Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe Januar'23 -Schwarzwald-Baar-Heuberg

32 IHK-Zeitschrift Wirtschaft im Südwesten 1 | 2023 Beginn des Ausbildungsgeschehen Arbeitsagentur, IHK und Handwerkskammer ziehen Bilanz Zogen trotz schwieriger Rahmenbedingungen eine positive Bilanz des Ausbildungsjahres 2021/2022: Sylvia Scholz, Birgit Hakenjos und Werner Rottler. D ie Zahl der gemeldeten betrieblichen Ausbildungsstellen stieg um 6,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr auf 4.389 Ange- bote. Auf Seite der Bewerbenden für Ausbil- dungsplätze setzte sich dagegen der Trend der vergangenen Jahre fort: Schon vor der Pandemie hatte das Interesse der Jugendli- chen, direkt nach Abschluss der allgemeinbil- denden Schule eine Ausbildung zu beginnen, abgenommen. In diesem Berichtsjahr waren es noch einmal sieben Prozent weniger als im Jahr zuvor. Insgesamt meldeten sich 2.546 Bewerberinnen und Bewerber für eine Ver- mittlung. Die Agentur für Arbeit, die IHK und die Hand- werkskammer Konstanz zogen eine Bilanz.“In unserer Region können Schülerinnen und Schüler weiterhin aus einem breitgefächerten Angebot an attraktiven und zukunftssiche- ren Ausbildungsstellen wählen“, sagt Sylvia Scholz, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Rottweil - Villingen- Schwenningen Jedoch falle es vielen jungen Menschen angesichts der Vielfalt an berufli- chen Möglichkeiten und Informationsquellen im Berufsorientierungsprozess zunehmend schwerer, die Entscheidung für einen Aus- bildungsberuf zu treffen. Schwierig wird es immer dann, wenn die vom sozialen Umfeld bevorzugte Berufswahl nicht zu den Fähig- keiten und Kompetenzen des Jugendlichen passe. Denn Eltern sind nach einer Studie der Bertelsmann-Stiftung mit 73 Prozent die wichtigsten Ratgeber bei der Berufswahl. Zusammenarbeit mit Eltern elementar Vor diesem Hintergrund wird das persönliche Beratungsgespräch mit Experten für Jugend- liche und ihre Eltern immer wichtiger. Um dem Fachkräftemangel entgegenzusteuern, gilt es die duale Ausbildung zu fördern und Ausbildungsplätze zu besetzen. Dreh- und Angelpunkt sei hier eine zielgerichtete Be- rufsorientierung. Dabei gelte es, immer grö- ßer werdenden Übergangszeiten junger Men- schen zwischen Schule und Ausbildung oder Studium entgegen zu wirken, denn sie er- schweren es letztendlich, in eine Ausbildung zu münden, so Hakenjos. Gemeinsam mit der Agentur für Arbeit und der Handwerkskam- mer mache sich die IHK stark in puncto Aus- bildung für die Region. Sie informiere über die vielfältigen Berufsbilder und versuche im Bereich Berufsorientierung aktiv Jugendliche für die duale Ausbildung zu begeistern. Die Zusammenarbeit mit den Eltern spiele dabei eine zentrale Rolle. Daher appelliert Hakenjos an alle noch unentschlossenen Jugendlichen: „Eine berufliche Aus- oder Weiterbildung ist der Grundstein für einen erfolgreichen Weg in der Arbeitswelt.“ Denn noch immer sei ein Einstieg in eine duale Ausbildung möglich. Trotz der derzeitigen Unsicherheit in allen Wirtschaftsbereichen halten die Handwerks- betriebe laut Kammerpräsident Werner Rott- ler an ihrem hohen Ausbildungsengagement fest. Dennoch könnte der Fachkräfteengpass zum „Bremsklotz beim Klimaschutz, für die Energie- und Mobilitätswende“ werden, befürchtete Rottler. „Junge Menschen sind gesucht, die in einem der vielen spannen- den Handwerksberufe mit anpacken wollen. Durch ein wachsendes Ausbildungsangebot in den Energiewendeberufen wie Anlagen- mechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Kli- matechnik und Elektroniker sind hier auch noch die meisten freien Ausbildungsplätze in unserer Lehrstellenbörse online zu finden.“ Die Handwerkskammer werde weiterhin mit Angeboten und Maßnahmen, die sich auch an Eltern und Lehrer richteten, für eine duale Ausbildung im Handwerk werben. vS Miriam Kammerer, Fachbereich Berufliche Ausbildung 07721 922-512 kammerer@vs.ihk.de Die Ausbildungsbetriebe in der Region Schwarzwald-Baar-Heuberg investieren trotz wirtschaftlich unbeständiger Zeiten weiterhin in die Ausbildung der Fachkräfte von morgen. Im Beratungsjahr 2021/22 wurden der Agentur für Arbeit Rottweil-Villingen-Schwenningen im Vergleich zum Vorjahr deutlich mehr Ausbildungsstellen gemeldet.

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