Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe September'22 -Schwarzwald-Baar-Heuberg

22 IHK-Zeitschrift Wirtschaft im Südwesten 9 | 2022 REGIO REPORT  IHK Schwarzwald-Baar-Heuberg • IT-SERVICES • IT-SICHERHEIT • CLOUD-LÖSUNGEN • KOMMUNIKATION • ZERTIFIZIERT NACH DIN EN ISO 9001:2015 WIR SORGEN FÜR DEN IT-RUNDUM-SCHUTZ! Neuhauserstr. 34 | 78532 Tuttlingen www.it-hoehmann.com ANZEIGE Zuwanderung von qualifizierten Arbeitskräften IHK begrüßt Reformvorschläge G astronomie, Handwerk, Pflege: In vielen Bran- chen werden dringend Arbeitskräfte benötigt. Für die deutsche Wirtschaft ist klar, dass das Fach- kräfteproblem ohne ausreichend Zuwanderung aus dem Ausland nicht gelöst werden kann. Deshalb will die Bundesregierung noch dieses Jahr mit der Weiter- entwicklung des Fachkräfteeinwanderungsgesetzes (FEG) beginnen. Das FEG, welches im März 2020 ein- geführt wurde, hat zwar den Zuzug von Fachkräften aus Nicht-EU-Staaten erleichtert, aber die Erfahrun- gen aus den Unternehmen zeigen, dass in vielerlei Hinsicht Verbesserungsbedarf besteht, und zwar so- wohl bei den gesetzlichen Regelungen als auch bei der praktischen Umsetzung. „Wir begrüßen es, dass die Bundesregierung das Fachkräfteeinwanderungsgesetz überarbeiten möch- te und unterstützen die Verbesserungsvorschläge, die der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) in Berlin vorschlägt. Es geht hierbei vor allem um die Beschleunigung der Prozesse, die Erleichte- rung bei der Einreise zu Qualifizierungszwecken, die Unterstützung des Spracherwerbs und die Abschaf- fung der Vorrangprüfung für Auszubildende“, sagt IHK-Präsidentin Birgit Hakenjos. Erfahrungen aus der Praxis zeigen, dass die adminis- trativen Verfahren, bei welchem sehr viele Akteure involviert sind (Ausländerbehörden, Anerkennungs- stellen, Arbeitsagenturen und Auslandsvertretungen), oftmals nicht wie erwünscht verlaufen. Um die Visa- verfahren zu beschleunigen, sollte zum einen stärker digitalisiert werden und zum anderen mehr Trans- parenz und Rollenklarheit zwischen den einzelnen Akteuren geschaffen werden, stellt Ramona Shedrach vom Welcome Center klar. Des Weiteren sollte eine zentrale Hotline geschaffen werden, von welcher die Beschäftigten einer Ausländerbehörde bei kompli- zierten Detailfragen Unterstützung erhalten können und auch die Auslandshandelskammern (AHKs) vor Ort könnten helfen. „Voraussetzung für die Zuwanderung aus Nicht-EU- Staaten ist eine vollständige Gleichwertigkeit der Qua- lifikation. Da aber die meisten Länder andere Ausbil- dungssysteme als Deutschland haben, bekommen die potenziellen Arbeitskräfte aus dem Ausland oft nur eine teilweise Gleichwertigkeit bescheinigt. Die Zuwanderung mit teilweiser Gleichwertigkeit ist zwar möglich, aber der Prozess könnte laut DIHK verein- facht werden, wenn die Planung der berufsbeglei- tenden Weiterqualifizierung in Deutschland erfolgen könnte“, so die Beraterin des Welcome Centers. Deutsche Sprachkenntnisse seien wichtig, um in Deutschland eine Beschäftigung zu finden, aller- dings sollte dies kein Hindernis für die Zuwanderung sein. „Der Spracherwerb sollte möglichst bereits im Ausland unterstützt werden durch günstige Angebote des Goethe-Instituts oder auch durch Darlehens- oder Stipendienmodelle“, sagt Ramona Shedrach. Auch in Deutschland sollten die Sprachkurse flexibler und digital gestaltet sein, so dass auch Personen in Schichtarbeit oder in ländlichen Regionen daran teilnehmen könnten. Bei der Einreise zu Ausbildungszwecken könnte auf die Vorrangprüfung verzichtet werden, denn viele Aus- bildungsplätze können in Deutschland zunehmend nicht besetzt werden. Auch die Möglichkeit zur Ein- reise für ausbildungsvorbereitende Praktika könnten in das Fachkräfteeinwanderungsgesetz mitaufgenom- men werden. Sh/MK Ramona Shedrach, Welcome Center 07721 922-239 shedrach@vs.ihk.de »Wir begrüßen es, dass die Bundesregierung das Fachkräfteeinwanderungs­ gesetz überarbeiten möchte«

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