Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe Oktober'22 - Hochrhein-Bodensee
15 10 | 2022 IHK-Zeitschrift Wirtschaft im Südwesten BRENNLUST Andrea Koch brennt – für Gin und natürliche Destillate. So sehr, dass die studierte Eventmanagerin (B.A.) – neben ihrer Anstellung in Stuttgart – an der Offenburger Land- wirtschaftsschule eine Ausbildung zur Brennerin absolvier- te. „Meine Brennlust, die auch Patin des Unternehmens- namen ist, und der Wunsch, das Können meines Vaters zu erhalten, haben mich dazu motiviert“, sagt die 34-Jährige Stockacherin. Sie ist die vierte Generation in der Familie, die sich dem traditionellen Handwerk verschrieben hat – und gleichzeitig die erste, die es auf dem familienge- führten Obstbaubetrieb imVollerwerb ausübt. Noch in der Ausbildung kaufte sie ihre erste Mini-Brennerei, probierte Rezepte aus und brachte 2016 zwei Gins unter dem Label Brennlust auf den Markt – ihr Start ins nebenberufliche Unternehmertum. Dabei wurde ihr klar: Langfristig sind beide Jobs nicht vereinbar. Andrea Koch folgte ihrer Passi- on, baute über die Jahre das Portfolio aus und übernahm diesen Juli den zwei Hektar großen elterlichen Betrieb. Ihr Angebot umfasst heute neben Destillaten und Fruchtauf- strichen auch Events wie etwa Brennabende. Ihre Gins, Geiste, Brände und Liköre stellt Andrea Koch gemeinsam mit ihren Eltern her – in Handarbeit, ohne Abrundungszu- cker und zusätzliche Aromastoffe. „Es ist unser Anliegen, das Aroma der Frucht so unverfälscht wie möglich als Jahr- gangsdestillat in der Flasche einzufangen. Die Jahrgänge sind unterschiedlich, genau wie beim Wein“, erklärt die Unternehmerin. Jährlich füllt sie rund 1.000 Liter Destil- late und Liköre ab und verkauft diese per Onlineshop, in einem Verkaufsautomaten in Stockach-Wahlwies und bei Feinkosthändlern. Zudem öffnet sie zwei Mal die Woche den hauseigenen Verkaufsschrank. Perspektivisch möchte Koch die Abläufe auf dem Hof, der nie zum Haupterwerb dienen sollte, effizienter gestalten. Dann solle es auch ei- nen Verkaufsraum samt Schaubrennerei geben. ks ALEXANDER SCHALLER Planung, Beratung, Prüfung, Reparatur oder Weiterbil- dung – Alexander Schaller (37) aus Freiburg bietet ein breites Leistungsspektrum rund um Krane und Krananla- gen an. Sein Wissen hat sich der gelernte Maschinenbau- mechaniker im väterlichen Betrieb angeeignet, aber auch über Zusatzqualifikationen: Unter anderem ist er seit 2015 von der Berufsgenossenschaft ermächtigter Sach- verständiger für Krane. Sein Unternehmen „Alexander Schaller – Beratung, Entwurf und Kundendienst!“ hat er im April 2020 gegründet – mitten in der Coronapande- mie: „Die Kundenakquise war zu Beginn schwierig“, er- zählt der Kranspezialist. „Doch in der Zwischenzeit läuft es besser, zwar langsam, aber es kommen immer mehr Kunden dazu.“ Finanziert hat er sich über einen kleinen Gründerkredit vom Land Baden-Württemberg. Dadurch war es ihm möglich, das für die Arbeit notwendige Fahr- zeug sowie Werkzeug anzuschaffen, und so konnte Alex- ander Schaller direkt starten. „Ich betreue vor allem Be- triebe mit Krananlagen in Freiburg und Südbaden“, sagt der 37-Jährige. „Die Weiterbildungen, die ich anbiete, dauern in der Regel drei bis vier Tage und finden online, in Tagungsräumen oder auch inhouse statt.“ Zudem hat er gemeinsam mit einem Softwareunternehmen „Crane Control“ entwickelt, eine Software für die Betriebsmittel- verwaltung und Prüfung von Krananlagen und Lastauf- nahmemitteln. Sein jüngstes Projekt hat Alexander Schal- ler gerade fertiggestellt: Das von ihm verfasste Buch „Die Kranprüfung“, ein Leitfaden für Kranprüfer, wird derzeit vomVerkehrs-Verlag J. Fischer verlegt und soll noch in die- sem Monat in den Handel kommen. ak Bild: Lukas Lehmann Media
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