Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe Dezember'22 -Schwarzwald-Baar-Heuberg

20 IHK-Zeitschrift Wirtschaft im Südwesten 12 | 2022 REGIO REPORT   IHK Schwarzwald-Baar-Heuberg K onditor Julien Gonzalez war bei der franzö- sischen Armee in Donaueschingen stati- oniert. Zurück in Frankreich entschieden sich Gonzalez und seine Frau jedoch nach einiger Zeit, in die Region zurückzukommen. „Wir hat- ten immer die Idee, ein Café zu eröffnen“, sagt Manuela Gonzalez. Als gelernte Hotel- und Bü- rokauffrau und mit ihrem Ehemann als Kondi- tor an der Seite ist die Kombination perfekt. „Ich hatte zwar kaufmännisches Wissen, aber ich wollte mehr lernen, wie man ein Unternehmen gründet“, sagt die 37-Jährige. Durch frühere Fortbildungen kannte sie die IHK Schwarzwald-Baar-Heuberg bereits und stieß dann auf die Gründergarage der IHK. Hier erhalten Firmengründer grundlegendes Wissen für den Start in die Selbstständigkeit. Nach einem Beratungsgespräch mit Maik Schirling, zuständig für die Unternehmens- förderung und Existenzgründung bei der IHK, überlegte Manuela Gonzalez nicht lange und startete bei der Gründergarage. „Alles was ich da gelernt habe, von der Buchführung bis zum Marketing, kann ich jetzt sehr gut gebrauchen“, schwärmt sie. Aber die Gründergarage ist für Manuela Gonzalez noch mehr. „Wichtig und toll war für mich auch der Austausch mit anderen Grün- dern, mal zu hören wie es anderen geht und wie die es machen. Ich finde das Angebot der IHK klasse, es ist gut, dass es sowas hier gibt.“ Austausch mit anderen Gründern hilfreich Zu sehen, wie das Wissen in die Praxis umge- setzt wird, freut natürlich auch Maik Schirling. „Für mich ist es immer wieder spannend nach erfolgreichem Abschluss zu sehen, wie Teil- nehmer das Erlernte umsetzen und mal einen Blick in die Unternehmen zu werfen.“ Und so besuchte Schirling zusammen mit Thomas Wolf, IHK-Geschäftsbereichsleiter Unternehmensführung, sowie IHK-Vizeprä- sident Achim Scheerer das „Saveurs de France“. Mit einem Lächeln empfängt Kon- ditor Julien Gonzalez die IHK-Delegation. Charmant, mit viel Liebe zum Detail, haben Manuela und Julien Gonzalez ihr Café einge- richtet. „Das haben wir alles selbst entwor- fen, uns war ein schönes Ambiente wichtig“, betont er. Man fühlt sich nach Frankreich gebeamt, erst recht, wenn man einen Blick in die Speisekarte wirft. Verschiedene Kuchen, süße Stücke wie Pari-Brest, Beerentraum, Choux Karamell oder auch Foret Noire gibt es. Dazu verschiedene Tartelettes, Maca- rons und herzhafte Quiches, Baguettes und Sandwiches. Da die Konditor-Ausbildung von Julien Gonza- lez in Deutschland noch nicht anerkannt ist, liefert sein Bruder, ebenfalls Konditor, die leckeren Konditoreiprodukte aus seiner Kon- ditorei in Frankreich direkt nach Villingen. Die Arbeitsaufteilung bei Familie Gonzalez ist geregelt: „Mein Mann kümmert sich vor Ort um das Café und ich mache die ganze Verwaltung“, so Manuela Gonzalez. Die Fa- milie mit den beiden kleinen Kindern fühlt sich wohl in Villingen. Der Start ist geglückt Drei Festangestellte und sechs Minijobber arbeiten im Saveurs de France. Darunter Existenzgründung Süße Überraschung Das „Saveurs de France“ berei- chert jetzt die Villinger Innenstadt, freuen sich Thomas Wolf, Maik Schirling, Julien Gonzalez und Achim Scheerer (von links). Frankreich ist seit jeher für seine kulinarischen Spezialitäten bekannt. Nun braucht man nicht mehr ins Nachbarland zu fahren, um zu genießen. In der Niederen Straße, unweit des Latschariplatzes in Villingen liegt das „Saveurs de France“. Manuela und Julien Gonzalez wagten den Schritt in die Selbstständigkeit und eröffneten die Konditorei mit Café. Bild: Michael Kienzler

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