Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe Januar'23 -Schwarzwald-Baar-Heuberg

25 1 | 2023 IHK-Zeitschrift Wirtschaft im Südwesten A ktuell bezeichnen sieben von zehn Betrieben ihre Lage als befriedigend oder schlecht. 30 Prozent der Betriebe berich- ten von guten Geschäften – ein Minus von 14 Prozentpunkten im Vergleich zum Sommer. Der Mix aus steigenden Preisen und politischen Unsicherheiten drückt auf die Stimmung der Unternehmen. „Gegen die Wirt- schaftskrise können wir nur mit einem Maßnah- menbündel gegensteuern“, erklärt Birgit Hakenjos, Präsidentin der IHK Schwarzwald-Baar-Heuberg. Gegen die hohen Energiepreise müssten die be- schlossenen Maßnahmen nun sehr zeitnah und branchenübergreifend wirken. „Sonst verlieren wir nicht nur Unternehmen, sondern die Basis unse- res Wohlstandes. Es geht für die Unternehmen, unseren Standort und die Volkswirtschaft aktuell um sehr viel.“ Die negative Entwicklung der Geschäftslage spiegelt sich auch in sinkenden Erträgen wider. Aktuell bezeichnen 53 Prozent der Be- fragten ihre Erträge als befriedigend. Der Anteil mit guten Erträgen hat sich auf 24 Prozent reduziert (Wert des Sommers: 31 Prozent). Jeder vierte Betrieb bezeichnet seine Geschäftslage als schlecht. Dem gegenüber stehen verhältnismäßig gute Auftragsbestände. Aktuell verzeichnen 55 Prozent der Betriebe gleichbleibende oder steigende Auftragseingänge. Ein Minus im Auftragseingang ist bei 45 Prozent der Betriebe der Fall. „Dieser vermeintlich hohe Auftragsbe- stand darf die Politik aber nicht beruhigen. Denn niemand weiß, in welcher Form diese Aufträge tatsächlich abgerufen werden.“ Gerade im Bereich der Automotive-Bran- che gebe es Rückmeldungen, dass angemeldete Auf- träge verschoben oder gar nicht abgerufen würden“, sagt die IHK-Präsidentin. „Damit wir gut durch den Sturm kommen, muss un- ser Land seinen bürokratischen Ballast abwerfen“, so Hakenjos. Der Staat müsse effizienter, digitaler und leistungsstärker werden. Damit könne er die Wirtschaft indirekt und kostenfrei unterstützen. Gerade die wohlstandssichernde Industrie könnte damit am Standort Deutschland gehalten werden. Sie erneuerte die Forderung der bundesdeutschen Wirtschaft nach einem Belastungsmoratorium. Dieses solle beste- hende Regeln auf ihren Kosten-Nutzen-Effekt für den Mittelstand bewerten und neue Regeln aussetzen. Hi Philipp Hilsenbek, Fachbereich Standortpolitik 07721 922126 hilsenbek@vs.ihk.de »Gegen die Wirtschaftskrise können wir nur mit einem Bündel von Maßnahmen gegensteuern« Birgit Hakenjos IHK-Konjunkturumfrage Erwartungen auf dem Tiefstand Die wirtschaftliche Situation der regionalen Unternehmen hat sich in den vergangenen Monaten ver- schlechtert. Dies zeigt die jüngste IHK-Konjunkturumfrage unter ihren Mitgliedsunternehmen. Die we- sentlichen Gründe: steigende Energiepreise, teure Rohstoffe und wachsende Arbeitskosten zum Binden und Finden von Mitarbeitern. Diese Belastungen drücken die Geschäftserwartungen. IHK-Konjunkturklimaindikator: Das aktuelle Konjunkturklima der Region Schwarzwald- Baar-Heuberg liegt leicht unter dem Landesdurchschnitt. In die Berechnung für den IHK-Klimaindikator gehen sowohl die Einschätzungen für die aktuelle Geschäftslage zum Herbst 2022 wie auch die Erwartungen für die nächsten zwölf Monate ein. Die Geschäftserwartung in der Region Schwarzwald-Baar- Heuberg im Herbst 2022. verbessernd gleich bleibend verschlechternd 48 % 13 % 39 % 40 60 80 100 120 140 160 2013/2 2013/3 2014/1 2014/2 2014/3 2015/1 2015/2 2015/3 2016/1 2016/2 2016/3 2017/1 2017/2 2017/3 2018/1 2018/2 2018/3 2019/1 2019/2 2019/3 2020/1 2020/2 2020/3 2021/1 2021/2 2021/3 2022/1 2022/2 2022/3 Indikator Jahre Schwarzwald-Baar-Heuberg Baden-Württemberg IHK-Konjunkturklimaindikator Geschäftserwartungen Herbst 2022

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