Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe Oktober'22 - Hochrhein-Bodensee

20 IHK-Zeitschrift Wirtschaft im Südwesten 10 | 2022 REGIO REPORT  IHK Hochrhein-Bodensee Pandemie, Lockdown, Abstandsregeln, Maskenpflicht – Grün- den mitten in der Coronakrise, habt Ihr da etwas übersehen? Josia Zuber (lacht): Nein, das war uns alles schon bewusst. Aller- dings haben wir damals mit steigenden Impfquoten gerechnet. Un- ser größtes Risiko wäre ein weiterer Lockdown gewesen. Tatsächlich war der Zeitpunkt aber gut. Nur durch Corona gab es überhaupt freie Ladenflächen. Die Krise als Chance, toll. Trotzdem: Wir war Euer Start? Jonathan Zuber: Es lief absolut nichts nach Plan. Wir mussten später eröffnen, die Lieferketten stockten, die Inzidenzen waren hoch und die Impfquote niedrig. Hinzu kam technischer Ärger mit unserem Onlineshop – puh! Heute sind wir froh, dass wir durchgehalten und die Kunden unser Konzept angenommen haben. Die IHK hat uns dabei sehr geholfen. Auch ein Dozent aus meiner IHK-Weiterbildung zum Fachwirt war eine großartige Unterstützung. Und die Work-Life-Balance in diesem Jahr? Jonathan Zuber (lacht): Nur work! Ihr verkauft nachhaltige Mode. Wie kam‘s dazu? Josia Zuber: Als ich vor einiger Zeit in Skandinavien unterwegs war, sind mir die vielen nachhaltigen Modemarken aufgefallen. Diese Mode sah einfach nur modern und stilvoll aus. Das hat mir gefallen. Die Idee kam dann ziemlich schnell, nachhaltige Mode auch hier in Deutschland zu verkaufen. Ich denke bei Nachhaltigkeit an das Material, an die Fertigung und an die Transportwege. Richtig? Und Ihr seid zu 100 Prozent nachhaltig? Josia Zuber: Ja, richtig, eigentlich gehört auch noch die Verwertung am Ende der Nutzung dazu. Wir verkaufen ausschließlich Mode, die zu hundert Prozent nachhaltig ist und auch nur von Herstellern, die ausschließlich nachhaltig produzieren. Alles andere kommt nicht in unseren Shop. Auch wir selbst sind nachhaltig. Unsere Kleiderbü- gel sind aus recyceltem Plastik, die Visitenkarten aus recyceltem Baumwollstoff. Viele denken bei nachhaltiger Mode, sie kratzt, ist grau und sieht nach Jutesack aus. Jonathan Zuber: Stimmt. Das Klischee gibt es immer noch. Und manche Marken sehen tatsächlich so aus. Wir haben stets da- rauf geachtet, nur modische Teile in den Shop aufzunehmen, ohne moralischen Zeigefinger oder Gutmenschen-Parolen wie „act now“. Nachhaltige Mode soll gar nicht politisch, sie soll der Standard sein. INTERVIEWPARTNER Josia (29) und Jonathan (34) Zuber sind in Konstanz aufgewachsen. Josia Zuber hat nach der Schule eine Ausbildung zum Klavierbauer und Stim- mer gemacht, ist dann aber auf Einzelhandelskaufmann umgeschwenkt. Jonathan Zuber hat ebenfalls nach der Schule eine Ausbildung zum Ein- zelhandelskaufmann absolviert. Beide haben im Anschluss mehrere Jahre für Einzelhandelsunternehmen gearbeitet, im stationären Handel und im E-Commerce. Bis zu dem Start von Elossa haben beide in München gewohnt. Während Josia Zuber nun wieder in Konstanz wohnt, steuert sein Bruder Jonathan den Onlineshop von München aus. Die Themen Nachhaltigkeit und Klimaschutz betreffen alle – auch die Wirtschaft. In unserer Serie stellen wir Ihnen Unternehmen aus der Region vor, die sich besonders in den Bereichen engagieren. Sie erzählen, welche Maßnahmen sie ergreifen, um zum Klimaschutz beizutragen. Die Brüder Josia und Jonathan Zuber haben im April 2021 ein Geschäft für nachhaltige Mode in der Konstanzer Innenstadt eröffneten. IHK-Hauptgeschäftsführer Claudius Marx hat mit Ihnen gesprochen. » Nachhaltige Mode ist heute, morgen und übermorgen aktuell « Nachhaltigkeit und Klimaschutz

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