Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe Juli/August'23 - Hochrhein-Bodensee

18 IHK-Zeitschrift Wirtschaft im Südwesten 7+8 | 2023 REGIO REPORT IHK Hochrhein-Bodensee 17 Konjunkturbericht Stagnation statt positiver Dynamik 20 Unternehmer im Ehrenamt Hilfe für junge Auszubildende in Konfliktsituationen 21 Aus- und Weiterbildung Prüferehrung in Konstanz 22 Öffentliche Bekanntmachungen Besondere Rechtsvorschriften für die Prüfung „Privates Vermögens- management“ 24 Startup Lounge #33 Erfolgreich gründen 26 Wirtschaftsbündnis für Gäubahn Ausbau statt Stillstand 27 Jetzt #könnenlernen Ausbildungsmagazin komplett überarbeitet 28 Absolventenfeier Weiterbildung „Schreiben Sie Erfolgsgeschich- ten!“ 29 IHK-Verkehrsausschuss Klimaschutz in der Logistik INHALT auf 35 Prozent. Insgesamt berichten somit wieder mehr Produktionsbetriebe von einer fallenden Tendenz im Auftragseingang (35 Prozent) als von einer steigenden Tendenz (20 Prozent). Regionaler Handel ohne Impulse Eingetrübt hat sich die Geschäftslage im regionalen Handel. Waren es zu Jahresbe- ginn noch 35 Prozent der Händler, die von guten Geschäften sprachen, so sind dies aktuell nur noch 13 Prozent. Gleichzeitig zeigt sich der Anteil der Betriebe, die sich in einer schlechten Geschäftslage befinden, bei rund neun Prozent unverändert. Dabei berichtet rund ein Drittel der Betriebe von gegenüber dem Vorjahresquartal gestiege- nen Umsätzen. Etwas verbessert hat sich die Einschätzung der Ertragslage bei den be- fragten Händlern. Diese wird von 70 Prozent als befriedigend und von 13 Prozent mit gut angegeben. Der private Konsum ist aufgrund der hartnäckigen Inflation aber deutlich ins Stocken geraten. Entsprechend wird das Kaufverhalten der Kunden von 69 Prozent der Befragten aktuell als zurückhaltend und nur von 31 Prozent als saisonüblich einge- schätzt. Dienstleistungsbereich wieder einheitlicher Der Lageindex im Dienstleistungsbereich zeigt sich seit Jahresbeginn stabil und liegt aktuell bei 134 Punkten. Dabei hat sich die Zahl der Dienstleister, die von einer schlech- ten Geschäftslage sprechen, von 18 auf fünf Prozent verringert. Der Anteil derer, die von einer guten Lage sprechen, ist ebenfalls von 55 auf 39 Prozent zurückgegangen. Mit der Lage zufrieden sind aktuell 56 Prozent. Ähn- liches gilt für den Umsatz, bei dem nur noch 14 Prozent einen Rückgang und 53 Prozent einen Anstieg gegenüber dem gleichen Vor- jahresquartal verzeichnen. In diesen Zah- len dürften sich insbesondere die positiven Post-Pandemie-Nachholeffekte der perso- nenbezogenen Dienstleister bemerkbar machen. Diese Nachholeffekte scheinen aber bereits aufgebraucht zu sein. Denn im Auftragseingang sinkt der Anteil der Dienst- leister mit tendenziell steigendem Volumen und beträgt aktuell nur noch rund 14 Pro- zent, während mehr als ein Viertel von ei- nem fallenden Auftragsvolumen berichtet; bei mehr als jedem zweiten Dienstleister zeichnet sich momentan ein gleichbleiben- des Auftragsvolumen ab. Trübe Erwartungen Die Geschäftserwartungen in der Region Hochrhein-Bodensee haben sich gegenüber Jahresbeginn weiter eingetrübt. Der Saldo (die Differenz zwischen den guten und den schlechten Erwartungen) sinkt von minus zwei auf minus fünf Punkte. Aktuell sehen 63 Prozent der Unternehmen für die kommenden zwölf Monate gleichbleibende Geschäfte vo- raus, 21 Prozent rechnen mit einem schlech- teren Geschäftsverlauf. Die Zahl der optimis- tischen Einschätzungen sinkt von 23 auf 16 Prozent. Insgesamt sind also weiterhin mehr Unternehmen pessimistisch als optimistisch. Es fehlt ein nachhaltig positiver Schub. Unter den Produktionsbetrieben sind die Erwartungen in Bezug auf die weitere Ge- schäftsentwicklung rückläufig. Der Index für die Geschäftserwartungen sinkt von 114 auf 104 Punkte. Der Anteil der Produktionsbe- triebe, die von einem gleichbleibenden Ge- schäftsverlauf ausgehen, bleibt gegenüber dem Jahreswechsel konstant bei 63 Prozent. Die Anzahl der Produktionsbetriebe, die eine Verbesserung der Geschäfte in den kommen- den zwölf Monaten erwarten, sinkt von 25 auf 21 Prozent; gleichzeitig steigt die Anzahl der Betriebe, die mit schlechteren Geschäften rechnen, von zwölf auf 16 Prozent. Die Export- erwartungen gehen zurück, dennoch sieht knapp ein Viertel der Industriebetriebe weiter steigende Exporte voraus. Ein weiteres Viertel der Betriebe geht von fallenden oder keinen Exporten in den kommenden Monaten aus. Deutlich pessimistischer sind die Prognosen unter den Dienstleistungsbetrieben im Kam- merbezirk. Hier geht die Zahl der Optimis- ten von 28 auf 17 Prozent zurück, während diejenigen, die eine Verschlechterung in den kommenden Monaten erwarten, von 24 auf 31 Prozent zunehmen. Bei den Handelsbetrieben rechnen 81 Prozent mit gleichbleibenden Geschäften. Betriebe mit positiveren oder negativeren Erwartungen be- züglich des weiteren Geschäftsverlaufes hal- ten sich im Handel ungefähr die Waage. Auf- grund der anhaltend hohen Inflation rechnen die Handelsbetriebe nicht mit einer baldigen Besserung des Kaufverhaltens. Was die Investitionsabsichten im Inland be- trifft, bleiben die Unternehmen weiter vorsich- tig. Insgesamt liegen die Planungen unter dem langjährigen Mittel. Dabei zeigt sich insbe- sondere unter den Produktionsbetrieben ein Rückgang bei den geplanten Investitionen. So hat sich gegenüber der letzten Befragung die Zahl der Produktionsbetriebe, die mit abneh- menden Inlandsinvestitionen planen, von 27 auf 41 Prozent erhöht. Neben der Ersatzbe- schaffung (74 Prozent) stehen insbesondere Bild: Adobe Stock - b_lanka

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