Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe November'23 -Schwarzwald-Baar-Heuberg
37 11 | 2023 IHK-Zeitschrift Wirtschaft im Südwesten UNTERNEHMEN Innenstadt“, wo der Laden in der Rathaus- gasse lange von Orientteppichen und edlen Seidenstoffen lebte, hinaus an den südlichen Stadtrand. 2008 legte er hier die Standorte zusammen: Das Pssst-Bettenhaus, vom Vater 1988 gegründet und von Ehefrau Constanze Frese geleitet, war bereits in der Basler Straße. Neben der unternehmerischen Herausforde- rung spielt immer die ästhetische Komponente eine Rolle: „Tolle Materialien, mit denen es Spaß macht, zu arbeiten“, optische Kriterien, die Qualität der Stoffe zum Schlafen, Wohnen oder Möbelpolstern – Philipp Frese beobach- tet gerade wieder eine gewisse Tendenz zum Textil. „Das gehört wegen der Gemütlichkeit zu einer guten Einrichtung einfach dazu.“ Das Unternehmerpaar nimmt sich viel Zeit für Lie- feranten, Ware und Sortiment – die Expertise besteht unter anderem darin, das beste Preis- Leistungs-Verhältnis zu finden. Harte Zeiten für kleine Firmen Eine Hochzeit hatte die Firma Frese Mitte der 1970er-Jahre. Damals gab es 20 Mitarbeiter, heute sind es noch acht und keine Azubis mehr. Bewerber gibt es, aber die Ausbildung ist aufwändig – wie das Handwerk in der Werk- statt, wo Vorhänge genäht und Möbel bezogen werden. „Um in der Branche handwerklich gut zu sein, braucht man vier bis fünf Jahre, und es ist uns nicht gelungen, die Ausgebildeten im Betrieb zu halten“, so der Geschäftsführer. Viele seien in andere Bereiche gewechselt, da sie sehr vielfältig ausgebildet worden seien. „Dafür ist Ausbildung einfach zu teuer. Die Kosten müssten stärker gefördert werden.“ Es ist nicht einfacher geworden, erfolgreich am Markt zu bestehen. Eine ganze Reihe von Wettbewerbern ist bereits verschwunden. Gerade kleinere Unternehmen belastet die Bürokratie, vor allem bei Ausschreibungen und Aufträgen von öffentlichen Kunden – der Aufwand hat sich vervielfacht in den vergan- genen Jahren. Auch der Fachkräftemangel ist ein Thema, das die Zukunft unsicher macht. Deshalb ist es Philipp Frese wichtig, eine Stimme für die mittelständische Wirtschaft zu sein, ehrenamtlich 16 Jahre als Präsident des Handelsverbandes und in der IHK als Mitglied der Vollversammlung und als Vorsitzender des Handelsausschusses. Es ist keine Liebhaberei, das Unternehmen muss gewinnbringend bleiben – so lange wird es den Inneneinrichter Frese auch wei- ter geben. Die Liebe zu den Produkten, der Dialog mit den Kunden und eine idealistische Komponente haben Philipp und Constanze Frese sich erhalten. Auch sie ist Volkswir- tin. Sie teilen sich das klassische Geschäft mit der Raumausstattung, das Bettenhaus und die Verwaltung der eigenen Immobilien. Und sie sind ein eingeschworenes Team: gut organisiert in unbedingtem Vertrauen. Das Ziel ist, in der Nische gut und profitabel zu bleiben. Mirjam Fischer Oben: Schwarzweißaufnahme von 1924. Das Einrichtungshaus Frese mit Perserteppichen und Brokat an den Wänden für gehobene Kundenansprüche. Rechts: In ihren Polsterwerkstätten setzen Freses auf Handarbeit und jahrzehntelange Erfahrung. KURZ NOTIERT Die Stiegeler Internet Service GmbH aus Schönau hat den Zuschlag für einen 58-Millionen-Euro-Kredit bei der Bank Kommunalkredit Austria AG erhalten. „Die Kreditbewilligung zeigt, dass wir mit unseren Zielen und Ideen genau auf dem richtigen Weg sind“, so die Geschäftsführer Felix und Ma- rina Stiegeler. Der Internetanbieter will damit in den Breitbandausbau der Region investieren, um weitere Gemeinden im ländlichen Raum über ein Glasfasernetz mit zukunftsfähigem Internet zu versorgen und eigene DSL- Netze zu überbauen. In den nächsten Jahren sollen die eigenen und bereits gestarteten Ausbauprojekte in Hart- heim, Schallstadt-Mengen, Laufenburg, Küssaberg, Lauchringen, Dogern und Eggingen vorangetrieben und abge- schlossen werden. Neue Filiale: Das Goldkontor Baden mit Sitz in Emmendingen hat vor Kur- zem eine Dependance in Bad Krozin- gen eröffnet. Der Ankauf von Edelme- tallen erfolgt nun an insgesamt sieben Standorten in Südbaden. Außerdem bietet das Familienunternehmen unter der Führung von Harald Kioschus und Moritz Kioschus in einzelnen Filialen den Verkauf von Edelmetallen (Ober- ried), einen Schließfach- und Tresor- service (Oberried, Bad Krozingen und Freiburg) sowie Erbverwertung (Tenin- gen-Köndringen) an. Die Freiburg-Wirtschaftsimmobili- en GmbH & Co. KG (fwi) feiert ihr 30-jähriges Bestehen. Die gemein- same Tochter der Sparkasse Frei- burg-Nördlicher Breisgau und der Freiburg Wirtschaft Touristik und Messe (FWTM) vermittelt gewerblich nutzbare Immobilien zum Kauf oder zur Vermietung. Weitere Aufgaben- bereiche sind Marktanalyse, Flächen- recycling von Brachflächen, Altlas- tensanierungen, die Erschließung von Nutzungskonzepten sowie die Bewer- tung von Grundstücken. Ziel sei, wie es in einer Pressemitteilung heißt, nicht die kurzfristige Gewinnmaximierung, sondern eine angemessene Ertrags- perspektive. Bilder: Mathias Osti Fotografie (links und rechts unten), privat (rechts oben)
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