Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe Januar'23 -Schwarzwald-Baar-Heuberg

26 IHK-Zeitschrift Wirtschaft im Südwesten 1 | 2023 REGIO REPORT IHK Schwarzwald-Baar-Heuberg Bild: Adobe Stock/ Tongsai Tongjan IHKs zur Gäubahn „Faktencheck“ wichtiger Schritt, Konfliktfelder absehbar B irgit Hakenjos, Präsidentin der IHK Schwarzwald-Baar-Heu- berg betont: „Die angedachte S-Bahn-Lösung von Stuttgart in Richtung Singen darf nur ein Mosaikstein im Ausbau der Schienenstrecke Stuttgart-Zürich sein.“ Die IHKs entlang der Gäu- bahn skizzieren fünf neuralgische Felder für den weiteren Ausbau. Güterverkehr berücksichtigen Der „Faktencheck“ fokussierte die Erreichbarkeit des Stuttgar- ter Hauptbahnhofes für Pendler und Geschäftsreisende. Die IHKs unterstreichen diese Bedeutung. Hakenjos: „Die Auswirkungen auf den Schienengüterverkehr sind in einem Folgeschritt zu un- tersuchen.“ Bei Spediteuren und Logistikunternehmen komme es sonst landesweit gegebenenfalls zu Auswirkungen auf Liefer- und Transportwege. Die Gäubahn dürfe nicht weiter zu einer untertourig genutzten Strecke mit wenig Güterzügen und langen Transportzeiten degradiert werden. Planungsbeschleunigung für den Abschnitt Süd Ebenso nachrangig wurde die Ausbauplanung des Streckenab- schnitts Süd zwischen Böblingen und der Schweizer Grenze betrach- tet. „Wir IHKs bekräftigen aber die Zielsetzung, dass die Gäubahn so schnell wie möglich deutschlandtaktfähig und zweigleisig befahrbar sein muss“, bekräftigt Birgit Hakenjos. Das gelte für Personen- und Güterverkehre. Dies habe Deutschland im Vertrag von Lugano zugesichert. Bei Planung und Bau sollten die Maßnahmenträger sämtliche planerische Beschleunigungsmöglichkeiten, die soge- nannte „Legalplanung“, nutzen. Ebenso seien die Finanzierung des Gäubahnausbaus und die Kosten der angestrebten Übergangslö- sungen final zu klären. Beschaffung zusätzlicher Züge Die diskutierte Ausweitung der S-Bahn von Stuttgart in Richtung Sin- gen begrüßen die Kammern. Auch hier sei die Finanzierung seitens der Projektträger zu lösen. Hier bräuchte es ein belastbares Zeichen – auch seitens Landespolitik und dem Verband Region Stuttgart. Die Beschaffung zusätzlicher S-Bahn-Züge dürfe beispielsweise nicht gegen die Ausstattung angrenzender und angedockter Verkehrswe- ge gehen. „Auf keinen Fall darf der Aufbau einer S-Bahn-Verbindung aus Richtung Singen nach Stuttgart zur Ausdünnung angrenzender Verkehrsnetze führen“, unterstreicht die IHK-Präsidentin. Die Industrie- und Handelskammern ziehen ein gemischtes Fazit zum jüngsten „Faktencheck“ des Gäubahnausbaus. Einerseits habe das Gesprächsformat die Diskussion objektiviert und Planungshorizonte genannt. Andererseits sei auch die ganze Abhängigkeit des südlichen Baden-Württembergs vom Stuttgarter Haupt- bahnhof offenbar geworden. Entsprechend ganzheitlich müssten die nächsten Schritte gegen eine Abbindung des südlichen Baden- Württembergs gestrickt werden.

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