Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe Dezember'23 -Schwarzwald-Baar-Heuberg
40 IHK-Zeitschrift Wirtschaft im Südwesten 12 | 2023 UNTERNEHMEN 50 Jahre Tillig Ingenieure GmbH Infrastruktur für die Region DOGERN. Ein Rechenschieber, Fachliteratur, ein Schreibtisch mit zwei Stühlen und eine große Zeichenmaschine, die noch aus seinem Studium stammte: Damit begann Diplom-Inge- nieur Hans-Peter Tillig, unterstützt von seiner Frau Erna in der Buchhaltung, vor 50 Jahren seine Selbständigkeit. Untergebracht war das „Ingenieurbüro Tillig“ im gemeinsamen Wohn- haus in Dogern. Die kleine Gemeinde im Land- kreis Waldshut ist auch heute noch Standort des Unternehmens. Doch das hat sich in den vergangenen 50 Jahren ordentlich verändert. Dabei besinnt sich das Unternehmen auf sei- ne Werte als familiärer Betrieb, verdeutlicht Ralf Mülhaupt. Der Diplom-Ingenieur über- nahm 2004 die Geschäftsführung, nachdem er 1997 als Teilhaber eingestiegen war. So wurden bei der Feier anlässlich des Jubiläums etliche Kollegen ausgezeichnet, die seit mehr als 20 Jahren Teil des Teams sind. Auch der erste Mitarbeiter des Unternehmens, Bern- hard Kunzelmann, gehört dazu, so Mülhaupt erfreut. 1974 wurde er eingestellt und ist „heute noch aktiv und als ‚wandelndes Lexi- kon‘ ein gefragter Berater und Unterstützer“. Die Fachgebiete der Tillig Ingenieure GmbH umfassen Wasserwirtschaft, Verkehr, Inge- nieurbau, Vermessung und Freianlagen, er- läutert Carolin Mülhaupt, die für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist: „Unsere Kom- petenz reicht von der Planung über die Ausschreibung, die Auswahl der beteiligten Un- ternehmen und die Begleitung der Bauarbeiten bis zu deren Abschluss.“ Da es in der Regel aufwendige Projekte sind, fo- kussiert man auf den eigenen Landkreis. „Wir wollen nah an unseren Kunden und deren Vorhaben sein“, sagt sie. Zu den erfahrbaren Projek- ten der Tillig Ingenieure zählen zum Beispiel der fünfarmige Kreisverkehr am Knotenpunkt von B27, K6580 mit Gewerbe- gebiet und einer Ortsstraße in Lottstetten. Begehbar ist die „Laufenburger Acht“. Für das Projekt eines grenzüberschreitenden Rheinuferweges zwischen Laufenburg (Ba- den) und Laufenburg (Aargau) wurden tech- nische Bauwerke wie Hängeseilbrücken und Uferstege geplant, gefertigt und mit einem Hubschrauber eingeflogen. Entwurfsplanung, Genehmigungsplanung, Ausschreibung und die örtliche Bauüberwachung lagen jeweils bei den Spezialisten aus Dogern. Geleitet wird Tillig Ingenieure seit 2021 von Ralf Mülhaupt, seinen Söhnen Patrick und To- bias sowie Andree Binninger. Dort und in der assoziierten Tillig Geomatics GmbH arbeiten 25 Menschen. Ein Erfolg, der auf einer simplen Basis beruht, so Ralf Mülhaupt: „Flache Hierar- chien und gegenseitige Wertschätzung.“ mrk Drei Generationen Tillig Ingenieure beim Jubiläum: Beate und Ralf Mülhaupt, Patrick Mülhaupt, Andree Binninger, Tobias Mülhaupt, Erna und Hans-Peter Tillig (v.l.) Bild: Dori s Dehmel Joint Venture: Sick und Endress+Hauser Kompetenzen bündeln WALDKIRCH. Das deutsche Sensoren- unternehmen „SICK“ und der Schweizer Messtechnikspezia- list Endress+Hauser beabsichtigen zu- sammenzuarbeiten und haben dazu eine Absichtserklärung unterzeichnet. Ziel der strategischen Partnerschaft im Bereich „Cleaner Industries“ ist es, die Analysemesstechnik und Technologien zur Gasdurchsfluss- messung von Sick gemeinsam zu vermarkten und weiterzuentwi- ckeln. Beide Unternehmen sollen 50 Prozent der Anteile am Joint Venture halten und die Unternehmensführung paritätisch beset- zen. Endress+Hauser will sich finanziell beteiligen, technologische Expertise einbringen und neue Vertriebswege öffnen. Sick soll die produktgenerierenden Einheiten seines Geschäftsbereichs „Cleaner Industries“ mit mehreren Entwicklungs- und Produktionsstandorten in Deutschland einbringen. Die offizielle Vertragsunterzeichnung ist für das erste Quartal 2024 geplant. ds Bild: Sick AG Best Practice im Einzelhandel gekürt Konzepte zum Abgucken STUTTGART. Vor gut einem Jahr hatte das Landeswirtschaftsmi- nisterium Einzelhändler aus allen Sparten zum Ideenwettbewerb „Einkaufserlebnisse im stationären Einzelhandel – Best Practices für Baden-Württemberg“ eingeladen. Das Ziel: mit analogen oder digitalen Maßnahmen den stationären Einzelhandel zum Erlebnis zu machen. 31 Konzepte aus ganz Baden-Württemberg erhielten schließlich den Zuschlag und eine 70-prozentige Förderung für die Kosten der Umsetzung. Von diesen 31 wurden nun 23 Einzelhändler von Landeswirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut als Best Practice ausgezeichnet. Drei von ihnen stammen aus dem Südwes- ten: Das Schramberger Bettenhaus Alesi schuf neben einer digitalen Verlängerung der Schlafberatung auch neue Konzeptflächen rund ums Schlafen im Laden selbst. Beim Spielwarengeschäft „Die Eule“ in Konstanz können Kunden wie Mitarbeiter künftig per Smartphone und App weitere Infos zu Produkten abrufen und so eine Vorabbera- tung erhalten (mehr zu beiden Konzepten auf Seite 6). Das Modehaus „ZETT“ in Waldshut-Tiengen digitalisierte sein Schaufenster zu einem interaktiven Touchpoint per Kamera und Bewegungserkennung für Infos und Services nach Ladenschluss. Um anderen Händlern das Nachmachen zu ermöglichen, sollen ab Jahresende auf der Projekt- webseite ( https://ideenwettbewerb-einzelhandel.de) alle ausge- zeichneten Einzelhandelskonzepte näher vorgestellt werden. uh
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