Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe Dezember'22 -Südlicher Oberrhein

14 Leute GRÜNDER WEHRLE SICHERHEITSTECHNIK Den versierten Umgang mit Sicherheitstechnik und Schließanlagen hat Thomas Wehrle von der Pike auf gelernt. Nach zehn Jahren bei einem Baubeschlagshandel in Freiburg, bei dem er auch seine Ausbildung zum Groß- und Außenhandelskaufmann absolvierte, folgte eine De- kade bei der Industrievertretung der Firma Dom Sicher- heitstechnik in Baden-Württemberg, einem Hersteller von Schließanlagen und elektronischer Zutrittskontrolle. Dort arbeitete er imVertrieb, später als Prokurist. „Das Gesamt- paket hat dort für mich gepasst.“ Und doch wuchs der Wunsch nach Selbstständigkeit; der Möglichkeit, eigenver- antwortlich unternehmerische Entscheidungen zu treffen. Schließlich wagt Wehrle im Januar 2021 den Schritt, mie- tet Büroräume an und nimmt ein kleines Gründerdarle- hen auf. „Mehr für die Sicherheit, angefasst habe ich das bislang nicht“, sagt der 40-jährige Neu-Unternehmer aus Waldkirch. Sein größtes Geschäftsrisiko: „Beim Kunden- stamm bin ich im Grunde bei Null gestartet“. Zum Tages- geschäft gehört deswegen: Bauschilder abfotografieren, wenn er an der Straße Neubauvorhaben sieht, Zeitungs- artikel durcharbeiten und Internetrecherche. „Und dann mache ich klassisch Kaltakquise.“ Tatsächlich trägt sich das Unternehmen schon nach den ersten zwölf Monaten. Sein Schwerpunkt liegt auf dem Einbau elektronischer Zutrittskontrolle über Transpondersysteme, die per App oder Software zu bedienen sind und vorwiegend in Bü- ro- und Verwaltungsgebäuden von Kommunen, Industrie und Gewerbe zum Einsatz kommen. EinWachstumsmarkt, so Wehrle, da bislang noch unflexible, verschleißanfällige, mechanische Schließanlagen überwiegen. Beratung, Auf- maß, Projektierung bis zum Einbau sowie die Inbetrieb- nahme, die Nachbetreuung und Wartungsvereinbarungen wuppt er bislang als Ein-Mann-Betrieb. Für das kommende Jahr will Wehrle das Geschäft verstetigen und auch einen Mitarbeiter zur Unterstützung finden. db Markus Hensler in seinem Lagerverkauf beim Bestücken seines Schuhmobils. ABBA-ARBEITSSCHUTZ GMBH „Wenn der Prophet nicht zum Berg kommt, kommt der Berg zum Propheten.“ Das Geschäftsmodell von Markus Hensler , Geschäftsführender Gesellschafter der „ABBA-Arbeitsschutz GmbH“ mit Sitz in Schluchsee, erinnert an dieses Sprichwort. Denn: Vielen Handwerkern, Industrieunternehmen oder kommu- nalen Betrieben, die verstreut in den kleinen Orten des Schwarz- walds sitzen, fehlt die Zeit, um weite Strecken zu Einzelhändlern in die Städte zu fahren. Mit seinem Schuhmobil, einem umge- bauten VW-Crafter, schafft der 44-Jährige Abhilfe und bringt Schuhe, Kleidung und vieles mehr rund um den Arbeitsschutz zu seinen Kunden. „Die Artikel können während der Arbeitszeit anprobiert werden. Das spart Zeit und Wege und die Kunden müssen im Vergleich zum Onlinehandel keine Abstriche bei der Beratung oder dem persönlichen Service machen“, sagt Hens- ler, der vonWaldshut-Tiengen an der schweizerischen Grenze bis in den Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald unterwegs ist. Am Unternehmenssitz bietet er zudem einen Lagerverkauf für Fir- men und Privatpersonen an. Neu ist das Geschäftsmodell für den gelernten Schreiner undArbeitserzieher nicht. Bevor er sich 2020 mit zwei weiteren Gesellschaftern, die heute stille Teilhaber sind, selbstständig gemacht hat, arbeitete er bei einem schweizeri- schen Unternehmen mit gleichem Konzept. „In dieser Zeit konn- te ich zentrale Abläufe kennenlernen und ein Gespür für die unterschiedlichen Ansprüche der Kunden entwickeln“, sagt er. Das gab Sicherheit in der stürmischen Anfangszeit, die durch die Folgen der Coronapandemie und Lieferkettenprobleme geprägt war. Hohe Spritpreise hätten diese heute abgelöst. Mit der un- ternehmerischen Entwicklung ist Hensler, der eine Halbtagskraft beschäftigt, zufrieden: „Bei weiter steigender Auftragslage kön- nen wir mehr Personal einstellen und das Sortiment sowie den Fuhrpark vergrößern.“ So möchte er sein Ziel erreichen, erster Ansprechpartner für Arbeitsschutz in der Region zu werden. ks

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