Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe Juli/August'22 -Südlicher Oberrhein

20 IHK-Zeitschrift Wirtschaft im Südwesten 7+8 | 2022 REGIO REPORT   IHK Südlicher Oberrhein Bild: Patrick Merck für die IHK Südlicher Oberrhein D ie Weichen hin zu einer nachhaltigeren Produktion bei der Brauerei Ganter in Freiburg sind längst gestellt. Es sind viele kleine Schritte über alle Ebenen hinweg, die Detlef Frankenberger aufzählt: Naturpa- pieretiketten statt Glanzpapier, mehr Bügelflaschen anstelle von solchen mit Kronkorken, eine zweite Pho- tovoltaikanlage, eine modernere Kühlung, die erheblich weniger Ammoniak verbraucht, und ein Blockheizkraft- werk zur effizienten Strom- und Wärmegewinnung. „Als lokale Brauerei wollen wir hier vorangehen“, sagt der Geschäftsführer. „Wir haben schon einiges umgesetzt, aber das Vor- gehen war nicht an allen Punkten strukturiert“, gibt er zu. Seine Partnerin in der Geschäftsführung, Ka- tharina Ganter-Fraschetti von der Eigentümerfamilie, nickt zustimmend. Mehr Struktur soll nun die Hilfe der Energieagentur Regio Freiburg und der IHK Südlicher Oberrhein bringen. Die Brauerei Ganter ist jetzt Teil der Zielgerade2030. Detlef Frankenberger unterzeichnete die Teilnahmeerklärung für das Traditionsunterneh- men im Beisein von Rüdiger Fleck, Geschäftsführer der Energieagentur Regio Freiburg, und André Olveira- Lenz, Leiter Innovation und Umwelt bei der IHK Südli- cher Oberrhein. In dem jungen gemeinsamen Verbund der beiden Institutionen vernetzen sich Unternehmen aus der Region, um Lösungen für mehr Klimaneutralität zu finden und diese umzusetzen. Konkreter Aktionsplan weist den Weg zur Klimaneutralität Erster Schritt mit der Zielgerade2030 ist eine individu- elle Treibhausgasbilanz (CO 2 -äquivalente, CO 2 e) für die Brauerei Ganter, erstellt von der Energieagentur Regio Freiburg. Diese zeigt den Ist-Stand und darüber hinaus bereits Einsparpotenziale auf. In der nächsten Runde werde dann ein konkreter Aktionsplan entworfen, mit dem sich die gesteckten Ziele erreichen lassen, erläu- tert Fleck. Dazu kommen der Austausch mit Experten und innerhalb der Zielgerade2030. Die Brauerei Ganter ist tief in der Freiburger Geschichte verwurzelt. 1865 braute Ludwig Ganter in seiner klei- nen Hausbrauerei im Herzen der Altstadt das erste Bier unter seinem Namen. Heute ist die mittelstän- dische Brauerei eine feste Größe im Südwesten. Sie braut Pilsner, Export und Weizenbiere, daneben gibt es Spezialitäten wie den Ganter Urtrunk oder das Badisch Hell. Und natürlich das Freiburger, das es als Pilsner und Radler jeweils auch alkoholfrei gibt. „Bier braucht Heimat“, sagt Detlef Frankenberger. Es gelte aber auch andersherum: „Heimat braucht Bier.“ Daher liegt das Kerngebiet der Brauerei im Südwesten. Beliefert werden Gaststätten und Märkte zwischen Lörrach im Süden, Titisee im Osten und Offenburg im Norden: „Je länger die Strecken, desto schlechter der CO 2 -Fußabdruck.“ Daher trage auch das regionale Liefergebiet zu einer positiveren Bilanz bei. „Wir spüren die Veränderung in Freiburg besonders“, sagt der Geschäftsführer der Brauerei. Umweltbe- wusstsein und Regionalität sind Teil des Freiburger Brauerei Ganter wird Mitglied im Klimabündnis „Zielgerade2030“ Ein Bier für die Green-City Mit dem Bündnis Zielgerade2030 unterstützen die IHK Südlicher Oberrhein und die Energieagentur Regio Freiburg Unternehmen auf dem Weg zur Klimaneutralität. Den acht Mitgliedern im Netzwerk, die alle aus dem B2B-Sektor stammen, hat sich mit der Brauerei Ganter aus Freiburg nun ein weiteres angeschlossen. Das Unternehmen mit seiner mehr als 150-jährigen Geschichte ist das erste in der Runde, das direkt Konsumenten bedient. Gruppenbild bei Ganter im Freiburger Brauhaus an der Schwarzwaldstraße (v.l.): Rüdiger Fleck von der Energie- agentur Freiburg, Detlef Frankenberger und Katharina Ganter-Fraschetti von der Brauerei Ganter und André Olveira-Lenz von der IHK Südlicher Oberrhein.

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