Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe Juni'22 -Schwarzwald-Baar-Heuberg

40 IHK-Zeitschrift Wirtschaft im Südwesten 6 | 2022 REGIO REPORT  IHK Schwarzwald-Baar-Heuberg REGIONALSPLITTER Ernst Pfister feierte 75. Geburtstag Ernst Pfister, früherer Landeswirtschaftsminister, hat seinen 75. Geburtstag gefeiert. Der gebürtige Trossinger war ab Mitte der 1970er-Jahre Gymnasiallehrer inVillingen-Schwenningen. Ende der 1960er Jahre war er in die FDP eingetreten und von 1972 bis 1989 Vorsitzender des Kreisverbands. 1980 wurde er in den Trossinger Gemeinderat gewählt, in dem er bis 2004 saß. Zudem war Pfister zwölf Jahre im Tuttlinger Kreistag. Von 1980 bis 2011 war der Trossinger Mitglied des Stuttgarter Landtags. „Nur Erwin Teufel hat es mit 34 Jahren noch länger ausgehalten“, meint er rückblickend dazu. Von 1996 bis 2004 war er Vorsitzender der FDP-Landtagsfraktion. 2004 wurde Pfis- ter schließlich Wirtschaftsminister – ein Amt, das er bis 2011 innehatte. Danach zog er sich aus der Politik zurück. REACT-EU-Förderung für Hahn-Schickard-Gesellschaft Mit Mitteln aus dem Programm REACT-EU der Europäischen Union fördert das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Tou- rismus die Institute der Hahn-Schickard-Gesellschaft mit 3,17 Millionen Euro für den Ausbau der Geräteinfrastruktur in der Mikrosystemtechnik. Mit 1,67 Millionen Euro wird das Hahn-Schickard-Institut in Villingen-Schwenningen unterstützt. Dort sollen Geräte für die Erforschung von neuartigen Formen audiovisueller Kommuni- kation beschafft werden. Diese neue Form der Mikroakustik soll virtuelle Kommunikation in der Zukunft noch komfortabler machen. Die Hahn-Schickard-Gesellschaft ist Träger von Forschungsinsti- tuten an den StandortenVillingen-Schwenningen, Freiburg sowie in Stuttgart mit der Außenstelle Ulm. Die Institute betreiben industrienahe, anwendungsorientierte Forschung, Entwicklung und Fertigung in der Mikrosystemtechnik. „Mit der Förderung steigern wir gezielt die Leistungsfähigkeit unserer wirtschaftsnahen Forschungseinrichtungen in wichtigen Zukunftstechnologien“, erklärte Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut. Die Mittel aus REACT-EU erlaubten es, Vor- haben umzusetzen, die ansonsten nur schwer oder gar nicht möglich wären, weil Bundes- oder Landesmittel dafür nicht zur Verfügung stehen. Lernfabriken 4.0 werden mit künstlicher Intelligenz erweitert Schüler der Staatlichen Feintechnikschule in VS-Schwenningen und der Gewerblichen Schulen Donaueschingen haben jetzt die Möglichkeit, sich mit künstlicher Intelligenz auseinanderzu setzen. Grundlage dafür sind an beiden Schulen die bereits ein- gerichteten Lernfabriken 4.0, die nun mit künstlicher Intelligenz – in verschiedener Art und Weise – erweitert werden. An der Staatlichen Feintechnikschule mit Technischem Gymnasium inVS-Schwenningen wird die Industrie 4.0 Lern- fabrik um eine Qualitätssicherung mittels künstlicher Intelligenz (KI), einer industriellen Kamera sowie um eine Absicherung des Roboters mit Feldvisualisierung durch Augmented Reality (AR) ergänzt. Zusätzlich wird das „Industrie 4.0 Grundlagenlabor“ ebenfalls mit diesen Komponenten ausgestattet. Der Laborauf- bau beinhaltet neun Kamerasysteme mit künstlicher Intelligenz und eine durch ein Tablet oder Handy programmierbare laser- basierte Sicherheitszelle „unsichtbarer Lichtvorhang“. Dadurch können die Schüler die Anwendung der künstlichen Intelligenz undAugmeted Reality direkt im Labor in Kleingruppen erlernen. „Die Laboraufbauten werden mit den zugehörigen Lernmate- rialien, weiterführenden Dokumenten und exemplarischen Un- terrichtslösungen geliefert“, erklärt Schulleiter Thomas Ettwein. Der Schwarzwald-Baar-Kreis investierte als Schulträger für diese Umsetzung rund 40.000 Euro, hinzu kommt eine Förderung durch das Land in gleicher Höhe. An den Gewerblichen Schulen Donaueschingen wurde eben- falls in die Künstliche Intelligenz investiert. Die Lernfabrik 4.0 wurde mit einer digitalen Plattform und einer virtuellen Lernfa- brik erweitert, um in der Realität unsichtbare Zusammenhänge sichtbar zu machen. „Ziel dieses X-Reality Projektes ist es, eine umfassende digitale Plattform zu schaffen, die mit Hilfe von Augmented Reality (AR) und Virtual Reality (VR), das Lernen sinnvoll unterstützt. Im Mittelpunkt steht die Entwicklung eines virtuellen Klassen­ zimmers. Dadurch ist es möglich, dass sich eine Gruppe von Schülern online über eine VR-Brille mit ihrer Lehrkraft in einem virtuellen Raum trifft und Problemstellungen sowie Lerninhal- te an virtuellen Modellen besprechen und diskutieren können. Investiert wurden rund 130.000 Euro (45.000 Euro finanziert durch den Schwarzwald-Baar-Kreis, 40.000 Euro durch Landes- förderung und der Rest über Drittmittel). Polymeractive erhielt Innovation-Night-Jury-Preis Drei Absolventen der Hochschule Furtwangen gründeten die Firma Polymeractive und haben jetzt den Innovation-Night-Preis des Bock-auf-Machen-Netzwerks erhalten. Ihre Idee:Aus Plastik­ abfällen hergestelltes Granulat soll in Zukunft Schadstoffe aus Abwasser filtern – erste Versuche verlaufen vielversprechend. Während des Studiums an der Hochschule Furtwangen entwickelte Raphael Bosch zusammen mit Adrian Monteleone und Moritz Ruff, ebenfalls HFU-Absolventen, die Idee, sich diese Eigenschaft von Plastikpartikeln zunutze zu machen und das Material als eine Art Schadstofffilter einzusetzen. Ausgangs- material sind Plastikabfälle, genauer Polyamide. Ihr Ziel ist es, dieWasseraufbereitung in Kläranlagen zu revolutionieren.Viele weitere Anwendungsbereiche liegen auf der Hand. Für den An- satz wurden die Gründer jetzt bei der zweiten Innovation-Night, einemWettbewerb für Firmengründer, mit dem Jurypreis ausge- zeichnet. bk

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