Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe Juni'23 -Schwarzwald-Baar-Heuberg

Anzeigenkompendium Prüfer Medienmarketing für die Region Südbaden Wirtschaftsstandort Hochrhein-Bodensee 63 nelle Beziehungen mit dem Nachbarland Schweiz. Dazu gehören unter anderem finanzielle Unternehmensverflechtun- gen, die Exportbeziehung, Tourismus und Freizeit, weiterhin umfangreiche Einkäufe der Schweizer Bürger auf der deutschen Seite und eine hohe Zahl an regionalen Berufspendlern in die Schweiz. Diese umfassten im vier- ten Quartal des letzten Jahres 2022 im Schnitt 48.203 Personen. Das sind 3,7 Prozent mehr als 2019 unmittelbar vor der Coronakrise und aktuell knapp drei Viertel (74,5 Prozent) aller mit Wohnsitz in Deutschland in der Schweiz tätigen Arbeitskräfte. Obwohl Teil der regionalen Bevölke- rungszahl, tragen die Berufspendler nicht unmittelbar zur regionalen Wirt- schaftsleistung bei. Gemessen am BIP pro Einwohner lag die Wirtschaftskraft der Region Hochrhein-Bodensee nach den zuletzt verfügbaren Daten im Jahr 2020 mit 34.097 Euro unter dem Landes- wert von 45.524 Euro und dem Bundes- wert von 40.495 Euro. Dagegen übertraf das Verfügbare Einkommen der privaten Haushalte, das beschreibt die Teile des Einkommens, die hauptsächlich für den privaten Konsum zur Verfügung ste- hen, mit 26.186 Euro pro Einwohner den Landesdurchschnitt von 25.513 Euro und mehr noch den Bundesdurchschnitt von 23.752 Euro. Hier fließen regional auch die Transfereinkommen der Berufspend- ler mit ein. 2022 weiter steigende Industrie- umsätze Fokus auf den Wirtschaftszweig Verar- beitendes Gewerbe / Industrie: Auf ihn gehen drei Viertel der BWS speziell des Produzierenden Gewerbes in der Region Hochrhein-Bodensee zurück. Konkret waren das im Jahr 2020 vor dem Hinter- grund des coronabedingten Rückganges 5,37 Milliarden Euro (73,5 Prozent) von insgesamt 7,31 Milliarden Euro. 17,4 Pro- zent entfielen auf das Baugewerbe und 9,0 Prozent auf Bergbau, Energie- und Wasserversorgung. Die Industrieumsätze betrugen im letzten Jahr 2022 insge- samt über 18,02 Milliarden Euro, ein nominales Plus gegenüber dem Vorjahr 2021 um 12,0 Prozent und gegenüber dem Jahr 2019 vor der Coronakrise um 25,7 Prozent (Basis 2022 insgesamt 445 Betriebe mit 20+ Beschäftigten, ein- schließlich Bergbau, Steine und Erden). Der Auslandsumsatz belief sich im ver- gangenen Jahr auf 8,88 Milliarden Euro, eine Zunahme gegenüber 2021 nominal um 8,1 Prozent und gegenüber 2019 um 18,7 Prozent. Die Exportquote als Anteil am Gesamtumsatz lag zuletzt bei 49,3 Prozent (2022). Allgemein haben sich laut dem IHK-Konjunkturbarometer von Anfang dieses Jahres die Einschätzun- gen der Industrie zur wirtschaftlichen Lage deutlich verbessert. Es bleiben die Unsicherheiten angesichts etwa anhal- tenden Fachkräftemangels, Ukrainekrieg und hoher Energiepreise. Wir brauen lieber nach Familienrezept als nach Konzernstrategie. Text: epm / Quellen: Statistisches Landesamt Baden-Württemberg, Arbeitskreis Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen der Länder (VGRdL), IHK Hochrhein-Bodensee, Bundesamt für Statistik (Schweiz)

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