Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe Oktober'23 -Südlicher Oberrhein
IHK-Zeitschrift Wirtschaft im Südwesten 10 | 2023 REGIO REPORT IHK Südlicher Oberrhein 17 Förderpreise als Anerkennung Win-Win für Geber und Nehmer 19 Förderung für Weiterbildung Höhere Zuschüsse seit September 20 Meister für Vernetzte Industrie Eine Weiterbildung, die die Fertigung dringend braucht 22 Coworking-Spaces Initiativen laufen in Eschbach und Haslach 23 Azubi-Kampagne Unternehmen können individuelles Werbematerial bestellen 24 Markterkundungsreise Medizintechnik in der Schweiz 25 Veranstaltungen Frauenwirtschaftstage und Mittelstandskongress 26 Deutsch-französische Projekte Futurefinder und Ausbildungsmes- se Colmar 27 Serie: Zukunft Fachkräfte Mit „Go.for.Europe“ Ausbildung aufwerten 28 Breisgau-Hochschwarzwald Unternehmen im Landkreis müssen gelbe Tonne ordern 29 Ministerinbesuch KI-Start-up Aitad punktet mit Embedded KI 30 Veranstaltungen Umsatzsteuer und Außenhandel 31 Lehrgänge und Seminare der IHK INHALT Auch Sascha Jürgensmeier hat die Ausbilder- eignungsprüfung und im Anschluss noch die Zusatzausbildung für die Teamleitung im Wa- reneingang absolviert. Er ist damit ein gutes Beispiel dafür, dass Lernen am besten lebenslang geschieht: Vor seiner Karriere in der Logistik hat der 27-Jährige sich nämlich bereits dreieinhalb Jahre als Karosserie- Instandsetzer ausbilden lassen. Auf die Frage, ob er vom Lernen nicht genug kriegen kann, antwor- tet er: „Nach meiner ersten Aus- bildung habe ich einfach gemerkt, dass das nicht passt für mich. Pri- vat hatte ich Kontakt zu Leuten, die in der Logistik beschäftigt sind und die meinten, ich solle doch zu ihnen kommen.“ Sascha Jürgens- meier kam – und ist geblieben. Wenn er heute in die Zukunft blickt, denkt er über weitere Qua- lifizierungen nach: „Das Thema Weiterbildung bleibt für mich weiter interessant“, zeigt er sich offen. Ob der Förderpreis eine tragende Rolle bei seinen Entscheidungen gespielt hat? „Nur insofern, dass mir die Um- setzung der Weiterbildungen leichter gefallen ist – ich habe Fahrt- und Übernachtungskos- ten während der Weiterbildung damit bezahlt. Aber: Ich wollte auf jeden Fall vorankommen!“ Stifter geben neuen Fachrichtungen Anschub Menschen wie Sascha Jürgensmeier und Pas- cal Schätzle sind für Andreas Treffeisen quasi ein Traum. Der Leiter des Qualitätsmanage- ments beim Elektrogroßhändler Alexander Bürkle in Freiburg war vor einigen Jahren dort Ausbildungsleiter. In dieser Funktion reagier- te er blitzschnell und initiierte den mit 2.500 Euro dotierten „Alexander Bürkle GmbH & Co. KG E-Commerce-Förderpreis“, als die Ausbildung zum Kaufmann im E-Commer- ce geschaffen wurde. Im November 2023 vergibt sein Unternehmen zum dritten Mal den Förderpreis mit der Motivation, „junge Menschen auf ihrem Weg zu unterstützen und auch ihren Ehrgeiz anzufachen, sich kontinuierlich weiterzubilden“, wie Andreas Treffeisen erklärt. Welch große Bedeutung diese Ambition hat und welch positive Wir- kung sie entfaltet, zeigt sich bei Bürkle direkt: „Unsere eigenen Auszubildenden erhielten auch schon Förderpreise und es war einfach klasse zu sehen, was die jungen Leute damit machen: einen Sprachkurs in den USA oder sie qualifizieren sich zum Betriebswirt.“ Das Lernen erleichtern Mit Brigitta Schrempp hat sich in diesem Jahr eine Unternehmerin gerade erst entschie- den, ebenfalls einen Förderpreis zu stiften: „Eigentlich ist unser Land ganz wunderbar. Wir können mit 60 noch Abi machen und mit 80 studieren. Das ist ein riesiges Geschenk, weil wir kontinuier- lich die Möglichkeit haben, uns weiterzuentwickeln“, ist sie über- zeugt. In ihrem Unternehmen, das auf die Entwicklung von ERP- und Business Intelligence Software spezialisiert ist, wurden jahre- lang Bachelor im Dualen Studium ausgebildet. Dies erfährt jetzt eine Ergänzung hin zur verstärkten Ausbildung von Fachinformatikern. Dazu Brigitta Schrempp: „Wir wollen junge Menschen fördern und sie motivieren. Weil das Leben aber Geld kostet und man neben der Ausbildung eben auch noch leben möchte, haben wir uns zur Stif- tung des Gustel-Schrempp-Förderpreises entschlossen.“ Wegbereiter sein Einer der ersten Stifter des Förderpreises war Roland Burtsche, nach dem der mit 5.000 Euro dotierte Preis auch benannt ist. Der Freiburger Hotelier (Colombi Hotel, Hotel Stadt Freiburg) steht heute mit seiner Familie immer noch dafür, mit diesem Anreiz junge Menschen zu Leistungsträgern zu machen und dafür zu sorgen, dass sie Spaß am Beruf und an der Weiterqualifizierung haben. Dazu seine heute als Geschäftsführerin fungieren- de Tochter Kirsten Moser: „Einer unserer Preisträger arbeitet heute bei Käfer in Mün- chen, worauf man durchaus stolz sein darf.“ Stolz darf auch Stefanie Lehmann auf ihre Leistungen sein. Die 25-Jährige schloss eine Ausbildung zur Mechatronikerin ab und hat mit dem mit 2.500 Euro dotierten Förderpreis der Hansgrohe SE für Absol- ventinnen in den technischen Berufen der Metallindustrie aus Betrieben im Ortenau- kreis ihre Ausbildung zur Elektrotechnikerin finanziert. Eine Entscheidung, die sie heute zur Servicetechnikerin beim Unternehmen E.perfect gemacht hat und dank der sie heu- te für eine reibungslose Kundenabnahme von Photovoltaik-Anlagen sorgt. Auch sie ist sich sicher: „Wenn sich etwas anbietet, womit ich mich weiterbilden kann, dann bin ich absolut offen.“ Doris Geiger »Das Thema Weiterbildung bleibt für mich weiter interessant« Sascha Jürgensmeier Dachser, Freiburg Die Förderpreise werden jedes Jahr bei einem sehr stimmungsvollen Bankett vergeben. Bild: Michael Bode
Made with FlippingBook
RkJQdWJsaXNoZXIy MjQ2MDE5