingepasst wer- den muss und das empfindliche Zahnfleisch in Mitleidenschaft gerät. Anders die Walser- Matrize, die sich mit Hilfe der Walser Matri- zenzange mit nur einer Hand einsetzen und herausnehmen lässt. Da sie sterilisierbar und mehrfach verwendbar ist, schont sie die Um- welt. „Das macht sie einzigartig“, erklärt der Firmenchef. Zahnärzte in aller Welt setzen auf die Produkte aus Radolfzell, die ursprünglich alle patentiert wurden. Seit der Übernahme 1999 haben Gerhard Daiger und sein Team 431 Innovationen umgesetzt, neue Produkte auf den Weg gebracht und auf internationalen Dental-Messen vorgestellt. Auch die Marke Walser hat der Firmenchef weltweit angemel- det und schützen lassen. Heute liefert die Dr. Walser Dental Matrizen und Co. in mehr als 125 Länder. Umsatz oder Gewinn werden nicht veröffentlicht. Wichti- ger sind Daiger die „durchgehend hohe Pro- duktqualität“, die seit 25 Jahren gegen Null gehende Reklamationsrate, der exzellente Ruf und das soziale Engagement seines Un- ternehmens. Allein in den vergangenen 20 Jahren hat man über 100 Auszeichnungen erhalten. 2023 wurde Walser Dental beim Mittelstandspreis für soziale Verantwortung zum 17. Mal in Folge ausgezeichnet, berichtet der 65-Jährige. Patrick Merck 1998 kauft Gerhard R. Daiger die „Dr. Walser Dental GmbH“ und macht sie zu einem global aktiven Unternehmen. Gut 75 Jahre nach der Gründung als „Dr. J. Walser Dentalfabrikation“ 1948 bedient Walser Dental Kunden in mehr als 125 Ländern mit Spezialprodukten. Gerhard R. und Beate Daiger mit Uwe Böhm von der IHK Hochrhein-Bodensee bei der Übergabe der Jubiläumsurkunde zum 75. (v.l.)

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