Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe Juli/August'23 -Südlicher Oberrhein
41 7+8 | 2023 IHK-Zeitschrift Wirtschaft im Südwesten Weberhaus zieht Bilanz Verhalten otimistisch RHEINAU-LINX. Bescherte die enorme Nach- frage dem Fertighausanbieter „WeberHaus GmbH & Co. KG“ in den Jahren 2018 bis 2021 Rekordum- sätze, fällt die Bilanz 2022 zurückhaltender aus. Das Unternehmen aus dem Ortenaukreis hat laut Presseinformation sein für 2022 selbst gesteck- tes Ziel von 300 Millionen Euro mit einem Umsatz von 315 Millionen Euro überschritten, was einem Wachstum von 7,7 Prozent entspricht. Insgesamt sind im vergangenen Jahr 745 Ein-, Zwei-, und Mehrfamilienhäuser sowie Gewerbebauten von We- berhaus entstanden, zu 90 Prozent in Deutschland, der Rest verteilt sich auf die Schweiz, Luxemburg und Frankreich. Nach den drei vertriebsstärksten Jahren der Unter- nehmensgeschichte sei die Nachfrage nach Fer- tighäusern im Herbst 2022 aber eingeknickt – der Grund: der russische Angriffskrieg auf die Ukraine, der sich negativ auf Preise und Lieferzeiten auswirkt. Besonders die Preise für Rohstoffe wie Aluminium, Kupfer, Stahl und Energie sind laut Geschäftsführerin Heidi Weber-Mühleck rasant angestiegen. Um weiter zuverlässig liefern zu können, wurden Lagerbestände aufgebaut und Bestellprozesse optimiert, teilt das Unternehmen mit. 2022 hat der Fertighausbauer rund zehn Millionen Euro investiert – etwa für ein Ausstellungshaus in der Fertighaus-Welt in Kappel- Grafenhausen und eine weitere Photovoltaik-Anlage am Standort in Rheinau-Linx. Das Familienunternehmen beschäftigt aktuell 1.380 Mitarbeiter, die sich auf das Werk in Rheinau-Linx (1.058) in der Or- tenau und das im nordrhein-westfälischen Wenden-Hünsborn (322) verteilen, 76 davon sind Auszubildende. nil »Preise und Lieferzeiten für Rohstoffe stiegen rasant« Heidi Weber-Mühleck Geschäftsführerin Weberhaus, Rheinau-Linx 25 Jahre Paradiso Überdachungen für Pools NEURIED-ALTENHEIM. Ein glasüberdachter Pool hat viele Vor- teile: Das Wasser erwärmt sich durch die Sonne und muss selte- ner gereinigt werden, weil sich darin weder Blätter noch Insekten ansammeln, die Badesaison verlängert sich um viele Monate. Das inhabergeführte Familienunternehmen Paradiso Systeme GmbH aus Neuried-Altenheim baut Poolüberdachungen nach Kundenwunsch. Das Unternehmen produziert und liefert seine individuell angefertigten Konstruktionen nach ganz Europa, die optional mit solarbetriebenen Motoren über Funk oder Smartphone-App gesteuert werden können. Der Full-Service-Anbieter, der in diesem Jahr sein 25-jähriges Beste- hen feiert, beschäftigt 45 Mitarbeiter und berät seine Kunden von der Planung über die Herstellung, Lieferung und Installation, wobei jede Überdachung – die Modelle gibt es bis 8,5 Meter Breite und 30 Meter Länge in vielen Höhen und Ausführungen - an den vorhandenen Pool und dessen Umgebung an- gepasst wird. Auf diese Weise werden rund 280 Überdachungen pro Jahr angefertigt. Laut Firmenangaben ist Paradiso der einzige Anbieter von hagelsicheren Zwei-Scheiben Verbundsicherheits-Ver- glasungen. Auf dem 24.000 Quadratmeter großen Firmengelände erstrecken sich auf 2.500 Quadratmetern die Werksausstellung mit Schaugarten, Entwicklung, Fertigung, Vertrieb, Verwaltung sowie ein 6.400 Quadratmeter großes Materiallager. 85 Prozent des Ener- gieverbrauches wird mit Photovoltaikanlagen auf den Dächern der Firmengebäude produziert. Die Entwicklungsabteilung von Paradiso hat jüngst flache und kubische Bauformen entworfen. nil Ein Pooldach von Paradiso Gärtnerei Piluweri mit 2,4 Millionen-Euro-Investition Abokisten statt Wochenmarkt HÜGELHEIM. In der Gärtnerei Piluweri wird gerade frisch geernteter Mangold ge- putzt. Zwei Mitarbeiterinnen stehen dafür an einer Gemüsewaschanlage, auf die sie die tiefgrünen Blätter behutsam legen. Auf der sich drehenden Konstruktion werden sie sanft abgespritzt - einmal im Kreis und die Erdreste sind weggespült. Pestizide gibt es hier generell keine – die Piluweri GbR pro- duziert nach strengen Bio-Richtlinien. Jetzt muss der Mangold noch abtropfen und kann ins Lager. Gegründet wurde die Gärtnerei mit heute 80 Mitarbeitern 1996. Statt die Waren auf Wochenmärkten anzubieten, wird der Hofverkauf durch die Lieferung von Gemü- sekisten ergänzt. Damit Zucchinis, Tomaten und Co. optimal gelagert werden, hat Piluweri 2,4 Millionen Euro in eine neue Halle inves- tiert, die vor Kurzem eingeweiht wurde. Horst Ritter, der mit Michael Pickel, Matthias Lud- wig und Richard Specht die Geschäfte führt, ist besonders stolz auf das Energiekonzept, das für die Halle entwickelt wurde: „Die CO 2 - Kühlung kommt ohne schädliche Kältemittel aus, auf dem Dach sammeln wir Regenwas- ser.“ Ebenfalls dort – eine 51 Kilowatt-Peak (KWp)-starke Photovoltaikanlage, die mit zwei anderen Anlagen bis zu 100 KWp erzeugt. In den Abokisten: selbst Angebautes, Obst von benachbarten Bio-Betrieben und weite- re Bio-Produkte, die zur Piluweri-Philosophie passen. Bis zu 80 Gemüsekisten pro Tour wer- den im Gebiet zwischen Freiburg und Lör- rach an Privathaushalte, Büros, Arztpraxen, Kindergärten oder Abstellorte in Kulturein- richtungen oder Cafés geliefert. Im Moment beschäftigt die Gärtnerei vier Auszubildende, der Umsatz liegt bei rund 2,3 Millionen Euro. Im Vergleich zum Vorjahr ging der Umsatz um fünf Prozent zurück, was Horst Ritter ange- sichts der Umsatzrückgänge in der gesamten Biobranche als „moderat“ bezeichnet. Die Gärtnerei gehört dem Anbauverband De- meter an, der seinen Mitgliedern strengere Richtlinien auferlegt, als es die gesetzlichen Grundlagen der EU-Öko-Verordnung vorge- ben. Artegerechte Tierhaltung ist Pflicht, der Einsatz von Dünge- und Pflanzenschutz- mitteln streng geregelt, die Enthornung von Rindern ist verboten. „Demeter hat die an- spruchsvollsten Regeln in der Bio-Landwirt- schaft“, erklärt Horst Ritter. nil Die neue Halle der Demeter-Gärtnerei Piluweri.
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