Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe Dezember'23 - Hochrhein-Bodensee

IHK-Zeitschrift Wirtschaft im Südwesten 12 | 2023 REGIO REPORT   IHK Hochrhein-Bodensee 17 IHK-Konjunkturumfrage Nachfragerückgang, hohe Kosten 19 Wirtschaftsjuniorenpreis Ausbildungs-Ass geht an Hago 20 Veranstaltungen Klimaschutz durch Effizienz/ Fachkräfteeinwanderungsgesetz 22 Unternehmer im Ehrenamt Interview mit Gunter Stockkamp 24 Industrie- und Umweltausschuss Mehr Energie- und Klimaschutz 25 Martini-Apéro von IHK und AGV Zusammenarbeit wichtiger denn je 26 Bildungspartnerschaft Berufsorientierung angehen 27 Die Kümmerer der IHK Perspektiven für Zugewanderte 28 Projekt Schichtwechsel Inklusion erlebbar machen 29 Bestenehrung 2023 113 Auszubildende ausgezeichnet 30 Ball der Wirtschaft Netzwerken und Feiern 31 Lehrgänge und Seminare 32 Sachverständigenwesen Öffentliche Bestellung/Vereidigung INHALT chend rückläufig ist der Auslastungsgrad der Kapazitäten in der regionalen Industrie. Er liegt mit nun rund 80 Prozent deutlich unter dem langjährigen Mittel. Zurückhaltendes Kaufverhal- ten im regionalen Handel Die Einschätzung der Geschäftslage im Han- del fällt zu Beginn des Herbstes positiver aus als noch vor einem Jahr. Ein Viertel der Be- fragten beurteilt ihre Lage aktuell als gut, der überwiegende Teil – zwei Drittel – ist zu- frieden. Allerdings berichten 47 Prozent der Händler von gegenüber dem Vorjahresquartal gesunkenen Umsätzen. Noch negativer sieht es beim Konsumverhalten der Kunden aus. Hier berichten drei von vier Händler von zu- rückhaltendem Konsum. Der Lageindex im regionalen Handel verbessert sich trotz wei- ter anhaltend hoher Inflation und Kaufzurück- haltung auf 116 Punkte. Dienstleistungsbereich robust Waren es im Frühjahr rund 5 Prozent der Dienstleister, die von einer schlechten Lage sprachen, so sind dies in der aktuellen Um- frage 13 Prozent. Allerdings hat sich auch der Anteil derer, die von einer guten Lage berichten, im selben Zeitraum von 39 auf 44 Prozent erhöht. Von guten Erträgen sprechen derzeit 56 Prozent der Dienstleister, weitere 35 Prozent sind mit der Ertragslage zufrie- den. Die derzeitige Tendenz beim Auftragsvolu- men zeigt sich bei 49 Prozent der Dienst- leistungsbetriebe gleichbleibend. 16 Prozent können ein steigendes Volumen verzeich- nen, bei 35 Prozent ist die Tendenz dage- gen fallend. Der rückläufige Trend dürfte insbesondere auch auf die industrienahen Dienstleistungen zurückzuführen sein, die durch eine schwache Konjunktur unter den Produktionsbetrieben in Mitleidenschaft ge- zogen werden. Erwartungen mau Nochmals zurückgegangen sind die Erwar- tungen der Unternehmen in der Region Hochrhein-Bodensee über den weiteren Geschäftsverlauf. Aktuell sehen 30 Prozent der Betriebe eine schlechtere Geschäfts- entwicklung in den nächsten zwölf Monaten voraus, 57 Prozent rechnen mit einem gleich- bleibenden Verlauf. Die Anzahl der positiv vorausschauenden Unternehmen verringert sich gegenüber der Frühjahrsumfrage von 16 auf 13 Prozent. Am stärksten eingetrübt haben sich die Er- wartungen unter den Produktionsbetrieben. Hier erhöht sich der Anteil der Unternehmen, die mit schlechteren Geschäften rechnen, von 16 auf 35 Prozent, während die Zahl der Optimisten, die mit besseren Geschäften planen, von 21 Prozent auf 17 Prozent zu- rückgeht. Deutlich zurückgeschraubt wer- den dabei die Exporterwartungen. Auch die Erwartungen unter den Dienstleistungsbe- trieben gehen weiter zurück. Unter den Han- delsbetrieben sehen drei von vier Betrieben gleichbleibende Geschäfte voraus, während aktuell rund 16 Prozent eine Verschlechte- rung gegenüber der aktuellen Situation pro- gnostizieren. Risiken werden stärker wahrgenommen Selbst wenn die Unternehmen bei zusätz- lichen Einstellungen vorsichtiger werden, treibt die Suche nach geeigneten Fachkräf- ten den Großteil der Unternehmen im Kam- merbezirk (76 Prozent) um. Dabei werden ins- besondere Fachkräfte mit abgeschlossener Berufsausbildung am Markt häufig vergeblich gesucht. Aufgrund des bevorstehenden Ein- tritts der geburtenstarken Jahrgänge in den Ruhestand wird sich auf absehbare Zeit für die Betriebe keine Entspannung abzeichnen. In der Umfrage geben rund 59 Prozent der beteiligten Unternehmen an, derzeit offene Stellen nicht besetzen zu können, da pas- sende Fachkräfte nicht gefunden werden. Reagieren wollen die Unternehmen auf die- sen Fachkräfteengpass insbesondere mit verstärkter Ausbildung (51 Prozent) und der Steigerung der Arbeitgeberattraktivität (51 Prozent). Sorgen machen sich immer mehr Unternehmen um die Inlandsnachfrage (64 Prozent) und um die steigenden Arbeits- kosten (53 Prozent). Beide Risiken sind gegenüber der Frühjahrsumfrage nochmals gestiegen. Weiter bleiben auch die Energie- preise nach wie vor eines der am häufigsten genannten Geschäftsrisiken (57 Prozent der Unternehmen). Allerdings hat der Druck im Vergleich zum Vorjahr nachgelassen. Hier bleibt abzuwarten, wie volatil die Märkte in den kommenden Wochen auf die geopoliti- schen Geschehnisse reagieren werden. hw Ausführliche Dokumentation unter www. ihk.de/konstanz Alexander Graf Geschäftsführer, Leiter Geschäftsfeld Region entwickeln 07622 3907-213 alexander.graf@konstanz.ihk.de Ϭ ϭϬ ϮϬ ϯϬ ŶĞŝŶ͕ ĚĞƌnjĞŝƚ ŬĞŝŶ WĞƌƐŽŶĂůďĞĚĂƌĨ ŶĞŝŶ͕ ŬĞŝŶĞ WƌŽďůĞŵĞ ďĞŝ ĚĞƌ ĞƐĞƚnjƵŶŐ ũĂ ĂĚĞŶͲtƺƌƚƚĞŵďĞƌŐ ϰϬ ϱϬ ϲϬ ϳϬ ϴϬ й ZĞŐŝŽŶ ,ŽĐŚƌŚĞŝŶͲ ŽĚĞŶƐĞĞ Unternehmen, die derzeit offene Stellen längerfristig –auf Grund nicht passender Fachkräfte nicht besetzen können – & ,> E E hEd ZE ,D E & ,<Z &d ͍ ŝŶƐŐĞƐĂŵƚ ŝŵ ƌĞŐŝŽŶĂůĞŶ sĞƌŐůĞŝĐŚ Quelle: Herbst-Konjunkturumfrage der IHK Hochrhein-Bodensee

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