Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe Juli/August'22 -Schwarzwald-Baar-Heuberg
22 IHK-Zeitschrift Wirtschaft im Südwesten 7+8 | 2022 REGIO REPORT IHK Schwarzwald-Baar-Heuberg » Wichtig ist, dass wir in der Region am Puls der Zeit bleiben « Frau Müller, Sie sind seit April im DIHK- Ausschuss für Industrie und Forschung als Vertreterin für unsere Region tätig. Was macht ein DIHK-Ausschuss und welche Themen deckt der Ausschuss für Industrie und Forschung ab? Annette Müller: Der DIHK-Ausschuss für Industrie und Forschung setzt sich vor al- lem zusammen aus innovationsaktiven Industrieunternehmen bundesweit sowie IHK-Geschäftsführern aus dem Fachbereich Industrie und Forschung. Die zweimal im Jahr stattfindenden Treffen bestehen aus einem Vorabend mit einem politischen Gast oder Vertreter aus der Wissenschaft. Auf der Sit- zung am Folgetag werden mit Gästen aus der Politik, Wissenschaft und anderen Insti- tutionen aktuelle industrie- und forschungs- politische Themen diskutiert. Zur besseren Vernetzung und zum fachlichen Austausch finden gelegentlich gemeinsame Sitzungen mit anderen DIHK-Ausschüssen statt. Welche Erwartungen haben Sie als regio- nale Vertreterin für die Region denn an die Arbeit im Ausschuss? Ich freue mich sehr auf diese Treffen und den Austausch mit Unternehmen zu aktuel- len fachlichen und politischen Themen. Sie garantieren, dass wir in der Region immer am Puls der Zeit bleiben. Als Ausschussmit- glied kann ich frühzeitig die industrie- und forschungspolitischen Themen, die die Bundes- und EU-Politik beschäftigen, in die praktische Arbeit der IHK einfließen lassen. Das verschafft unseren regionalen Unter- nehmen klare Wettbewerbsvorteile, und vor allem denjenigen, die sich im IHK-Netzwerk engagieren. Auf der anderen Seite kann ich das große in- novative Know-how unserer Unternehmen in die die Diskussion mit Vertretern aus der Bun- despolitik, mit branchenspezifischen Stake- holdern, Entscheidern aus der Wissenschaft und anderen Institutionen einbringen. Sie sehen also, durch diesen stetigen Wissen- stransfer profitieren unsere Mitgliedsunter- nehmen nachhaltig. Können Sie denn sagen, welche Themen Ihnen besonders am Herzen liegen? Die Region Schwarzwald-Baar-Heuberg bie- tet eine vielfältige Unternehmenslandschaft mit einer Industrie, die hochinnovativ und international vernetzt ist. Branchenüber- greifende Themen wie Industrie 4.0, Digi- talisierung oder Künstliche Intelligenz sind derzeit die bestimmenden Herausforderun- gen. Sie bieten aber auch Chancen, um eine Transformation in einzelnen Branchen und Regionen einzuleiten. Darüber wird sich in den verschiedenen IHK-Netzwerken aus- getauscht. Unser überregionales Netzwerk TechnologyMountains hat da sicherlich eine herausragende Expertise. Als Region profi- tieren wir von solch starken Clusterinitiati- ven insgesamt, deren gebündeltes Wissen die IHK mit ihren Netzwerken in die Unter- nehmen weiter transferiert. Dass ich diesen Prozess als DIHK-Ausschussmitglied auf Bundesebene unterstützen kann, finde ich extrem spannend. Das Interview führte Daniela Jardot. Ehrenamtliche Ausschüsse sind wichtige Beratungs- und Multiplikatorengremien für die gesamte IHK-Organisation. Im Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK) in Berlin wer- den jährlich 16 Ausschüsse von der Vollversammlung eingesetzt. Eine Ausschussmitgliedschaft ist persönlich und erfolgt für vier Jahre. Jährlich tagt der Ausschuss zweimal, vor allem in der Bun- deshauptstadt, einmal pro Berufsperiode trifft sich der Ausschuss in Brüssel. Annette Müller, Geschäftsführende Gesellschafterin der Hugo Müller GmbH & Co. KG in Villingen-Schwenningen, spricht im Interview über ihre Arbeit für die IHK Schwarzwald-Baar-Heuberg im Ausschuss Industrie und Forschung. ANNETTE MÜLLER Annette Müller leitet zusammen mit ihrem Bruder Alexander Müller die Ge- schäfte der Hugo Müller GmbH & Co. KG in Villingen-Schwenningen. Sie hat nach ihrem Studium, das sie als Diplom- Wirtschaftsingenieurin abgeschlossen hatte, sechs Jahre bei einem großen Automobilunternehmen gearbeitet und entsprechend Berufserfahrung gesam- melt. Die Geschwister haben die Leitung des Traditionsunternehmens vor mehr als 17 Jahren übernommen und führen es in dritter Generation. Die Hugo Müller GmbH & Co. KG wur- de 1929 gegründet und produzierte bis Ende der 1950er Jahre vor allem Laut- sprecher und „Omega“-Kopfhörer. In den 1960er Jahren kam die erste Uni- versalschaltuhr auf den Markt. Seither sind Produkte für exaktes zeit- und lichtabhängiges Schalten, Steuern und Zählen Ziel des Unternehmens. Seit 2005 liegt ein weiterer Schwerpunkt auf der Raumklimasteuerung. Mit der Einführung eines eigenen Luftgütesen- sors für die Raumklimatisierung wurde dieser Schwerpunkt mit einer gefragten Technologie erweitert. Das Unterneh- men vereinigt Innovationsgeist, Quali- tätsbewusstsein und Internationalität, um kundenspezifische Produkte nach individuellen Anforderungen und Wün- schen umzusetzen. Blick in den DIHK-Ausschuss Industrie und Forschung
Made with FlippingBook
RkJQdWJsaXNoZXIy MjQ2MDE5