Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe Januar'24 - Hochrhein-Bodensee
4 IHK-Zeitschrift Wirtschaft im Südwesten 1 | 2024 Zahl des Monats Jedes vierte ... Unternehmen, das eigentlich Menschen mit Behinderung beschäf- tigen müsste, tut dies nicht und zahlt lieber die Ausgleichsabgabe. Diese Zahl findet sich im aktuellen, elften „Inklusionsbarome- ter Arbeit“ der Aktion Mensch und des Handelsblatt Research Institutes. 39 Prozent der Betriebe besetzen dagegen alle ihre Pflichtarbeitsplätze – das klingt zunächst mal nicht so schlecht, ist tatsächlich aber der niedrigsteWert seit Erscheinen des ersten Inklusionsbarometers. Mit Blick auf die Beschäftigungschancen von Menschen mit Be- hinderung stellt das Barometer fest, dass die Arbeitslosenquote bei Menschen mit Handicap 2022 zwar auf einen Tiefstwert von knapp unter elf Prozent gesunken ist – damit liegt sie aber immer noch mehr als doppelt so hoch wie die allgemeine Arbeitslosen- quote – die zudem im Vergleich stärker gesunken ist, stellt der Bericht fest. Und: Menschen ohne Behinderung haben eine mehr als doppelt so hohe Chance, einen neuen Arbeitsplatz zu finden als Menschen mit einer Einschränkung. uh Das komplette Inklusionsbarometer Arbeit zum Herunterladen unter www.aktion-mensch.de/inklusion/ arbeit/zahlen-daten-fakten Geschäftsmodellkonfigurator Digitale Stellschrauben für das eigene Business finden D igitalisierung, Transformation, Künstliche Intelligenz – Schlag- worte, die mittlerweile auf jeder Vortragsagenda und in jedem Wirtschaftsbeitrag vorkommen. Die Relevanz dieser Themen haben die meisten Unternehmen verinnerlicht, doch oftmals hapert es an der Umsetzung. Nicht zuletzt, weil gerade kleinen und mittleren Betrieben die Ideen fehlen, wie, was und wo sie in ihrem Business damit anfangen sollen. Einen spannenden Helfer für dieses Problem haben Wissenschaftler der Universität Siegen entwickelt und das Kompetenzzentrum Smart Services, das beim Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO angesiedelt ist, stellt ihn auf seiner Webseite kostenlos zur Verfügung: den Geschäftsmodellkonfi- gurator. Unternehmen beantworten hier verschiedene Fragen zu ihrem Business. Das Tool analysiert zunächst, aus welchen Komponenten das Geschäftsmodell aktuell besteht – eine Bestandsaufnahme, die vielen Unternehmen und ihren Transformationsberatern ganz neue Erkenntnisse vermitteln kann. Anschließend macht der Konfigurator Vorschläge, wie sich das Geschäftsmodell mit Blick auf aktuelle Ent- wicklungen und Anforderungen am Markt weiterentwickeln ließe. Der Konfigurator richtet sich hauptsächlich in KMU aus Handel, Handwerk und Dienstleistung. Teil 1, die Geschäftsmodellanalyse, ist schon auf Sendung, Teil 2 – der mit den innovativen Vorschlägen – steckt in der Programmierung und soll bald folgen, so die Macher. uh Weitere Infos unter https://smart-service-bw.de/geschaeftsmodellkonfigurator DIHK-Report Fachkräfte 2023/2024 Viele leere Stühle T rotz wirtschaftlicher Stagnation kann jeder zweite Betrieb hierzulande offene Stellen zumindest teilweise nicht besetzen. In wichtigen Zukunftsbranchen ist die Per- sonalnot dabei besonders groß. Das ergibt der aktuelle Fachkräftereport der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK). Die Wirtschaft ist in der Breite von Arbeits- und Fachkräfteengpässen betroffen. Am stärksten gilt dies in der Industrie (54 Pro- zent). In der Bauwirtschaft sind es kaum we- niger (53 Prozent), allerdings hat sich dort die Lage gegenüber dem Vorjahr am deutlichsten entspannt (2022: 58 Prozent). Die Unternehmen mit Stellenbesetzungs- schwierigkeiten suchen am häufigsten ohne Erfolg nach Fachkräften mit dualer Berufs- ausbildung (55 Prozent). Diese sind bran- chenübergreifend gefragt. Die Schwierigkei- ten, Personal mit Weiterbildungsabschlüssen zu finden, haben zuletzt zugenommen. Auch bei Hochschulabschlüssen berichten mehr Unternehmen von Engpässen. Besonders betroffen sind Branchen, die für die Trans- formation der Wirtschaft eine erhebliche Rolle spielen. Schwierigkeiten bei der Stellenbesetzung mit Personen ohne abgeschlossene Ausbildung (35 Prozent) verdeutlichen, dass nicht nur ausgebildete Fachkräfte, sondern zuneh- mend auch Arbeitskräfte mit geringer Quali- fikation in den Betrieben fehlen. Mehr als 80 Prozent der Unternehmen, so ergab die Umfrage, erwarten negative Fol- gen eines Fachkräftemangels. Die Mehrzahl befürchtet, dass es die aktuelle Belegschaft ausbaden muss (siehe auch Grafik). uh Der komplette DIHK-Report Fachkräfte 2023/2024 zum Herunterladen über den Bitly-Link https://bit.ly/3NuMG5v DIHK Report Fachkräfte 2023/2024 9% 15% 16% 18% 22% 23% 40% Einschränkung Angebot / Ablehnung von Aufträgen verstärkte Automatisierung/ Digitalisierung Verlust von Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit Keine Folgen/ kein Arbeits- und Fachkräftemangel Rückgang der Investitionstätigkeit im Inland Verlust an Standortattraktivität in der Region Betriebsaufgabe Verlagerung ins Ausland 59% Steigende Arbeitskosten 60% Mehrbelastung der vorhandenen Belegschaft Welche Folgen erwarten Sie zukünftig durch Arbeits- und Fachkräftemangel für Ihr Unternehmen? Quelle: DIHK-Report Fachkräfte 2023/2024 Bild: Adobe Stock/ ink drop
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