Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe November'22 -Schwarzwald-Baar-Heuberg
26 IHK-Zeitschrift Wirtschaft im Südwesten 11 | 2022 REGIO REPORT IHK Schwarzwald-Baar-Heuberg D as einstimmige Zwischenergebnis, das die Gas- preiskommission vorgelegt hat, ist ein starkes Si- gnal an die Unternehmen aller Branchen“, sagt Birgit Hakenjos, Präsidentin der IHK Schwarzwald-Baar-Heu- berg. „Die Planungssicherheit würde für die Betriebe dadurch erhöht. Die Bundesregierung hat damit eine Blaupause für eine einfach gestaltete Preisbremse vorgelegt bekommen, die sie nun umsetzen kann. Darüber hinaus kann die Gaspreisbremse als Vorlage für die Strompreisbremse dienen – vie- le Betriebe sind vom Gas- und Strom- preis gleichermaßen abhängig“, so ha- kenjos weiter. „Trotz dieser Entlastung gibt es bis zum Frühjahr 2024 allerdings noch viele unsichere Variablen – seien es der Kriegsverlauf in der Ukraine, die Entlastungspläne der EU oder die Tem- peraturen im Winter. Gaseinsparungen und große unternehmerische Anstrengungen bleiben deshalb in der Wirtschaft zentral, um durch die Ener- giekrise zu kommen. Wir hoffen auf einen Abschluss- bericht der Kommission, der die Angebotsausweitung und einen Härtefallfonds für besonders betroffene Unternehmen adressiert.“ Im Vorfeld der Einigung durch die Gaspreiskommission hatte sich die IHK-Vollversammlung bei ihrem Herbst- treffen in Villingen-Schwenningen für sinkende Ener- giekosten und mehr Planungssicherheit eingesetzt. „Die steigenden Gas- und Stromkosten gefährden branchenübergreifend die Wirtschaftskraft der Unter- nehmen. Energie verteuert sich rasant, Unternehmen melden Beschaffungsschwierigkeiten und schränken ihre Arbeit ein“, so das Gremium. Die Wettbewerbsfä- higkeit der Wirtschaft stehe auf dem Spiel. Pragmatisch und lösungsorientiert vorgehen „Wir müssen pragmatisch und lösungsorientiert vor- gehen, so wie es die Unternehmen seit Beginn der Energiekrise durch Einspar- und Effizienzmaßnahmen vorgelebt haben. Die Resolution der IHK-Organisation mit zehn Sofortmaßnahmen zur Energiekrise definiert deshalb ordnungspolitische Instrumente, die grund- sätzlich die Rahmenbedingungen verbessern sollen“, so Birgit Hakenjos. In der Resolution werden einer- seits Unterstützungsprogramme gefordert. Anderer- seits reichen die vorgeschlagenen Maßnahmen von der Ausweitung der Stromproduktion über die Absen- kung von Umlagen und Entgelten bis zum Abbau von bürokratischen Hürden bei Entlastungspaketen und Genehmigungsverfahren. „Der nun kommende Abwehrschirm und die Abschaf- fung der Gasbeschaffungsumlage sind ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung“, begrüßt die IHK-Prä- sidentin die Entwicklung von Anfang Oktober. „Damit setzt die Bundesregierung zentrale Forderungen der Wirtschaft um. Diese müssen nun schnell und praxis- nah ausgestaltet werden. Die IHK-Organisation wird den Prozess weiter konstruktiv begleiten. Es geht um die Basis unseres Wohlstandes und die Zukunft des Wirtschaftsmodells Deutschland.“ Scha/Hi Christian Beck | Pressestelle 07721 922-174 beck@vs.ihk.de „ Information Die Energiepolitik unterliegt aktuell vielen Änderungen. Die IHK informiert auf ihrer Internetseite unter www.ihk.de/sbh über die aktuellen Entwicklungen. Dort ist auch die Resolution zur Energiekrise im Wortlaut abrufbar, die zehn geforderten Maßnahmen sind nachfolgend in der Übersicht dargestellt: Alle verfügbaren Kohle- und Ölkraftwerke in den Markt zurückholen. Verfügbare Kernkraftwerke bis zum Ende der Krise weiterbetreiben. Preisbremse für die Wirtschaft einführen. Strom- und Gaspreisumlagen in den Bundeshaushalt überführen und Zuschuss zu Netzentgelten einführen. Strom- und Energiesteuer auf Gas auf europäische Mindestsätze senken. Entlastungen bei den CO 2 -Handelssystemen schaffen. Dauerhafte Ersatzversorgung Strom und Gas einführen, sowie Liquidität der Energieversorger sichern. Absicherungsinstrumente im Stromsektor einführen. Zusätzliches Gasauktionsmodell einführen. Heimische Ressourcen stärker nutzen. »Die IHK-Organisation wird den Prozess weiter konstruktiv begleiten« IHK-Präsidentin Birgit Hakenjos: „Es geht um die Basis unseres Wohlstandes und die Zukunft des Wirtschaftsmodells Deutschland.“ Bild: IHK IHK-Präsidentin zum Bericht der Gaspreiskommission „Starkes Signal“ IHK-Präsidentin Birgit Hakenjos bewertet den Zwischenbericht der Gaspreiskommission positiv.
Made with FlippingBook
RkJQdWJsaXNoZXIy MjQ2MDE5