Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe Februar'23 -Schwarzwald-Baar-Heuberg

48 IHK-Zeitschrift Wirtschaft im Südwesten 2 | 2023 Bürokratie stört am meisten Auf die Frage, welche Rahmenbedingungen bei der Fachkräftesicherung helfen würden, nannte mehr als jeder zweite Umfrageteilnehmer (52 Prozent) den Bü- rokratieabbau: Bei einer Entlastung etwa von Berichts-, Dokumentations- oder Meldepflichten könnten sich Per- sonaler intensiver um die eigentlichen betrieblichen Auf- gaben kümmern. Auf Platz zwei rangiert die Stärkung der Beruflichen Bildung – das gaben 46 Prozent der Betriebe an. Von einer erleichterten Einstellung ausländischer Fach- und Arbeitskräfte erhofft sich mehr als jedes dritte Unternehmen (35 Prozent) eine Verbesserung seiner Fachkräftesituation, und 31 Prozent nannten die bessere Qualifizierung und Vermittlung von Arbeitslosen. Aus Sicht von 24 Prozent der Betriebe wäre eine ge- steigerte Attraktivität der Region zum Leben und Ar- beiten hilfreich, um Fachkräfte zu gewinnen und zu halten; jeweils 22 Prozent plädieren für einen Ausbau der digitalen Infrastruktur, für eine bedarfsgerechte Erweiterung der Betreuungsangebote beziehungsweise für eine flexiblere Beschäftigung Älterer. „Wir müssen die Betreuungsinfrastruktur und -angebote weiter ausbauen und flexibilisieren“, so Achim Dercks. „Die Betreuungslücke für unter Dreijährige liegt immer noch bei fast 270.000. Würden die aktuell in Teilzeit be- schäftigten Frauen ihre Arbeitszeit um durchschnittlich zwei Stunden pro Woche erhöhen, entspräche das rech- nerisch etwa 500.000 zusätzlichen Ganztagsstellen.“ Die Erwerbsbeteiligung Älterer sei zwar in den ver- gangenen zehn Jahren deutlich gestiegen, doch gebe es hier noch Luft nach oben. Positiv bewertet er, dass die Hinzuverdienstgrenze bei vorzeitigem Rentenbezug abgeschafft wurde: „Das stärkt Anreize“, stellt Dercks fest. „Die entsprechenden Möglichkeiten sollten be- kannter gemacht werden.“ DIHK Die IHK-Experten zum Thema Standort- und Fachkräftesicherung in der Region: IHK Hochrhein- Bodensee: Alexander Graf, 076223 907213 alexander.graf@ konstanz.ihk.de IHK Schwarzwald- Baar-Heuberg: Philipp Hilsenbek 07721 922-126 hilsenbek@vs.ihk.de IHK Südlicher Oberrhein: Alwin Wagner 0761 3858-107 alwin.wagner@ freiburg.ihk.de Den ausführlichen DIHK- Fachkräftereport mit weiteren Details aus der Umfrage als PDF zum Herunterladen per QR-Code: Hochschulabsolventen ist es jedes dritte dieser Unter- nehmen. Auch für Menschen ohne abgeschlossene Be- rufsausbildung bestehen Beschäftigungschancen – 31 Prozent der Betriebe mit Stellenbesetzungsproblemen können entsprechende Vakanzen nicht besetzen. Hier sieht Achim Dercks noch ein enormes Potenzial: „Menschen ohne Berufsabschluss sind in Branchen wie Verkehr, Sicherheitswirtschaft, Reinigungsdiensten et cetera durchaus gefragt. Erstrebenswert ist im Interes- se einer nachhaltigen Vermittlung natürlich auch eine arbeitsmarktnahe Weiterbildung beziehungsweise Um- schulung. Gerade für mittelständische Unternehmen müssen entsprechende Angebote der Arbeitsagenturen einfacher zugänglich werden.“ Quelle: DIHK-Fachkäftereport 2022, bundesweite Umfrage unter rund 22.000 Unternehmen Quelle: DIHK-Fachkäftereport 2022, bundesweite Umfrage unter rund 22.000 Unternehmen

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