Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe November'22 - Hochrhein-Bodensee

25 11 | 2022 IHK-Zeitschrift Wirtschaft im Südwesten Neue Serie: Best Practice aus der Region „Wir leben schon immer in und mit der Natur“ R uhe und Ausgleich, Achtsamkeit und Verbunden- heit mit der Natur: Diese Werte sind in der Betriebs- philosophie des Naturparkhotels „derWaldfrieden“ in Todtnau schon immer fest verankert – lange, bevor es auch für Gastronomen und Hotels opportun wurde, sich Themen wie Nachhaltigkeit und Umweltschutz auf die Fahnen zu schreiben. Die landschaftliche Idylle des Hochschwarzwaldes erzwingt es geradezu, sie behutsam zu behandeln. Volker Hupfer, der den Familienbetrieb in dritter Ge- neration leitet, kann darüber viel erzählen. Seit 1889 existiert der Waldfrieden auf einem 1.020 Meter über dem Meeresspiegel gelegenen Hochplateau, erst als beschaulicher Bauernhof mit bis zu zwölf Milchkühen. 1950 wurden die ersten drei Gästezimmer vermietet, 1954 kam eine Gaststätte hinzu. 1970 hat die Familie die Landwirtschaft aufgegeben. „Beides ging damals nicht mehr“, erinnert sich der Hotelier. Was sich über all die Jahrzehnte nicht geändert hat, sagt er aus tiefer Über- zeugung: „Wir leben schon immer in und mit der Natur.“ Viel hilft viel Als Gründungsmitglied im Verein Naturpark Süd- schwarzwald ist sein Betrieb seit 1999 engagiert. 2018 schloss man sich als Partner dem Biosphärengebiet Schwarzwald an. Zahlreiche Label und Auszeichnun- gen belegen das engagierte Umweltmanagement mit dutzenden Projekten, die das Hotel umgesetzt hat. Von der Emas-Zertifizierung über den Architekturpreis Baukultur Baden-Württemberg bis zum Grünen Stern vom Guide Michelin. Eine 36 Seiten starke Umwelterklärung verrät Einzel- heiten, von den dreifach verglasten Holz-Alu-Fenstern über Regenwassernutzung und Holzhackschnitzel-Hei- zung bis zu Lüftungen mit Wärmerückgewinnung. Vor allem das 2013 nach dem Niedrigenergie-Standard errichtete Spa-Haus ist hier zu nennen. Ein Gebäude, das sich harmonisch an den Hang schmiegt, ohne als Fremdkörper in der Landschaft zu wirken. Naturbelas- sene Materialien und die an Außenfassade und für das Dach verwendeten Schindel sorgen für die traditionelle Schwarzwaldarchitektur. Dabei beschränkt sich Nachhaltigkeit für Hupfer nicht auf die Umsetzung von Verordnungen oder auf erfolgrei- che Auditoren-Prüfungen: „Wir sind nachhaltig im umfas- senden Sinne.“ Das Gefühl, im Hochschwarzwald zu sein, drückt sich – vermeintlich nebensächlich – auch darin aus, dass Familie Hupfer Lebensmittel überwiegend aus der Region bezieht, ebenso den Ökostrom von den gera- de einmal zehn Kilometer entfernten EWS Schönau. Alle handwerklichen Tätigkeiten werden von Fachkräften aus der Umgebung durchgeführt. „Nachhaltigkeit hat auch was mit Menschen zu tun“, sagt Volker Hupfer. Sein Haus bemühe sich daher, Mitarbei- ter langfristig an sich zu binden und sie im Bereich des Umweltmanagements kontinu- ierlich zu schulen. Es passt ins Bild, dass Hupfer – ergänzend zum Hotel mit seinen 55 Betten – auch die Einheimischen des kleinen Ortes Todtnau-Herren- schwand nicht vergisst. „Wir wollen für sie Dorfwirtschaft sein und bleiben.“ bb Mehr zum Unternehmens- netzwerk Klimaschutz unter www.klima- plattform.de/netzwerk/ mitglied-werden Das Unternehmens­ netzwerk Klimaschutz Das Naturparkhotel gehört zu den Grün- dungsmitgliedern des bundesweiten Un- ternehmensnetzwerks Klimaschutz, einer digitalen Plattform der Industrie- und Han- delskammern (Kontakt siehe links). Sie dient der Vernetzung, der Unterstützung und dem Erfahrungsaustausch der Mitglieder rund um das Thema Klimaschutz und ist größtenteils kostenlos. Nachhaltigkeit und Klimaschutz Das Team des Naturparkhotels mit dem 2013 errichteten Spa-Haus im Hintergrund. „Nachhaltigkeit hat auch was mit Menschen zu tun“ Foto: Jessica Alice Hath, Button: Adobe Stock

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