Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe Juli/August'22 - Hochrhein-Bodensee

22 IHK-Zeitschrift Wirtschaft im Südwesten 7+8 | 2022 REGIO REPORT  IHK Hochrhein-Bodensee Frau Küster, zu den hoheitlichen Aufgaben der IHK zählt, Gastwirte zu unterrichten. Worum geht es dabei? Daniela Küster: Der Gewerbetreibende, der eine Gaststätte er- öffnen oder übernehmen will, kommt täglich mit Lebensmitteln in Kontakt. Er muss wissen, wie Lebensmittel zu behandeln oder aufzubewahren sind, wie die notwendigen Hygieneregeln lauten. Eine falsche Behandlung von Lebensmitteln, das Nichtbeachten der Hygienevorschriften beeinträchtigt die Qualität der Speisen und Getränke und wird die Gäste nicht für den Betrieb gewinnen können. Die Unterrichtung im Gaststättengewerbe soll sicherstellen, dass der Teilnehmer mit den Grundzügen der wichtigsten Vorschriften im Lebensmittelrecht als vertraut gelten kann. Werden die Vorschriften nicht beachtet, können Bußgelder fällig wer- den. Auch der Entzug der Erlaubnis ist möglich. Wer die lebensmit- telrechtlichen Vorschriften befolgt, muss bei Kontrollen durch Über- wachungsämter keine Beanstandungen und Bußgelder befürchten. Welche Voraussetzungen muss der Gastwirt erfüllen, um eine Gaststättenerlaubnis erhalten zu können? Nach Paragraph vier Absatz eins, Ziffer vier des Gaststättengesetzes wird die Gaststättenerlaubnis nur dann erteilt, wenn der Antragstel- ler anhand einer Bescheinigung der Industrie- und Handelskammer nachweist, dass er tatsächlich über die Grundzüge der für den in Aussicht genommenen Betrieb notwendigen lebensmittelrechtli- chen Kenntnisse unterrichtet worden ist und mit ihnen als vertraut gelten kann. Hierunter sind die wichtigsten Vorschriften des Le- bensmittel- und Bedarfsgegenständegesetzes zu verstehen, die den Schutz des Verbrauchers vor Gesundheitsschäden, Täuschung und Irreführung bezwecken. Eine Reihe von Gesetzen, Verordnungen und Ausführungsbestimmungen kommen noch hinzu. Wer muss den Nachweis erbringen? Grundsätzlich muss derjenige, der die Gaststätte betreiben will, den Unterrichtungsnachweis erbringen. Wird die Gaststätte mittels eines Stellvertreters geführt, muss eine Stellvertretererlaubnis beantragt werden. Der Stellvertreter muss den Nachweis der Unterrichtung im Gaststättengewerbe vorlegen können beziehungsweise an der Unterrichtung teilnehmen. Bei Ausscheiden oder Wechsel des Stell- vertreters muss entweder der Nachfolger oder der Gewerbetreiben- de den Unterrichtungsnachweis vorlegen. Es muss außerdem eine fachliche Eignung nachgewiesen werden. Die fachliche Eignung kann über einen entsprechenden Berufsab- schluss oder aber, wenn dieser nicht vorliegt über die Unterrichtung nach- gewiesen werden. Wie viele Unterrichtungen bietet die IHK jährlich an? Wir bieten im Jahr sechs bis acht Gaststättenunterrichtungen in den Räumlichkeiten der IHKs in Konstanz und Schopfheim an. Die Unterrich- tung dauert circa drei Stunden und wird von externen Dozenten, die auch in anderen IHKs unterrichten, durchgeführt. Interview: jb Gaststättenunterrichtung Die IHK nimmt eigenverantwortlich eine Reihe von öffentlich-rechtlichen Aufgaben auf unterschiedlichen Feldern der Wirtschaft wahr und entlastet damit den Staat. In dieser Serie stellen wir die Aufgaben vor. Die aktuelle Folge widmet sich der Gaststättenunterrich- tung für Gastwirte. Daniela Küster aus dem Geschäftsfeld Aus- und Weiterbildung bei der IHK plant und setzt diese Veranstaltungen um. Hier beantwortet sie die wichtigsten Fragen. Hoheitliche Aufgaben der IHK Zur Terminübersicht der Gaststättenunterrichtung www.ihk.de/konstanz 3344646 Ansprechpartnerin: Anita Wissmann 07622 3907-230 anita.wissmann@ konstanz.ihk.de Foto: Adobe Stock, Baranq Hoheitliche AUFGABEN Wer eine Gaststätte betreibt, muss nachweisen, dass er sich im Lebensmittelrecht auskennt.

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