Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe Oktober'22 - Hochrhein-Bodensee
Anzeigenkompendium Prüfer Medienmarketing für die Region Südbaden Bauwirtschaft I Objekt-, Gewerbe-, Industriebau 65 Verluste im Neubaubereich weiterhin nicht ausgleichen können. Das Preisniveau im Ein- kauf befinde sich zur Zeit auf einem „histo- risch hohen Niveau“ – so hätte sich etwa der Index der Erzeugerpreise für Betonstahl um 23 Prozent im Vergleich zum Vorjahr erhöht (Quelle: Deutsche Handwerkszeitung). Preisindex gestiegen Dabei war das Preisniveau bereits im vergan- genen Jahr angestiegen. Bei den Dämmstof- fen war in diesem Jahr sogar ein Plus von 30 Prozent zu verzeichnen. Bauleistungen seien insgesamt teuer geworden und die „Investi- tionsbudgets der Auftraggeber für Maßnah- men im Gewerbebau, im Wohnungsbau und der Infrastruktur reichten schlicht nicht mehr aus“, unterstrich Nachbauer. Insgesamt sind nach Angaben der Bundesvereinigung Bau- wirtschaft im ersten Halbjahr dieses Jahres die Auftragseingänge im Bauhauptgewerbe um real drei Prozent auf 51 Milliarden Euro gesunken. Problematisch sei, dass der einst- mals prosperierende Wohnungsbau (auch auf- grund der zurückgehenden Förderungen) die Baukonjunktur nicht weiter stützen könne. Dass gegenwärtig verstärkt in Energieeffizi- enzmaßnahmen investiert werde, stabilisie- re die Baukonjunktur immerhin im Bereich „Ausbau und Gebäudetechnik“, so Nach- bauer. Ein Beispiel dafür sei der Einbau von Wärmepumpen, die erhöhte Nachfrage nach Photovoltaikanlagen oder das gesteigerte In- teresse an E-Mobilität. Sanierungen an Tü- ren und Fenstern seien momentan ebenfalls gefragt. Die Bundesvereinigung fordert mehr öffentliche Aufträge bei Neubauten, um die Baukonjunktur anzukurbeln. Des Weitern verlangen die Vertreter der Bauwirtschaft von Seiten der Politik, die Energiepreise abzusen- ken bzw. einzufrieren. Dies sei der einzige Weg, um die galoppierende Preisentwicklung bei den Baustoffen aufzuhalten. Trends der Branche Trotz widriger Bedingungen will die Branche weiterhin am Fachkräfteaufbau festhalten. Strukturell sei eine hohe Nachfrage an Bau- leistungen gegeben. Die Bauwirtschaft setze dabei auf die Ausbildung des eigenen Nach- wuchses und auf Fachkräfteeinwanderung. Der Fachkräftemangel ist im Bau wie andern- orts deutlich spürbar. Branchenspezifische Beraterfirmen benennen als Trends einer Studie zufolge neben den bereits genannten „Materialmangel und Preise“ auch die Suche nach Fachkräften sowie „grünes Bauen“, das mit dem erwähnten Thema Energieeffizienz verwandt ist. Entscheider aus der Bauindus- trie hatten diese Trends in der BauinfoCon- sult-Studie „Jahresanalyse 2022/2023“ auf- gezählt. 73 Prozent gaben gegenüber dem Marktdaten-Spezialisten an, dass der Fach- kräftemangel „ein leidliches Thema“ sei. Die Consultingfirma vermutet, dass sich die für die Bauwirtschaft verhältnismässig gut verlaufenden beiden Coronakrisenjahre ins- besondere bezüglich der Personalauslastung „noch verschärfend auf die ohnehin schon fragile Fachkräftesituation ausgewirkt ha- ben“. Bereits vor Beginn des Ukrainekrieges, seit Mitte 2021, sind „die Lieferengpässe für unterschiedliche Bauprodukte und Mate- rialien ein sektorbestimmendes Thema“, bemerken die Branchenkenner. Die Corona- Pandemie sei „Hauptverursacher dieser Ent- wicklung“. Mit dem Ukrainekrieg und der
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