Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe Dezember'22 - Hochrhein-Bodensee
22 IHK-Zeitschrift Wirtschaft im Südwesten 12 | 2022 Zusammen mehr erreichen Lörracher Theodor-Heuss-Schule setzt auf Bildungspartnerschaften N och sei die Situation nur schwierig, machte Jens Kröger, Per- sonalentwickler von Endress + Hauser, deutlich. Noch gebe es für jeden Ausbildungsplatz bei E+H einen oder sogar zwei Bewerber. Wobei die Betonung auf „noch“ liege. Bildungspartnerschaften mit Schulen sind für ihn daher ein wichtiger Baustein für die Zukunft der produzierenden Unternehmen generell, weil sie eine Brücke von der Schule in die Ausbildung schlagen. Gleich zwei solcher Bildungspartnerschaften hat die Theodor- Heuss-Schule in Lörrach im Oktober abgeschlossen. Schüler der Realschule haben nun die Möglichkeit, mit dem „PowerBORS“ eine besondere Form der Berufsorientierung sowohl beim Messgerä- tespezialisten E+H als auch beim Automobilzulieferer ARaymond zu absolvieren – über das normale Betriebspraktikum in Klasse 8 und 9 hinaus. Die dazugehörigen Urkunden überreichte Rainer Reisgies vom Geschäftsfeld Aus- und Weiterbil- dung der IHK. Die Zusammenarbeit zwischen der Theodor-Heuss-Schule und den beiden Firmen besteht zwar schon länger, doch jetzt wurde sie offiziell mit einer Partnerschaftsurkunde fixiert. Anlässlich dieser Übergabe hob Rainer Reisgies den Leitspruch der Schule hervor und zitierte ihn: „Die Realschule schafft die Grundlage für eine Berufsausbildung sowie für weiterführende, insbe- sondere berufsbezogene Bildungsgänge.“ Das sei ein „klares Bekenntnis, dass die Schule als Gan- zes weiterdenke, also über den Abschluss ihrer Schüler hinaus“, lobte er das Engagement von Schulleiterin Sonja Mohren, Konrektorin Monika Sigrist, ihrem Vertreter Manuel Linser und Tassilo Fuchs als Lehrkraft für Berufsorientierung. Jens Schulz, Ausbilder bei ARaymond, dankte der Schule dafür, dass die beiden Unternehmen diese Möglichkeit bekommen hätten. Ge- rade Realschulen seien dafür wichtig, weil sie einen starken Bezug zu Firmen hätten, hob Jens Kröger hervor. Es gehe vor allem darum, die Eltern davon zu überzeugen, dass eine Ausbildung immer eine „richtige Entscheidung ist“, weil sie Perspektiven biete. Das wisse er aus eigener Erfahrung, sagte der Personalverantwortliche von E+H: „Ich habe nach der Realschule eine Ausbildung gemacht und darauf aufgebaut.“ Hinter „PowerBORS“, Energie (Power) plus Berufsorientierung an der Realschule (BORS), verbirgt sich ein sechstägiges Praktikum zu je drei Tagen in einem der beiden Unternehmen. Dort werden konkrete Projekte bearbeitet, um einen möglichst tiefen und spannenden Ein- blick in die Arbeitswelt zu erhalten. Bei Interesse sind Folgepraktika möglich oder sogar der Schritt zu einem Ausbildungsvertrag. „Da werden viele Wege und Perspektiven aufgezeigt“, verdeutlichte Manuel Linser. Mehr noch, fand Jens Schulz von ARaymond: Die Schule schaffe damit ein sehr niederschwelliges Angebot, das den Zugang in die Unternehmen deutlich erleichtere. „Sie bauen Brücken von der Schule in die Unternehmen“, brachte es Rainer Reisgies auf den Punkt. Linser dankte den beiden Unternehmen nicht nur für ihre Bereitschaft, mit der Schule in Sachen Praktika zusammenzuarbeiten. Auch das Kollegium hätte bei einer Lehrerbetriebsbesichtigung viel erfahren. Dieses Wissen und die Chancen, die mit einer Ausbildung verbunden sind, an die Schüler und vor allem Eltern weiterzugeben, sei nun Aufgabe der Schule, fasste es Schulleiterin Sonja Mohren zusammen. Die Theodor-Heuss-Schule hatte bereits zuvor Bildungspartner- schaften abgeschlossen. Unter anderem mit der Lebenshilfe Lörrach oder dem Theater tempus fugit. Endress + Hauser und ARaymond sind die ersten Industrieunternehmen, die eng mit der Schule zu- sammenarbeiten werden. In Rahmen von „PowerBORS“ werden die Berufe Mechatroniker, Industrie-, Verfahrens- und Werkzeug- mechaniker sowie Stanz- und Umformmechaniker angeboten. Das erste „PowerBORS“ ist für April 2023 vorgesehen. mrk Von links: Rainer Reisgies (IHK), Jens Kröger (E+H), Jens Schulz (ARaymond) sowie Monika Sigrist, Tassilo Fuchs, Sonja Mohren und Manuel Linser von der Theodor-Heuss-Schule in Lörrach Bild: IHK Hochrhein-Bodensee / Patrick Merck Die Suche nach Auszubildenden wird für Unternehmen immer schwieriger. Bildungspartnerschaften, bei denen Schulen und Unternehmen zusammenarbeiten, können hier gute Dienste leisten. Mit im Boot: die IHK Hochrhein-Bodensee. Rainer Reisgies Ausbildungsberater Fachbereich Ausbildung 07622 3907-223 rainer.reisgies@ konstanz.ihk.de
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