Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe Januar'24 - Hochrhein-Bodensee
18 IHK-Zeitschrift Wirtschaft im Südwesten 1 | 2024 REGIO REPORT IHK Hochrhein-Bodensee 17 Führungswechsel im neuen Jahr Katrin Klodt-Bußmann folgt auf Claudius Marx 20 Fachkräfteeinwanderungsgesetz Neue Regelungen 20 Öffentliche Bekanntmachung Beisitzer der Einigungsstelle / Mitteilung Sachverständigenwesen 21 Vollversammlung der IHK Viel Beifall und ein paar Tränen 22 Öffentliche Bekanntmachung Satzung 25 Öffentliche Bekanntmachung Wirtschaftssatzung 26 Öffentliche Bekanntmachung Beitragsordnung 29 Öffentliche Bekanntmachung Gebührentarif 31 Öffentliche Bekanntmachung Wahlordnung INHALT ist bunter geworden. Zu der positiven Entwicklung in der Region hat sicherlich die hohe Lebensqualität beigetragen. Genau des- wegen kehren viele Menschen, die in der Region aufgewachsen, aber nach der Schulzeit wegzogen sind, mit neuen Ideen in die Heimat zurück. Ist die Nachbarschaft zur Schweiz eine Herausforderung oder ein Segen für die Wirtschaftsregion? Marx: Die Frage kann man nur mit einem klaren „Segen!“ beant- worten. Die Summe der Vorteile, die wir auf beiden Seiten aus einer engen Vernetzung unserer Wirtschaftsräume ziehen, überwiegen haushoch gegenüber den Nachtteilen. Das heißt nicht, dass Nach- barschaft nicht auch mühsam sein kann. Je intensiver der Austausch von Waren und Dienstleistungen, je intensiver der Verkehr von Men- schen, desto höher ist eben auch der Bedarf an Abstimmung und fairem Ausgleich der Interessen. Klodt-Bußmann: Herausfordernd ist bestimmt die Situation, dass die Schweiz kein EU-Mitglied ist. Die Vielfalt im Einzelhandel und in der Gastronomie entlang der Schweizer Grenze ist aber zu ei- nem großen Anteil genau dieser Tatsache geschuldet. Die Nähe zur Schweiz sollten wir immer als Chance begreifen. Auf diplomatischer Seite herrscht zwischen der EU und der Schweiz ein wenig Eiszeit: Wagen Sie beide dennoch eine positive Prognose für die Wirtschaft? Klodt-Bußmann: Angesichts der zahlreichen Gespräche zwischen deutschen und Schweizer Akteuren und dem spürbaren Willen auf beiden Seiten, die enge Zusammenarbeit zu vertiefen, bin ich sehr optimistisch, dass sich die positive Entwicklung der Wirtschaft rund um den Bodensee fortsetzen wird. Marx: Schweiz und EU – das scheint eine „Never Ending Story“ zu sein. Und diese Story zeigt ein wiederkehrendes Muster. EWR- Mitgliedschaft, EU-Beitritt, Flugverkehrsabkommen, Institutionel- les Rahmenabkommen, im ersten Anlauf gelingt uns fast nichts. Aber im Zweiten oder Dritten sind wir dann richtig gut. Weil wir uns eben doch mögen oder wenigstens brauchen. Und weil das so ist, haben wir in keinem Moment wirklich aufgehört, Handel miteinander zu treiben, Forschungskooperationen zu schließen, Arbeitnehmende zu entsenden - auch ohne Abkommen. Vielleicht machen wir es uns in Zukunft ein klein bisschen einfacher. Das wäre schön. Frau Klodt-Bußmann, Sie waren schon um die Jahrtausendwen- de für die IHK tätig. Jetzt kommen Sie zurück. Worauf freuen Sie sich in Ihrer Funktion als Hauptgeschäftsführerin? Klodt-Bußmann: Ganz besonders freue ich mich auf die Vielfalt an Themen und die enge Zusammenarbeit mit den Mitgliedsunterneh- men und der Politik, regional und überregional - und darauf, meine Erfahrungen sowie Expertise aus Wirtschaftskanzleien, Industrie und Hochschule einzubringen. Und ich freue mich, die anstehenden Aufgaben mit den Mitarbeitenden der IHK „anzupacken“. Herr Marx, wie würden Sie beschreiben, was Ihre Nachfolgerin erwartet – „gemähtes Wiesle“ oder Steinbruch? Marx: Weder noch. Ein „gemähtes Wiesle“ gibt es nicht, weil das, was wir in der IHK tun, keinen Anfang und kein Ende kennt, es ist nie „fertig“. Ob Steuern und Abgaben, Infrastruktur, Arbeitsmarkt, Ener- gie oder Bürokratie: Die Rahmenbedingungen für unsere Mitglieds- »Was meine Nachfolgerin erwartet, ist wie eine Kombination aus Staffellauf undMarathon« Claudius Marx
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