Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe Juni'23 -Südlicher Oberrhein
6 | 2023 IHK-Zeitschrift Wirtschaft im Südwesten 17 REGIO REPORT IHK Südlicher Oberrhein K indern den beruflichen Alltag zu spiegeln, ist eine Schnitt- stellenaufgabe der IHK“, sagt Christa Schmid. Sie betreut das IHK-Berufsorientierungsprogramm „Praxiswerkstatt“. In Kooperation mit Haupt- und Werkrealschulen finden Schüler so den Weg zu einem zweiwöchigen Schnupperaufenthalt in den Ausbildungs- werkstätten der IHK-Akademie Südlicher Oberrhein beziehungsweise in der Gewerbeakademie der Handwerkskammer Freiburg in Appen- weier und beim Internationalen Bund in Freiburg. Auf diese Weise erhalten die Jugendlichen einen lebendigen, authentischen Einblick in die Ausbildungsrealität. Schnittstellen benötigen aber auch „Schnitt-Menschen“. „Nur zugu- cken, was Auszubildende in bestimmten Berufen tun, ist nicht aus- reichend. Wer von der Schule in den praktischen Alltag eingeladen wird, will auch ganz praktisch was machen“, ist Jutta Mack-Engler überzeugt. Sie spricht aus Erfahrung, denn die ehemalige Bürokauffrau ist zugleich Coach und Erlebnispädagogin und eine der Dozentinnen bei der IHK Südlicher Oberrhein, die sich in der Berufsorientierung für Schüler engagieren. Was ihr Antrieb ist für dieses Amt? „Es ist toll, Anteil nehmen zu dürfen, wenn junge Menschen aufwachen. Wenn sie neugierig werden darauf, wie es ist, selbst etwas zu gestalten. Ich glaube, der wesentliche Anteil unserer Dozententätigkeit besteht darin, Impulse zu geben.“ Das sieht auch ihr Kollege Gerhard Vester so. Der 70-Jährige ist heute Coach, Trainer und seit 15 Jahren Dozent bei der IHK. Der Informatiker trifft dabei mitnichten auf Computer-Cracks, wenn er mit den zwölf- bis 14-jährigen Jugendlichen zu tun hat: „Die können perfekt zocken, sind fit an Smartphone und Tablet, haben aber fast keine Erfahrungen mehr an einem Desktop-Computer“, blickt Vester auf die Realität. Dass das Bildungssystem vielleicht nicht mehr ganz zu den Kindern passt, sieht er für sich als Motivation: „Es ist toll, zu sehen, wie die Kids im praktischen Bereich engagiert sind, wie stolz sie sind, wenn ihnen eine Programmierung gelingt und sie zu mir kommen, um ihre Leistung zu zeigen.“ Den emotionalen Faktor, der im praktischen Erfahren der Berufe liegt, erfährt Jutta Mack-Engler auch in den Reflexionsgesprächen, die sie im Auftrag der IHK mit den Jugendlichen führt: „Wir fragen ei- „ Wenn der Vater in der Industrie arbeitet oder die Mutter als Mediengestalterin, entsteht automatisch ein Bild vom Beruf der Eltern. Kind weiß irgendwann: Das will ich auch mal werden! Oder eben nicht… Aber was, wenn nach der Schule die Ausbildung ansteht und die Schulabgänger kein Bild haben von dem, was ein Mechatroniker oder ein IT-System-Elektroniker so macht? Das Berufsorientierungsprogramm, kurz BOP, der IHK Südlicher Oberrhein soll diese Wissenslücke bereits in der Schulzeit füllen. Was es dazu braucht: Dozenten mit Freude an der Wissensvermittlung. Die werden gerade von der IHK gesucht. IHK-Dozent beim Berufsorientierungsprogramm BOP Den Unterschied machen »Ich fühle mich durch die Dozenten- tätigkeit näher an der Zukunft und gestalte sie sogar mit« Gerhard Vester BOP-Dozent »Es ist toll, Anteil nehmen zu dürfen, wenn junge Menschen aufwachen« Jutta Mack-Engler BOP-Dozentin Bilder: Adobe Stock/ViDi Studio, (Mitte), privat (links und rechts)
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