Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe April'23 -Südlicher Oberrhein
41 4 | 2023 IHK-Zeitschrift Wirtschaft im Südwesten Progress-Werk Oberkirch AG Positiver Umsatzrückblick, klimafreundlicher Ausblick OBERKIRCH. Der Automobilzulieferer Progress-Werk Oberkirch AG (PWO) mit Sitz in Oberkirch veröffentlichte Anfang März seinen Geschäftsbericht mit den vorläufigen Zahlen für das vergangene Jahr. Die PWO-Gruppe blickt nach eigenen Angaben auf ein erfreu- liches Geschäftsjahr zurück: „2022 war für uns ein erfolgreiches Jahr. Gleich mehrere unserer Standorte überschritten wichtige Um- satzschwellen. Die PWO-Gruppe realisierte erstmals einen Umsatz von mehr als 500 Millionen Euro. Und mit dem höchsten Neuge- schäftsvolumen in der Unternehmensgeschichte unterstreichen wir die Stärke unserer Marktposition“, berichtete Carlo Lazzarini, der Vorstandsvorsitzende des Unternehmens. Der Konzern, der 3.000 Mitarbeiter an insgesamt acht Standorten auf drei Kontinenten beschäftigt, setzte im vergangenen Jahr 530,8 Millionen Euro um (Vorjahr: 404,3 Millionen Euro). Das EBIT vor Währungseffekten betrug 27,5 Millionen Euro (Vorjahr: 22,1 Millio- nen Euro). Der Free Cashflow für das Jahr belief sich auf minus 5,8 Millionen Euro (Vorjahr: 4,9 Millionen Euro). Die Eigenkapitalquote hat sich von 33,6 Prozent im Vorjahr auf 37,8 Prozent verbessert. Das Investitionsvolumen stieg von 16,2 Millionen Euro auf 19,8 Millionen Euro. Die Prognose für das Neugeschäft im laufenden Jahr fällt nach Unternehmensangaben niedriger aus, was auf das hohe, 2022 erreichte Volumen zurückzuführen ist. Investitionen sollen daher „auch in Zukunft eng gesteuert werden“, heißt es in der Pressemitteilung. Beitritt zum Klimabündnis Nachhaltigkeit ist nach Unternehmensangaben einer der zentra- len Werte der PWO-Gruppe, die vor Kurzem dem Klimabündnis Baden-Württemberg beigetreten ist und sich nach eigenen Angaben verpflichtet, in dieser Allianz ihre CO 2 -Emissionen bis 2030 nach Scope 1 und 2 um 46,2 Prozent und nach Scope 3 um 28 Pro- zent zu reduzieren. „Wir gehen mit dem Klimabündnis des Landes Baden-Württemberg eine starke Allianz für den Klimaschutz ein. Der Dringlichkeit des Klimawandels sind wir uns sehr bewusst und wollen deshalb gemeinsam mit anderen Verantwortung übernehmen. Es ist unser Anspruch, als globales Unternehmen auch die Transformation der heimischen Industrie voranzutreiben und den Industriestand- ort Deutschland zu stärken“, erklärt Cornelia Ballwieser, CFO der Progress-Werk Oberkirch AG, diesen Schritt. ak August Faller GmbH & Co. KG Erneuter Umsatzrekord WALDKIRCH. Faller Packaging, Hersteller von Verpackungen, Beipackzetteln und Haftetiketten für pharmazeutische Produkte, hat das Geschäftsjahr 2022 mit dem höchsten Umsatz der Firmenge- schichte abgeschlossen. Geschäftsführer Daniel Keesman sieht sich in der Firmenstrategie – die volle Konzentration auf den Pharma- und Healthcare-Markt – bestätigt. Die Pharmabranche ist, bedingt auch durch die Pandemielage, weiter gewachsen. Der Gesamtumsatz von Faller stieg 2022 um 21,7 Prozent auf 179,9 Millionen Euro. Der Gewinn sei leicht gestiegen, teilte Keesman ein. Genaue Zahlen gibt das Unternehmen nicht bekannt. Insgesamt hat Faller Packaging im vergangenen Jahr nach eigenen An- gaben 2,9 Milliarden Faltschachteln, eine Milliarde Haftetiketten und 1,5 Milliarden Packungsbeilagen produziert. Der Ausbruch des Krieges hat auch für Faller die Energie- und Materialkosten deutlich steigen lassen, man musste übers Jahr mehrfach die Preise anheben. Die Kosten wurden vollständig an die Kunden weitergegeben. Keesmann rechnet bis 2025 mit einer weiter anhaltenden Materialknappheit, wenngleich weniger ausgeprägt als bisher. Neubaubeginn weiter offen In diesem Jahr will das Unternehmen die Marke von 200 Millionen Euro Umsatz überspringen. Zu den bislang drei Standorten im Ausland könnte ein weiterer hinzukommen, erklärte Keesman. Wo genau, ließ er offen. Unklar ist weiter, wann der Startschuss für das Neubaupro- jekt für Verwaltung, Produktion und Logistik auf 36.000 Quadratme- tern nahe der Bundesstraße in Waldkirch fallen kann. Seit langem ist geplant, dort die beiden innerstädtischen Betriebsstandorte zu- sammenzuführen. Der Flächennutzungsplan wurde inzwischen zwar genehmigt, es fehlt aber noch ein Umlegungsverfahren für ein letztes Grundstück. Sollte keine Klage mehr eingereicht werden, hofft Faller auf einen Baubeginn im dritten Quartal nächsten Jahres. Die Zahl der Beschäftigten ist im Jahr des 140sten Firmenjubiläums um 84 auf 1.409 gewachsen und erreichte wieder das Niveau von 2019. 44 junge Menschen befinden sich derzeit in der Berufsaus- bildung. Wie alle Betriebe hat jedoch auch Faller Mühe, ausreichend Personal zu finden. „Das gilt nicht mehr nur für die Fachkräfte, sondern auch für Ungelernte“, sagte Keesmann. Mit Blick auf zunehmende Nachhaltigkeitsstandards im Rahmen von Taxonomie und CSR-Richtlinie sieht sich das Unternehmen gut auf- gestellt. „Recyclingfähig produzieren wir schon lange, deshalb haben wir einen Vorsprung“, sagte Geschäftsführer Michael Faller. Neben dem jährlichen Nachhaltigkeitsbericht unterstütze Faller nun über einen „Sustainable Packaging Service“ auch seine Kunden bei nach- haltigerem Wirtschaften. Auf dem Weg in die Klimaneutralität lässt sich Faller im Rahmen des Projektes „Zielgerade 2030“ von der IHK Südlicher Oberrhein und der Energieagentur Freiburg beraten. db Die Geschäftsführer Daniel Keesman und Michael Faller (v.l.)
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