Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe Juli/August'23 -Südlicher Oberrhein
42 IHK-Zeitschrift Wirtschaft im Südwesten 7+8 | 2023 UNTERNEHMEN PERSONALIEN Veränderung in der Geschäftsführung: Bernd Becherer (61, Bild) ist seit Mai alleiniger Geschäftsführer der Hot- mobil Deutschland GmbH mit Sitz in Gottmadingen. Uwe Kettner (63), der zusammen mit Becherer die Doppelspitze ge- bildet hatte, hat sich aus der Ge- schäftsführung zurückgezogen. Kettner will sich laut Pressemitteilung verstärkt seinen Aufgaben innerhalb der „ENERENT- Gruppe “ sowie bei der Mainova AG widmen. Das Unternehmen ge- hört seit 2010 zur Mainova Familie und seit 2022 zur Enerent-Gruppe. Es unterhält bundesweit acht Standorte. Der Mietpark umfasst mehr als 1.600 mobile Energiezentralen. Der Restaurantführer „Gault&Millau 2023/24“ hat zum ersten Mal in seiner 40-jährigen Geschichte eine Frau in der Kategorie „bester Koch des Jahres“ geehrt: Douce Steiner, deren traditionsreicher Hirschen in Sulzburg im Markgräflerland ein „einzigartiger Gunstort von süd- licher Leichtigkeit und badischem Eigensinn“ sei und für seine „klas- sisch grundierte Hochküche für das 21. Jahrhundert“ gefeiert werde. Erstmals gingen in der aktuellen Ausgabe alle sieben besonderen Auszeichnungen an Frauen. Neben der besten Köchin des Jahres kann sich die Region über die Produzen- tin des Jahres freuen: Diese Aus- zeichnung erhielt Judith Wohlfahrt vom Hofgut Silva in Oberkirch. Als Vorreiter einer „Next Generation“, die die deutsche Restaurantland- schaft künftig prägen wird, wurden unter anderem gekürt: Peter Hiller mit der Wolfshöhle in Freiburg so- wie SonjaWagner, Nico Heuer und Yannik Spielmann vom Restaurant Hawara , ebenfalls in Freiburg (mehr zu den Hawaras unter www.wirt- schaft-im-suedwesten.de/themen- trends/gegessen-wird-um-sieben). 130 Jahre Fruchtsaftkelterei Zimmer GmbH Wie das heimische Obst in die Flasche kommt RHEINAU. Als 1893 die Obstbäume im Hanauerland – so nennt sich die Gegend rund um Kehl – dermaßen vollhingen, dass die Bauern mit der Verarbeitung der Früchte nicht hinterherkamen, nutzte der findige Bauer Jakob Zimmer die Gunst der Stunde, gründete eine Mosterei und bot seinen landwirtschaftlichen Kollegen an, ihr Obst zu verflüssigen. Das Geschäftsprinzip – Saftherstellung aus regionalen Früchten - ist in den vergange- nen 130 Jahren gleichgeblie- ben, wobei jede Generation ihren der Zeit entsprechenden Beitrag zur Modernisierung des Betriebes beigetragen hat. Bis heute können Privatper- sonen ihre Äpfel, Birnen, Johannisbeeren mund Sauer- kirschen in der Fruchtsaftkel- terei erntefrisch pressen las- sen und dürfen im Gegenzug als Mostkunden im Saftladen vergünstigt einkaufen. Vor 30 Jahren übernahm Horst Zimmer-Zimpfer, Urenkel des Firmengründers, den Betrieb mit heute 23 Mitarbeitern, seit 2022 wird er in der Geschäftsführung von Sohn Michael unterstützt, der dafür ein Studium der Betriebswirtschaftslehre und eine Weiterbil- dung zum Industriemeister Fruchtsaft und -getränke absolvierte. „Die Saftherstellung erfolgt grundsätzlich in den immer gleichen Schritten: Anliefern, Waschen und Verlesen, Pressen, Filtern, Pasteurisieren, Abfüllen, Verpacken, wobei wir ausschließlich Mehrweg-Glasflaschen verwenden“, erklärt Horst Zimmer-Zimpfer. Die einzelnen Produkti- onsschritte müssen präzise auf die zu verarbeitende Fruchtart ab- gestimmt werden. Denn Äpfel stellen andere Anforderungen an die Verarbeitung als beispielsweise Trauben, auch Sorte und Reifegrad der Früchte spielen eine Rolle. 5.000 Liter Apfelsaft pro Stunde In der Produktionshalle überwacht das Vater-Sohn-Gespann akri- bisch die Produktion mit strengem Blick von der Obstanlieferung bis zum fertigen Saft, Nektar und Apfelwein. Moderne computergesteu- erte Anlagen pressen - je nach Obstart - zwischen 1,5 und 10 Tonnen Früchte in der Stunde. 5.000 Ein-Liter-Flaschen pro Stunde klaren Apfelsafts kann die Anlage abfüllen, bei dickflüssigeren Säften wie Orangensaft sind es bis zu 4.000 Ein-Liter-Flaschen. Allein der Getränketank der Fruchtsaftkelterei Zimmer fasst rund 2,3 Million Liter, so viel wie rund 12.000 Badewannen. Während der reine Abfüllbetrieb das ganze Jahr über läuft, beginnt die heiße Phase der Produktion in den nächsten Wochen, wenn Ende Juni, Anfang Juli die reifen Johannisbeeren und wenig später die reifen Sauerkirschen aus der Region angeliefert und verarbeitet werden. Ende August beginnt dann die Verarbeitung von Äpfeln zu Apfelsaft. nil Horst Zimmer-Zimpfer (Foto) kontrolliert die Äpfel, die bald geerntet werden. »Für das Abfüllen verwenden wir ausschließlich Mehrweg- flaschen aus Glas« Horst Zimmer- Zimpfer
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