Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe November'22 - Hochrhein-Bodensee
23 11 | 2022 IHK-Zeitschrift Wirtschaft im Südwesten halten gehabt hätten. „Kurze Aufmerksamkeitsspanne, weniger Diskussionsfreude, weniger soziale Interaktion und weniger Verbindlichkeit“, listete sie in ihrem Vortrag „Lehren für die Lehre“ auf. Darüberhinaus informierte Claus Kapelke in seiner Ei- genschaft als Vorsitzender des Vereins „Weiterbildung Hessen“ über die Veränderung der Weiterbildungsland- schaft in seinem Bundesland. Im Anschluss legte Frank Wittemeier von der „Landesarbeitsgemeinschaft für eine Andere Weiterbildung“ in Nordrhein-Westfalen dar, wie Weiterbildungsinstitutionen bei der Digitalisierung unter- stützt werden. In der abschließenden Diskussionsrunde hatten die Teilnehmer Zeit und Gelegenheit, mit den Referenten ins Gespräch zu kommen. „Das war hochinte- ressant und immens wichtig“, fasste Rita Hafner-Degen für das Netzwerk Fortbildung den „Blick über die Grenze“ in Konstanz zusammen: „Dieser Austausch bildet die Basis für neue Entwicklungen in der Weiterbildung.“ Ein ähnliches Fazit zog Johanna Speckmayer. Sie verwies auf den „längst fälligen Schritt in die Digitalisierung der Weiterbildung“. Mit ihr entstünden neue, an das Zielpu- blikum und die Region angepasste Formate, zusätzlich zum Präsenzunterricht, der aus der Bildungslandschaft nicht wegzudenken sei. „Die Zukunft der Bildung benö- tigt Kreativität, und der Blick auf die Kolleginnen und Kol- legen im In- und Ausland zeigte das sehr eindrücklich.“ Welche Impulse von diesem Tag am Rhein mitgenommen wurden, wird spätestens in fünf Jahren deutlich. Dann wird von einem anderen Standort aus ein „Blick über die Grenze“ geworfen. mrk „Die Pandemie hat dem ortsunabhängigen Lernen einen Schub verliehen“ Katharina Bilaine Bodensee-Seminar: Weiterbildung für IHK-Berater Mit Expertise Innovation und Technologie voranbringen O b aus Lüneburg, Passau, Halle, Düsseldorf, Braunschweig oder Karlsruhe, in diesem Jahr haben sich insgesamt 32 IHK-Kollegen aus ganz Deutschland in Konstanz getroffen, um sich über Innovationsthemen aus- zutauschen, bestehende Netzwerke zu vertiefen und neue aufzubauen. Schon seit 23 Jahren dient das von den IHKs Hochrhein-Bodensee und Bodensee-Oberschwaben ge- meinsam ausgerichtete Bodensee- Seminar als interne Fortbildung für IHK-Innovations- und Technologie- berater bundesweit. Es findet immer Ende September statt, entweder in Konstanz oder auf der anderen Seeseite. Ziel dieser IHK-Weiterbildung ist es, die Teilnehmenden zu aktuellen Fra- gestellungen imFachbereich Innovation und Technologie zu schulen und für kommende Themen und Gesetze vorzubereiten. Kurz, um die Bera- tungsqualität für die Mitgliedsunternehmen aktuell und hoch zu halten. Das Seminar begann mit dem Zukunftstrend Wasserstoff und der Fragestellung, wie weit die Wasserstofftechnologie fortgeschritten ist, welche Perspektiven sich abzeichnen und ob es demnächst weitere Förderprogramme für Unternehmen gibt. Hierzu war Thomas Jordan vom Karlsruher Institut für Technologie geladen, der deutlich machte, dass das Thema zwar wichtig ist, hier in Deutschland viel passiert, aber kleine und mittlere Unternehmen nur dann parti- zipieren können, wenn sie sich an einem Großprojekt beteiligen. Green Deal wird die Wirtschaft rocken Klimaschutz, Green Deal - gerade deshalb ist es im Innovationsbe- reich wichtig zu wissen, wie in der Produktentwicklung weitergehol- fen werden kann. Hierzu hatte sich Sebastian Bolay, Bereichsleiter Energie, Umwelt, Industrie beim DIHK, online zugeschaltet. Er sagte, dass der Green Deal die Unternehmerschaft immens beeinflussen wird. Inwieweit, das ist noch offen, aber man sollte sich bereits jetzt darauf vorbereiten. Da der Green Deal tiefgreifende Auswirkungen auf die Unterneh- mensstrategien haben wird, war Unternehmer Oliver Maier, Ge- schäftsführer der Wefa Inotec GmbH in Singen und zugleich Aus- schussvorsitzender des Industrie- und Umweltausschusses der IHK Hochrhein- Bodensee, eingeladen. Praxisnah berichtete er, wie sich sein Unternehmen vorbereitet, wie er die Auswirkungen auf die Innovationstätigkeit einschätzt und wie IHKs Unternehmen dabei unterstützen können. Ein großes Thema auf der Veranstaltung waren auch die CE-Kenn- zeichnung und die neue Maschinenverordnung, die voraussichtlich Anfang 2023 veröffentlicht wird. Besonders die CE-Kennzeichnung ist in allen IHKs zentrales Innovationsthema. Oliver Kirchwehm von der Firma SafetyKon aus Freiburg beantwortete dazu Fragen, die von den Anwesenden aus ihrer täglichen Arbeit mitgebracht worden waren. Neben dem fachlichen Update kam natürlich auch das Netzwerken nicht zu kurz. So wurden Bundesland übergreifende Kooperationen andiskutiert, von denen Unternehmen vieler IHKs mittelfristig profitie- ren werden. Claudius Marx, Hauptgeschäftsführer der IHK Hochrhein- Bodensee, begrüßte die Zusammenarbeit der IHKs deutschlandweit und betonte die Wichtigkeit der Kooperationen. sp IHK-Innovations- und Technologieberater aus ganz Deutschland zur Weiterbildung beim 23. Bodensee-Seminar im September. Bild: Hanser (IHK)
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