Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe Januar'23 - Hochrhein-Bodensee
Anzeigenkompendium Prüfer Medienmarketing für die Region Südbaden Wirtschaftsstandort Südlicher Oberrhein 39 Wirtschaftsleistung und Corona-Krise 2020, Bruttoinlandsprodukt Die jüngsten Zahlen des Arbeitskreises Volkswirtschaftliche Gesamt- rechnungen der Länder (VGRdL) ab Kreisebene zeigen einen Rückgang des Bruttoinlandsproduktes (BIP) in der Region Südlicher Oberrhein im Krisenjahr 2020 gegenüber dem Vorjahr in jeweiligen Preisen um minus 2,3 Prozent auf 43,82 Milliarden Euro. Das bedeutet einen geringeren Rückgang als auf Landesebene von minus vier Prozent. Das Bruttoinlandsprodukt ist der Wert aller in der betrachteten Pe- riode produzierten Waren und Dienstleitungen und damit Ausdruck der Wirtschaftsleistung. Anteilsmäßig beschrieb der aufgezeigte re- gionale Wert im Jahr 2020 etwas über 8,6 Prozent des Landes-BIP. Aktuell dürfte sich angesichts der Wachstumsrate im Jahr 2021 für ganz Baden-Württemberg um nominal plus sechs Prozent auch für die Region Südlicher Oberrhein ein wieder positiver Trend ergeben. Die pro Einwohner erbrachte Wirtschaftsleistung, dieser Wert dient als Vergleichsmaßstab der Wirtschaftskraft unterschiedlich großer Volks- wirtschaften, lag 2020 in der Region Südlicher Oberrhein bei 40.073 Euro, weniger als der Landesdurchschnitt von 45.524 Euro und leicht unter dem Bundesdurchschnitt von 40.495 Euro. Das verfügbare Ein- kommen der privaten Haushalte, das ist der Teil des Einkommens, das den privaten Haushalten hauptsächlich für den privaten Konsum zur Verfügung steht, belief sich 2020 pro Einwohner auf statistisch 24.342 Euro, damit etwas weniger als der Landesdurchschnitt von 25.513 Euro, aber mehr als der Bundesdurchschnitt von 23.752 Euro. Wirtschaftsstruktur und Corona-Krise 2020, Bruttowertschöpfung Die gesamtwirtschaftliche Bruttowertschöpfung (BWS) in der Regi- on Südlicher Oberrhein, diese beschreibt den Wert der erzeugten Waren und Dienstleistungen zu Herstellungspreisen abzüglich der Vorleistungen zu Anschaffungskosten, ist im Corona-Krisenjahr 2020 gegenüber dem Vorjahr um minus 1,8 Prozent auf knapp 39,70 Mil- liarden Euro zurückgegangen. Im Landesdurchschnitt war die Nega- tivrate mit minus 3,5 Prozent doppelt so hoch. Über den Anteil der einzelnen Wirtschaftsbereiche an der BWS zeigt sich die regionale Wirtschaftsstruktur. Darauf bezogen machten das regionale Produzierende Gewerbe einschließlich Baugewerbe als so genannter Sekundärsektor im Krisenjahr 2020 nach einem Rückgang um 6,2 Prozent auf absolut 12,30 Milliarden Euro 31,0 Prozent und die Dienstleistungsbereiche als Tertiärsektor bei plus 0,8 Prozent und absolut 27,07 Milliarden Euro knapp 68,2 Prozent BWS-Anteil aus (Landwirtschaft mit 329 Millionen Euro BWS bei 0,8 Prozent Anteil). Der dabei um zwei Prozentpunkte geringere Anteil des Produzieren- den Gewerbes als auf Vorkrisenniveau bedeutet umgekehrt einen rechnerisch noch stärkeren Dienstleistungscharakter der regionalen Wirtschaft. Zudem ist dieser deutlich ausgeprägter als auf Landes- niveau. Hier betrugen die