Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe Oktober'22 - Hochrhein-Bodensee
ANZEIGEN www.finanzkanzlei-in-suedbaden.de Wir sichern Ihren wirtschaftlichen Erfolg und machen Generationen zukunftsfähig! Regional, persönlich und digital. Stefan Keller, Manuel Pleuler, Raphael Höfler und Markus Kéler Mode ist ein Synonym für Vergänglichkeit. Was heute gefällt, ist morgen out. Ist Mode und Nachhaltigkeit dann nicht ein Widerspruch? Jonathan Zuber: Nachhaltigkeit und Konsum sind schwer zu verein- baren. Nachhaltige Mode versucht deswegen, zeitlos zu sein. Die Kleidungsstücke sind eher schlicht und minimalistisch. Es macht keinen Sinn, nur auf nachhaltige Materialen zu setzen, wenn das Design nur kurz gefragt ist. Nachhaltige Mode ist das Gegenteil der „Fast Fashion“ großer Ketten mit über 50 Kollektionen im Jahr – sie ist heute, morgen und übermorgen aktuell. Ein T-Shirt wird durchschnittlich nur 8,5-mal getragen, habe ich gelesen … Josia Zuber: … und das ist noch viel. Man geht davon aus, dass in deutschen Kleiderschränken 35 Prozent der Kleidungsstücke un- getragen sind. Das ist doch Wahnsinn. Unsere Kunden sind anders. Sie kommen zu uns, wenn sie ein altes Kleidungsstück durch ein neues, nachhaltiges ersetzen wollen. Stichwort Onlinehandel – der wächst seit Jahren ungebrochen, manche stimmen schon den Abgesang auf den stationieren Einzelhandel an. Jonathan Zuber: Dem widerspreche ich ganz klar. Wir machen 70 Prozent unseres Umsatzes mit dem Store und 30 Prozent online. Ein Geschäft ist wie ein Vertrauenssiegel. Deswegen eröffnen Marken, die es nur online gibt, auch gerne Pop-up-Stores, um nahbarer und im wahrsten Sinne des Wortes fassbar zu sein. Diese Stores sind oft sehr schön und aufwendig gestaltet. Es geht um mehr als nur den Kauf einer Ware. Es geht um Erlebnisse. Was müsste der Einzelhandel tun, damit die ganze Konstanzer Innenstadt zu einem Erlebnis wird? Josia Zuber: Die alten Einzelhandelskonzepte, die auf Masse gesetzt haben, funktionieren nicht mehr. Der Einzelhandel muss sehr viel kreativer werden. Wir brauchen gemeinsame Aktionen und Events. Besucherströme müssen smart gelenkt werden, um leere Straßen und Plätze wiederzubeleben und wir brauchen Lösungen für den kollabierenden Autoverkehr. Ein Parkhaus auf dem Döbele wäre ein Anfang. Wichtig ist, dass alle Akteure einer Innenstadt zusam- menarbeiten, Einzelhandel, Gastronomie und Kultur, verbunden mit Nachhaltigkeit, Entspannung und Unterhaltung – so entstehen Erlebnisse! Das sehe ich genauso. Was bedeutet eigentlich „Elossa“? Josia Zuber: Das ist finnisch und heißt lebendig. Unser Logo ist puristisch, clean und modern, so wie nachhaltige Mode nun mal ist. Interview: Claudius Marx
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