Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe Juni'23 -Schwarzwald-Baar-Heuberg

6 | 2023 IHK-Zeitschrift Wirtschaft im Südwesten EMIL & FRIENDS Nach dem Studium direkt in die Selbstständigkeit: Leonie Narr hat den Sprung gewagt. Im August 2020 gründete die heu te 28-Jährige ihre Social Media Agentur „emil&friends“ ( www.emilandfriends.de) in Aldingen, gemeinsam mit ih- rem Bruder Max Narr als Mitgesellschafter. Der Name der Agentur ist Programm: Früher war Opa Emils Tankstelle im Dorf ein Ort, wo man sich traf, wo man Geschichten aus- tauschte – wenn man so will, eine Plattform für Neuigkei- ten. Leonie Narr will genau das in die heutige digitale Welt übertragen – angepasst an die aktuellen Gegebenheiten und Kundenwünsche. Das Besondere? Leonie Narr konzen- triert sich darauf, ihren Kunden ein auf langfristige Zusam- menarbeit angelegtes Komplettpaket anzubieten. „Wir sind spezialisiert auf die Social-Media-Kanäle Instagram, TikTok, Facebook und LinkedIn. Unsere Kunden erhalten von uns so- wohl die strategische Planung ihrer Social-Media-Kanäle als auch das operative Management ihres Auftritts“, erläutert die Geschäftsführerin das Angebot ihrer Agentur. „Gerade das Community Management ist einer der größten Bereiche, darüber halten wir die Interaktion mit den Usern aufrecht und vermeiden so eine Art Einbahnstraße der Social-Media- Auftritte.“ Die Kunden sind allesamt Mittelständler aus der Region, beispielsweise die Hirsch-Brauerei aus Wurmlingen und die Maschinenfabrik Berthold Hermle AG aus Gos- heim. Für den gelungenen TikTok-Account von Hermle gab es kürzlich fürs Unternehmen und für Emil & Friends sogar den Employer Branding Award. Auf langfristige Verträge verzichtet die Agenturchefin: „Zufriedene Kunden bleiben auch ohne eine solche Bindung.“ Gestartet ist die Social- Media-Expertin mit zwei angemieteten Schreibtischplätzen, finanziert hat sie das Ganze ausschließlich mit Eigenkapital. Seit Kurzem sitzt Emil & Friends im Gründerzentrum inAldin- gen, wo Leonie Narr Büroräume angemietet hat. Eine Voll- zeitkraft sowie eine Minijobberin gehören schon zum Team. Doch das soll, wenn es nach der motivierten Geschäftsfüh- rerin geht, bald weiter wachsen. ak Leonie Narr (links) und ihre Mitarbeiterin Daria Ros bei der Ver- leihung des Employer Branding Awards. STARTBLOCK Wer beim 100-Meter-Lauf auf den Startschuss wartet, hockt in der Regel nicht allein im Startblock. Selbst der Beste ist darauf angewiesen, dass neben dem Talent das Drumherum stimmt: die technische Ausstattung, Ruhe und Konzentration, Unter- stützung durch erfahrene Fachleute. Frederic Geiger bietet all dies jungen Unternehmen mit seinem Co-Working-Angebot, das er 2020 in Lörrach als Startblock GmbH aus der Taufe ge- hoben hat ( www.startblock.eu ). Und im Unterschied zur Leichtathletik sitzen b ei ihm links und rechts nicht Konkur- renten im Startblock – sondern Gleichgesinnte, die sich un- terstützen. Frederic Geiger, sein Vater und Co-Gründer Jürgen Brockatzky-Geiger sowie die Angestellten Sarah Kiefer und Sonja Traxel sorgen dafür, dass der Rahmen stimmt – vom fle- xiblen Mietvertrag bis zur stets gefüllten Kaffeemaschine. Begonnen hatte alles im Jahr 2018: Nach dem Studium – Tech- nologiemanagement mit Schwerpunkt „Innovation & Entrepre- neurship“ – war der Gründer aus München in seine Heimatstadt Lörrach zurückgekehrt. Für sein eigenes Start-up „Questlog“, mit dem der reisefreudige 34-Jährige schon gegen Ende des Studiums Aufbewahrungsboxen für Reisesouvenirs entwarf und produzierte, suchte er einen passenden Standort. Fündig wur- den Vater und Sohn in der Schwarzwaldstraße im Norden von Lörrach. Da das Gebäude mit zweimal 300 Quadratmetern Fläche allein aber zu groß war, öffneten die beiden die Pforten für Dritte. Ein Selbstläufer war das Projekt nach energetischem Um- bau im Jahr 2019 aufgrund der Coronakrise nicht. „Wir haben den Start vertagt, waren lange nur zu dritt“, erinnert sich Geiger. Der Aufschwung kam im Jahr 2021. Messeauftritte, Googlean- zeigen, Mundpropaganda: „Mit zielgerichtetem Marketing ging es stetig bergauf“, so Geiger. Heute ist der Startblock ein gefrag- tes Unikum in Lörrach. Acht von 18 Arbeitsplätzen sind aktuell fix belegt, der Rest ist unterschiedlich ausgebucht. Wie wertvoll das Spektrum von Ruhe bis Austausch ist, wissen viele Kunden gerade nach den Coronalockdowns zu schätzen. Und so ist der Umbau des Erdgeschosses und die Expansion in der Nähe des jetzigen Standorts bereits in Planung. bb Frederic Geiger

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