BWS-Anteile von Produktion/Bau im Jahr 2020 nach coronabedingtem Rückgang um 6,1 Prozent absolut 37,5 Prozent und bei den Dienstleistungen nach einem Rückgang um mi- nus 1,8 Prozent absolut 61,9 Prozent. Und von allen zwölf Landesre- gionen nimmt die Region Südlicher Oberrhein neben Mittlerer Ober- rhein beim Anteil der Dienstleistungen an der jeweiligen gesamten regionalen BWS nach Rhein-Neckar, dieser mit regional 72,7 Prozent Anteil, den zweiten Rang ein. Verteilung der Beschäftigten nach Wirtschaftsbereichen Die Verteilung der Beschäftigten nach Wirtschaftsbereichen unter- mauert die durch die BWS-Anteile aufgezeigte Wirtschaftsstruktur. Von den insgesamt 460.640 sozialversicherungspflichtig Beschäftig- ten am Arbeitsort in der Region Südlicher Oberrhein Mitte 2021 gin- gen 143.075 und damit 31,0 Prozent einer Tätigkeit im Produzieren- den Gewerbe einschließlich Baugewerbe und 314.700 und damit 68,3 Prozent in Dienstleistungsbereichen nach. Auf Landesebene waren es 35,0 beziehungsweise 64,5 Prozent. Allgemein zeigt sich auch ein leicht höherer Anteil der Selbstständi- gen als im Land. So weist der Arbeitskreis Erwerbstätigenrechnung der Länder (ETR) für die Region Südlicher Oberrhein für das Jahr 2020 im Jahresdurchschnitt 626.500 Erwerbstätige am Arbeitsort aus, also Arbeitnehmer und Selbstständige beziehungsweise mithelfende Fa- milienangehörige mit einer auf wirtschaftlichen Erwerb gerichteten Tätigkeit. Abzüglich der Zahl der Arbeitnehmer ergibt sich ein Anteil der Selbstständigen an allen Erwerbstätigen in der Region Südlicher Oberrhein von 9,3 Prozent im Vergleich zum betreffenden Landes- durchschnitt von 8,5 Prozent. Die Arbeitslosenquote in der Region Südlicher Oberrhein bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen lag 2021 im Jahresdurchschnitt bei 3,7 Prozent (landesweit 3,9 Prozent). Mittelständische Wirtschaftsstruktur Die Verteilung der Beschäftigten nach Betriebsgrößen in der Region Südlicher Oberrhein weist im Zahlenvergleich mit dem Landesdurch- schnitt auf eine weitgehend mittelständische Wirtschaftsstruktur hin. So waren 2019 gemessen am Mittelwert der zwölf Monatsstich- tagswerte in der Region in Betrieben als rechtliche Einheiten bis unter 50 Mitarbeitern (Kleinst- und Kleinbetriebe) 34,1 Prozent aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten tätig, mehr als im Lan- desdurchschnitt von 28,9 Prozent. Bei Betrieben von 50 bis unter 250 Mitarbeitern (Mittelbetriebe) betrug der Anteil in der Region 23,8 Prozent, während er im Landesdurchschnitt mit 21,2 Prozent weiter niedriger ausfiel. Und schließlich kehrt sich das Verhältnis bei Be- trieben mit 250 und mehr Beschäftigten um (Großbetriebe). Hier lag der Anteil aller Beschäftigten in der Region mit 42,0 Prozent deutlich unter dem Landesdurchschnitt von 49,8 Prozent. REALISATION: PRÜFER MEDIENMARKETING Endriß & Rosenberger GmbH · Ooser Bahnhofstr. 16 · 76532 Baden-Baden · Tel. 07221 / 21 19 0 · www.pruefer.com · Die Textbeiträge in diesem Special wurden von den werbenden Firmen verfasst. ©Hurca!/Adobe Stock
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