Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe November'22 - Hochrhein-Bodensee

22 IHK-Zeitschrift Wirtschaft im Südwesten 11 | 2022 REGIO REPORT  IHK Hochrhein-Bodensee Expertensymposium Quo vadis Weiterbildung? Voneinander lernen und profitieren – in diesem Spätsommer war die IHK Hoch- rhein-Bodensee Gastgeber des international besetzten Fachsymposiums „Blick über die Grenze“. Rund 60 Entscheidungsträger und Experten aus der beruflichen Weiterbildung waren ins Bodenseeforum gekommen, um sich auszutauschen. D iese Veranstaltung sei ein Weckruf, eine Erin- nerung, sagt Rita Hafner-Degen. Alle fünf Jahre solle der „Blick über die Grenze“ den Beteiligten ins Gedächtnis rufen, dass es Nachbarn gebe, von deren Erfahrungen alle im Wirtschaftsleben und vor allem in der beruflichen Weiterbildung profitieren könnten. So bringt es die Koordinatorin im Netzwerk Fortbildung Baden-Württemberg auf den Punkt. „Es geht um die Vernetzung gerade über die Landesgrenzen hinweg. Wir wollen voneinander lernen – sowohl von unseren europäischen Nachbarn als auch von den Erfahrun- gen, die unsere Kollegen in anderen Bundesländern machen.“ Begrüßt wurde die Expertenrunde von Jo- hanna Speckmayer, Leiterin der Weiter- bildung der IHK Hochrhein-Bodensee, und Dietmar Stengele, Referatsleiter im Landesministerium für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus. Zu den aktuellen Themen zählten auch die Lehren, die aus der Coronapandemie gezogen wurden. Ein Fragenkomplex dazu lautete: „Was wird die berufliche Wei- terbildung in Zukunft prägen? Ist es die Digitalisierung, sind es eher neue Lern- inhalte oder andere didaktische Ansätze und Methoden?“ Katharina Bilaine von der Bertelsmann-Stiftung griff diesen Punkt direkt im Eingangsstatement der Veranstaltung auf und verwies auf statistische Erhebungen. „Die Pandemie hat dem ortsunabhängigen Lernen einen Schub verliehen“, machte sie deutlich. Doch nicht nur das: ein Drittel der befragten Erwerbspersonen hätten sich im ersten Lock- down weitergebildet, 41 Prozent von ihnen durch eigen- ständiges Lernen mit Hilfe von Medien wie Fachlektüre und digitale Lernmedien. Auch auf Unternehmensseite habe es Veränderungen gegeben: „35 Prozent der be- fragten Unternehmen haben seit Beginn der Pandemie E-Learning zum ersten Mal eingesetzt, 44 Prozent haben die Möglichkeiten des E-Learnings ausgebaut.“ Die zwei Seiten der Digitalisierung Auch in den Beiträgen von Audun Bjelland von der nor- wegischen Onlineschule Nettskulen in Vestland, von Bernhard Grämiger vom Schweizerischen Verband für Weiterbildung oder dem von Rosemarie Nowak von der Universität für Weiterbildung Krems aus Österreich nahm die Digitalisierung einen breiten Raum ein. Dabei wurden auch die Startschwierigkeiten beleuchtet, wie das zum Teil geringe Wissen rund um Videotelefonie und digita- le Lehre bei den Vortragenden, sowie fehlendes oder schlechtes Equipment. Rosemarie Nowak stellte zudem heraus, dass die Veränderungen der Wissensvermittlung auch auf studentischer Seite Auswirkungen auf das Ver- Berufliche Weiterbildung  Angebote, Termine und Ansprechpartner der IHK Hochrhein-Bodensee für die Berufliche Weiterbildung www.ihk.de/konstanz/berufliche- bildung/weiterbildung/uebersicht  Netzwerk Berufliche Fortbildung www.fortbildung-bw.de Johanna Speckmayer, Leiterin der Weiterbildung der IHK Hochrhein- Bodensee, begrüßt die Teilnehmer im Bodenseeforum. Dietmar Stengele, Referatsleiter im Landesministerium für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus, vor den rund 60 Weiterbildungsexperten. Bilder: Janne Bock (IHK)

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