Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe Juni'22 - Hochrhein-Bodensee
54 IHK-Zeitschrift Wirtschaft im Südwesten 6 | 2022 Unternehmen 75 Jahre Schmolck GmbH & Co. KG Ein Autohaus – seit vier Generationen EMMENDINGEN. Wer von Freiburg über die B3 nach Emmendingen fährt, kann die Schmolck GmbH & Co. KG nicht verfehlen. Drei Betriebe an der Bundesstraße sind kurz vor und nach dem Ortsschild nicht zu über- sehen. Vom kleinen Landmaschinenhändler mit Werkstattservice zum One-Stopp-Shop für Pkw und Nutzfahrzeuge mit überregiona- ler Bedeutung. So lässt sich die Entwicklung des 1947 von Emil Schmolck gegründeten Familienunternehmens zusammenfassen. Welche Meilensteine haben die Schmolck GmbH & Co. KG dabei geprägt? „1954 grün- dete unser Großvater eine Unimog-General- vertretung und 1956 eine Filiale in Müllheim“, antworten Bernhard und Pascal Schmolck, die das Unternehmen in vierter Generation leiten. Zentrale Wendepunkte gab es auch im Leistungsspektrum: 1977 wurde eine Bosch-Servicewerkstatt aufgebaut und 1998 Serviceverträge für Mercedes-Benz Pkw, Transporter und Lkw sowie 2007 für Volkswagen unterschrieben. 2015 folgten Service- und Vertriebsverträge für Škoda. Hinzu kamen mehrere Um- und Neubauten. „2009 haben wir auf 25.000 Quadratmetern ein Nutzfahrzeugzentrum in der Nähe zum Stammhaus errichtet. Bundesweit war es das erste zertifizierte Truckworks-Zentrum“, sagt Pascal Schmolck. Mit dem Neubau für die Marken Škoda und VW in Emmendingen wurde 2020 das jüngste Bauprojekt abge- schlossen. Im vergangenen Geschäftsjahr setzte Schmolck 56 Millionen Euro um. 75 Jahre ohne Rückschläge? „Nicht ganz. In den 1990er-Jahren hat Mercedes-Benz die Traktorserie MB-trac eingestellt und die Zusammenarbeit beendet. Die drohen- den Umsatzverluste von bis zu 50 Prozent konnten durch Investitionen in das Nutz- fahrzeug- und Umwelttechnikgeschäft auf- gefangen werden“, sagt Bernhard Schmolck. Heute besteht Schmolck aus vier Betrieben und beschäftigt an zwei Standorten knapp 300 Mitarbeiter, darunter etwa 80 Azubis. Das Unternehmen – dessen Einzugsgebiet nach eigenen Angaben von Offenburg bis Lörrach reicht – versteht sich als Komplett anbieter rund um Mobilität und bietet seinen Kunden neben klassischen Leistungen wie An- und Verkauf oder Reparatur und Wartung der Marken Mercedes-Benz, Smart, Škoda, VW und e.GO auch Fahrzeugumbau und -ver- edelung, einen Hol- und Bringdienst sowie ein all-inclusive Auto-Abo. ks Graf Gruppe Trotz Pandemie gewachsen TENINGEN. Die Otto Graf GmbH Kunst- stofferzeugnisse, die unter anderem Pro- dukte zur Wasserbewirtschaftung entwi- ckelt, herstellt und vertreibt, beendete das Geschäftsjahr 2021 laut Pressemeldung mit einem konsolidierten Nettoumsatz von 150 Millionen Euro. Nach eigenen Angaben sind damit die Umsätze 2020 und 2021 zusam- men um 25 Prozent gegenüber dem Vor- Coronajahr 2019 gestiegen. Auch personell meldet das Familienunter- nehmen Zuwächse: Weltweit hat es in den beiden zurückliegenden Jahren 50 Mitar- beiter zusätzlich eingestellt. Zwei Drittel der insgesamt 650 Angestellten sind in Deutschland beschäftigt. „Wir bieten Produkte, um für Trockenperio- den Regenwasser zu sammeln und um bei Starkregenereignissen Wasser kontrolliert zurückzuhalten und möglichst zur Grund- wassererneuerung zu versickern“, erklärt Inhaber und Geschäftsführer Otto P. Graf. Mit Blick auf den Klimawandel und die stei- gende Zahl versiegelter Flächen rechnet er mit einem wachsenden Bedarf an Lösungen zur Bewirtschaftung von Regenwasser und zum Gewässerschutz. „Da wir 70 Prozent unseres benötigten Kunststoffgranulats selbst recyceln, sind wir von Lieferketten und der Beschaf- fung von Rohstoffen auf Erdölbasis we- niger abhängig und dadurch krisensicher und zukunftsfest aufgestellt“, sagt der Geschäftsführer und ergänzt, dass das Teninger Unternehmen trotz höherer Preise an den Rezyklaten festhalten will. „Langfristig betrachtet ist die ressourcen- schonende Herstellung unserer Umwelt- produkte aus Rezyklaten ein wesentlicher Beitrag zur Erreichung der Klimaziele“, er- klärt Graf und sieht darin auch ein wichtiges Kaufkriterium für Kunden. Die Graf Gruppe ist international in mehr als 80 Ländern tätig – in Frankreich, Groß- britannien, Spanien, Polen, Australien, Ma- laysia und China sogar mit eigenen Gesell- schaften. ks Otto P. Graf Pascal (l.) und Bernhard Schmolck
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