Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe Juli/August'22 -Südlicher Oberrhein

29 7+8 | 2022 IHK-Zeitschrift Wirtschaft im Südwesten D ie IHK Südlicher Oberrhein ist neben fünf weiteren Industrie- und Handelskammern sowie dem Hand- werk International Baden-Württemberg, Baden-Würt- temberg International, dem Steinbeis Europa Zentrum und dem Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Touris- mus Baden-Württemberg einer der Akteure in diesem Netzwerk. Wir sprachen mit Petra Steck-Brill, Manager Enterprise Europe Network bei der IHK, wie Unterneh- men den Schritt ins Ausland wagen, was das Netzwerk zu bieten hat und warum Kleinteiligkeit manchmal schneller zum Ziel führt. Frau Steck-Brill, grenzüberschreitende Aufträge, die Erschließung von Auslandsmärkten und selbst die Teilnahme an europäischen Projekten bieten die Chance auf Wachstum – und werden häufig nicht wahrgenommen. Warum? Petra Steck-Brill: Wer Auslandsmärkte erschließen will, braucht in erster Linie Kontakte und Know-how. Kontakte herzustellen, ist schwierig in Märkten, die man nicht kennt. Das ist für Unternehmen eine riesige Hürde. Der Alltag bindet ohnehin schon Kräfte. Alles, was fremd und neu zu erschließen ist, wird dann häufig nicht priorisiert. Was leistet das Netzwerk EEN an dieser Stelle? Will ein Unternehmen den Schritt über die Grenze wa- gen, sind Kooperationen mit Partnern im Ausland oft der erste Schritt. Hierfür kann uns das Unternehmen sein Profil übermitteln und einen Suchauftrag platzieren. Wir stellen das Profil in eine Datenbank im EEN-Intranet ein und das europaweite Netzwerk bringt die potenziellen Partner dann zusammen. Wir veröffentlichen auf unse- rer Webseite ausgewählte Kooperationsangebote sowie -gesuche aus dieser digitalen Kooperationsbörse, bieten aber auch Börsen in Präsenz an – zum Beispiel auf Mes- sen oder bei Delegationsreisen. Sie sind eine Art Partnerbörse für den Mittelstand… Wir sind viel mehr! Wir bieten nämlich noch eine Reihe anderer Services. Wir unterstützen unsere Mitglieder bei allen Anliegen und Fragen zu ausländischen Märkten und vermitteln Kontakte zu internationalen Experten. Wir helfen Unternehmen, an Mittel im Rahmen europäischer Förderprogramme zu kommen – vor allem im Bereich Forschung und Innovation. Das Enterprise Europe Network für KMU Partner für KMU mit Auslandsambitionen Wenn Unternehmen wachsen, gibt es oft auch kein Halten mehr vor Ländergrenzen. Doch wie funktioniert das mit dem Auslandsge- schäft, internationalen Bestimmungen oder Zollpflichten? Hier unter- stützt das Enterprise Europe Network in Baden-Württemberg (EEN). Infos zum EEN bei Petra Steck-Brill 07821 2703 690 petra.steck@ freiburg.ihk.de . Und unter www.ihk.de/freiburg 3303282 »Wer Aus- landsmärkte erschließen will, braucht in erster Linie Kontakte und Know-how.« Petra Steck-Brill Managerin EEN bei der IHK Südlicher Oberrhein Wir begleiten auch beim Übergang zu nachhaltigeren Geschäftsmodellen für das Auslandsgeschäft. Und wenn sich ein Unternehmen an einer europaweiten Ausschrei- bung beteiligen will, unterstützen wir, um an grenzüber- schreitende öffentliche Aufträge zu gelangen. Sie unterstützen kleine und mittlere Unternehmen bei ihren internationalen Geschäften und sie tun dies mit Hilfe Ihrer regionalen oder lokalen EEN-Partner im Ausland. Das klingt wie Klein-Klein… Das ist es nicht! Konzerne haben ihre eigenen sehr potenten Strukturen, um ihre Ziele in ausländischen Märkten zu verfolgen. Der Charme unseres Enterprise Europe Network besteht vor allen Dingen darin, dass wir Netzwerkpartner auf regionaler Ebene aktivieren können. Das ist gerade für die kleinen und mittleren Unternehmen viel zielführender. Wir bieten schließlich auch sehr direkt Unterstützung bei der Abwicklung grenzüberschreitender Geschäfte an und auch für die Teilnahme an europäischen Projekten. Dann sind Sie ein sehr großes Team? Wir sind insgesamt sechs Personen im EEN-Team bei der IHK Südlicher Oberrhein, die ganz spezielle Kompe- tenzen haben hinsichtlich Auslandsmärkten in der EU, aber auch in Drittländern, zu grenzüberschreitenden Waren- oder auch Dienstleistungsverkehren, zu EU- Förderprogrammen sowie Kompetenzen im Bereich Innovation und Umwelt. Zu unseren Themen gehören zum Beispiel auch gewerbliche Schutzrechte, CE-Kenn- zeichnung und auch die Nachhaltigkeit. Aber vor allem haben wir die Kontakte in andere Länder bis tief in die regionale Ebene hinein. Wie politisch wirksam ist Ihre Arbeit? Wir stellen fest, dass auf uns und unsere Mitglieder auch in Brüssel gehört wird. Zwar mit Verzögerung – aber unsere Themen kommen an. Außenhandel und wirtschaftliche Verflechtungen im Ausland stehen seit dem Ukraine-Konflikt ganz spezi- ell im Fokus. Können Sie hier auch unterstützen? Wir haben auf internationaler Ebene eine Arbeitsgruppe, die sich speziell diesem Thema widmet. Und natürlich hat der zuständige Kollege bei uns im Haus gerade alle Hände voll zu tun. Interview: dg Bild: Adobe Stock, Zoa-Arts

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