Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe Oktober'22 - Hochrhein-Bodensee
48 IHK-Zeitschrift Wirtschaft im Südwesten 10 | 2022 Unternehmen 25 Jahre AS Büropartner GmbH Digital ist gut fürs Geschäft FREIBURG. Mit Bürotechnik kennt sich Alfred Scherer aus: In den 1970er Jahren war er, damals noch als Angestellter, im Außendienst unterwegs und hat die ersten elektronischen Tischrechner mit Kom- maautomatik verkauft. Anfang der 1980er kamen die ersten PCs ins Sortiment dazu. Dass er in diesem Jahr 25-jähriges Jubiläum mit seinem eigenen Unternehmen, der AS Büropartner GmbH, feiert, ist eigentlich einer misslungenen Firmenübernahme zu verdanken. Ur- sprünglich wollte er die Firma, bei der er bis in die Geschäftsführung aufgestiegen war, überehmen. Doch der Kauf scheiterte. „Ich habe nicht lange überlegt und mich am 1. September 1997 selbstständig gemacht“, sagt Scherer. Ein wesentlicher Schritt sei in den früheren 2000er-Jahren der Transfer des Unternehmens zu einem Systemhaus gewesen, ergänzt Geschäftsführer Christian Rombach, der einst als Schülerpraktikant erste Luft im Unternehmen schnupperte, anschlie- ßend dort eine Lehre absolvierte und vor drei Jahren die Führung von Scherer übernahm, der nun als Gesellschafter fungiert. Seit 2018 bietet AS Bürotechnik die „Managed Services“ an, ein umfassender und proaktiver IT-Support, der Kunden einen sicheren Betrieb ihrer IT-Infrastruktur ermöglichen soll. Während der Pan- demie griffen die zu großen Teilen langjährigen Bestandskunden besonders gerne auf die Services ihres IT-Partners zurück. Aktuell sei vor allem das Dokumentenmanagement für kleine und mittlere Unternehmen, also die Überführung aller anfallenden Dokumente in ein digitales Archiv, ein wichtiges Thema. Hier bietet das Unter- nehmen eine eigene Cloudlösung an. „Die Unternehmen brauchen einen kompetenten Ansprechpartner, der mit der Technologie und deren zunehmender Komplexität Schritt halten kann.“ Die Branche sei schon immer schnelllebig gewesen und man habe sich neuen Herausforderungen stellen müssen – das haben sich die Freiburger IT-Experten mit ihrem Team aus aktuell 15 Mitarbeitern auch fürs nächste Vierteljahrhundert vorgenommen. db Keller Blechtechnik GmbH in Endingen weiht Neubau ein Fertigung nach Vorbild der „Smart Factory“ ENDINGEN. Im Ortskern, in der Hauptstra- ße in Endingen fing 1901 alles an. Dort grün- dete Adolf Keller I. sein Unternehmen, eine typische Schmiede für Hufbeschlag, die spä- ter landwirtschaftliche Geräte, Wagenräder und Co. herstellte und reparierte. Es war die Geburtsstunde des Familienunternehmens, das heute in vierter Generation geführt wird. Das Gebäude in der Hauptstraße ist zwar nach wie vor im Familienbesitz, doch wird es längst nicht mehr als Geschäftsgebäude genutzt. 1971 fand der Umzug in die Wöllinger Straße statt, wo das Unternehmen noch bis Mitte des Jahres seinen Standort hatte. Dort ist es kontinuierlich gewachsen - die sich weiter- entwickelnden Produktionsabläufe benötigten immer mehr Platz: „Ein Neubau wurde erfor- derlich, um zukunftsfähig zu bleiben“, erläu- tert Firmenchef und Inhaber Harald Keller. Er ist seit 2001 im Familienunternehmen tätig, 2003 hat es der damals erst 25-Jährige zur Keller Blechtechnik GmbH umfirmiert, einer hunderprozentigen GmbH, in der er der allei- nige Gesellschafter-Geschäftsführer ist. Anfang Juli wurde nun der Neubau eingeweiht - passend dazu feierte man das 120-jährige Firmenjubiläum nach, was wegen der Coro- napandemie im vergangenen Jahr verscho- ben werden musste. Auf dem gut 11.000 Quadratmeter großen Areal am neuen Standort in der Elsässer Straße in Endingen entstand eine circa 4.000 Quadratmeter gro- ße Produktionshalle, Büros mit einer Fläche von rund 700 Quadratmetern sowie ein Lager mit 1.700 Tonnen Kapazität. Einen mittleren einstelligen Millionenbetrag investierte das Unternehmen in die neuen Räumlichkeiten. „Wir wollten eine ausreichend große, funk- tionale Hülle rund um unsere Prozesse her- um bauen“, betont Harald Keller. Im Inneren befinden sich Fertigungsanlagen nach dem Vorbild einer „Smart Factory“. Die Maschi- nen sind alle vernetzt und werden über ein Dashboard koordiniert. Die Wertschöpfung ist nach Angaben des Unternehmers sehr hoch: „Wir fertigen alles vor Ort – das heißt, vorne kommt Blech rein, hinten kommen fertige Baugruppen raus. Je nach Kunden- wunsch montiert, pulverbeschichtet und fertig verpackt. Eine Fertigung ohne Ver- schwendung.“ Größere Stückzahlen werden laut Keller von Maschinen oder Robotern übernommen. Die Mitarbeiter sollen inter- essante und möglichst abwechslungsreiche Tätigkeiten ausüben. Denn ein zufriedenes Team ist für den Geschäftsführer ein Her- zensanliegen, darin sieht er seit jeher die Zukunft: „So ein Gebäude und Maschinen, das kann sich jeder hinstellen, aber ein gutes Team zu haben ist das A und O.“ Gemeinsam mit der Fachhochschule Offenburg wurde das Vorhaben der hochmodernen Anlagen geplant und realisiert. Die Zusammenarbeit mit Hochschulen und Institutionen soll in Zu- kunft noch weiter ausgebaut werden. Moder- ne Schulungsräume und die innovative Fer- tigung bieten entsprechende Möglichkeiten. Die Keller Blechtechnik GmbH entwickelt, konstruiert und fertigt Produktlösungen für viele verschiedene Branchen: von einfachen Blechteilen bis hin zu kompletten Baugruppen und komplexen Anlagen. Das Unternehmen beschäftigt derzeit 70 Mitarbeiter. ak Blick in die neue Produktionshalle. Von links: Christian Rombach, Geschäftsführer AS Büropartner und Alfred Scherer, Gründer und Gesellschafter.
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