Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe Februar'24 -Schwarzwald-Baar-Heuberg

15 2 | 2024 IHK-Zeitschrift Wirtschaft im Südwesten GOCONUT Valentin Angst , Valentin Lahr , Patrick Schmidt und Caroline Weng sind keine Gründer im klassischen Sinn. Vielmehr sind sie die Auserwählten, in deren Hände die Interstuhl Büromöbel GmbH & Co. KG in Meßstetten den Aufbau ihrer 100 -prozentigen Tochte r, der „goconut GmbH & Co. KG“ ( www.goconut.com) , gelegt hat. Im September 2022 wurde das Corporate-Start-up gegrün- det, dessen Entstehen dem glücklichen Zusammentreffen zweier Projekte zur denkbar günstigsten Zeit zu verdan- ken ist. So hatte sich zum einen Interstuhl damit befasst, wie künftig – Stichwort New Work – Mobiliar für Büros, aber auch ein entsprechendes Workplace-Management aussehen könnten. „Dabei war von vornherein klar, dass dies nicht in den Strukturen des großen Unternehmens gemacht werden kann“, berichtet Valentin Lahr, Head of Sales & Marketing. Mehr oder weniger gleichzeitig kam die „user generated design GmbH“ aus Konstanz auf In- terstuhl zu: Im Rahmen eines anderen Projekts hatte sie quasi als Abfallprodukt den Grundstein für ein Buchungs- tool entwickelt. Daraus entstanden ist ein Organisati- onstool für Unternehmen mit hybriden Arbeitswelten: „Goconut organisiert moderne Arbeit, schafft Transparenz im Team und bringt Menschen zurück ins Büro“, so Va- lentin Lahr. Konkret bedeutet das: Goconut-User buchen Arbeitsorte, planen Homeoffice, finden den passenden Platz für kreatives Arbeiten, reservieren Meetingräume, buchen Parkplätze und E-Ladesäulen.Außerdem bietet das Tool beispielsweise Arbeitszeiterfassung und Urlaubspla- nung. Der Markt für Workplace Management Tools ist laut Valentin Lahr recht aktiv, die Konkurrenz schläft nicht. So musste seit der Gründung von Goconut an vielen Ecken nachgesteuert werden. Auch gestalten sich die akquirier- ten Projekte länger als vermutet. „Doch seit Mitte 2023 geht es merklich aufwärts“, freut sich Lahr. Derzeit zählt das Goconut-Team fünf Mitarbeiter, Tendenz steigend. In diesem Jahr soll das Thema New Work ganzheitlich ange- gangen werden, etwa mit der Möglichkeit, Umfragen zu erstellen oder externe Flächen zu buchen. Daniela Santo DER BRUDERHOF Uwe Zell ent- schloss, einen alten Schwarzwaldhof in Menzenschwand, einem Ortsteil von St. Blasien, zu kaufen. Allerdings sollte der Bruderhof ( www.derbruderhof.com ) nicht etwa zum neuen Eigenheim des 46-Jährigen werden, sondern zu ei- nem Ort der Begegnung und des Austausches. Die Idee dafür hatte sich bei Zell über Jahre entwickelt – aufgrund seiner beruflichen Errfahrungen in der Finanzindustrie, mit Start-ups oder bei industrieübergreifenden Projekten. „Dabei ist mir aufgefallen, wie elementar wichtig eine gute Stimmung für ein gutes Zusammenwirken ist. Und dass Kreativität, Agilität und Geschwindigkeit eine solide zwischenmenschliche Basis brauchen“, erklärt Zell. Für all diese Erfolgsfaktoren braucht es einen Raum – den Bru- derhof. Seit 2023 ist der komplett sanierte Schwarzwald- hof nicht nur ein architektonisches Highlight, sondern vor allem ein Seminar- und Retreathaus und ein Kulturdenk- mal in einer atemberaubenden Naturlandschaft. Das Haus bietet Firmen, Projektteams oder Coaches ein besonderes Umfeld, um neben einem fachlichen Austausch auch die zwischenmenschliche Ebene zu stärken.13 Zimmer stehen den Gästen zur Verfügung, ebenso ein Sauna- und Well- nessbereich.Auch wenn laut Zell die ersten Monate etwas schleppend waren, so strahlt der Bruderhof mittlerweile weit über die Grenzen St. Blasiens hinaus: Nicht nur Tat- ort-Szenen wurden dort gedreht, auch Ministerpräsident Winfried Kretschmann war mit seinem Kabinett zu Gast. Den Umbau des alten Hofes hat Uwe Zell mit Hilfe von ELR-Mitteln und Denkmalschutzförderung gestemmt, den Großteil der Finanzierung aber selbst getragen. Seine Ziele für die Zukunft: „Jetzt gilt es, den Bruderhof als Seminar- und Retreat-Location zu etablieren.Wir arbeiten nun auch mit Firmen, Change-Makern und Coaches zusammen, um neue Formate zu entwickeln. Außerdem möchte ich das Momentum, das um den Bruderhof herum entstanden ist, nutzen, um ein Ökosystem aufzubauen und damit einen Impuls für die Region setzen.“ Daniela Santo Das aktuelle Goconut-Team: Robert Straubmüller, Caroline Weng, Valentin Lahr, Patrick Schmidt (hinten, v.l.), Valentin Angst und Steffi Bürk (vorn) Uwe Zell in seinem neuen alten Schwarzwaldhof in Menzenschwand

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